Tag 9: Sesriem – Walvis Bay

Heute Morgen schliefen wir etwas länger, schließlich waren wir die Tage zuvor immer früh aufgestanden. Deshalb gehörten wir beim Frühstück zu den Letzten, die anderen Gäste waren wohl alle schon im Sossusvlei.

Während des Frühstücks auf der offenen Terrasse wurden wir immer wieder durch Vögel gestört. Obwohl ein Mitarbeiter der Lodge die Vögel in der Nähe des Wasserlochs gerade fütterte, versuchten einige, Essen von den Tischen zu stibitzen. Auch wenn Leute an den Tischen saßen, versuchten sie ganz frech auf dem Tisch zu landen.

Bevor wir Richtung Küste aufbrachen, haben wir in Sesriem noch den Durst unseres Autos gestillt und in dem kleinen Shop unsere Wasservorräte aufgefüllt. Dann ging es los nach Solitaire. Den dortigen Apfelkuchen ließen wir aus, da wir beide vom Frühstück noch pappsatt waren. Unterwegs trafen wir auf zwei größere Baustellen und mehrere Grader, die die Straße richteten. Trotzdem war die Straße, vor allem zwischen Solitaire und dem Gaub-Pass, zum Teil übles Waschbrett. Wir und das arme Auto wurden ordentlich durchgeschüttelt.

Die Landschaft veränderte sich während der Fahrt ständig. Anfangs sahen wir noch rote Dünen sowie viele Berge ringsum und natürlich goldgelbes trockenes Gras. Beim Gaub- und beim Kuiseb-Pass führt die Straße erst runter in den Canyon und dann wieder nach oben auf das Plateau. Im Kuiseb Canyon fuhren wir an einem umgekippten LKW vorbei. Kurze Zeit später kam uns ein Abschleppwagen entgegen – vermutlich von der Küste. Die unverletzten Fahrer müssen auf diesen eine ganze Weile gewartet haben. Die Straße windet sich eine Zeitlang durch diese hügelige Landschaft, bis wir irgendwann durch sehr flache Steppe fuhren, mit Gras bis zum Horizont.
Je näher wir der Küste und unserem Ziel kamen umso karger und öder wurde die Umgebung. Wenige Kilometer vor Walvis Bay türmten sich die Dünen der Namib auf, die wir auch schon in Lüderitz bewundert hatten.

Dank unseres Gamin GPS mit Tracks4Africa Namibia fanden wir unsere Unterkunft in Walvis Bay, das Oyster Box Guesthouse, ohne Probleme. Wir waren sehr positiv überrascht über unser frisch renoviertes und sehr nett eingerichtetes Zimmer. Auch die Lobby ist sehr stilvoll eingerichtet und verfügt über kostenloses WLAN.

Bei der Ankunft in Walvis Bay erlitten wir im Übrigen einen Kälteschock. Im Sossusvlei hatten wir sicher 40 Grad, an der Küste waren es bei bedecktem Himmel und stürmischem Wind nur noch 15 Grad. Wir packten also als Erstes unsere warme Kleidung und Jacken aus.

Nach einer kurzen Erholungspause im Hotel gingen wir, warm angezogen, gegenüber im „The Raft“ zum Abendessen. Das Restaurant steht auf Stelzen im Wasser. Bei gutem Wetter hat man sicher einen herrlichen Blick über die Lagune. Zum Essen gab es für Jens überbackenes Hühnchen mit Kartoffelbrei und für Katja Kingclip (Fisch) mit Tomaten-Mozzarella-Kruste und Reis. Das Essen war wirklich sehr lecker.

Zurück im Hotel sind wir gleich unter die warmen Daunendecken gekrochen und haben noch etwas Hummeldumm gehört.

Sossusvlei Lodge

Sehr schöne Bungalows, leider ohne Kühlschrank. Aufmerksames, freundliches Personal. Superleckeres Buffet zum Frühstück und Abendessen. Abends mit riesiger Auswahl von Fleisch und Beilagen sowie abwechslungsreiche Vor- und Nachspeisen. Gigantischer Frühstückskorb (ohne Aufpreis). Der Eingang zum Sossusvlei ist nur wenige hundert Meter entfernt.

Tag 8: Sesriem (Sossusvlei)

Da das Tor zum Namib-Naukluft Park bereits mit Sonnenaufgang öffnet, sind wir bereits eine halbe Stunde vorher aus den Federn gekrochen.Wir haben uns schnell fertiggemacht und an der Rezeption unseren Breakfast Basket abgeholt. Der Korb war sehr schwer und füllte den Kofferraum gut aus. Hinzu kamen noch zwei Thermoskannen, eine mit Kaffee und eine mit heißem Wasser für Tee.

Am Tor des Parks war leider bereits eine längere Schlange, so dass wir erst kurz nach sieben Uhr in den Park fahren konnten. Natürlich wurden wir vorher noch in einer Liste mit Namen, Personenanzahl und Kennzeichen vermerkt, woran wir aber schon gewöhnt waren. Vom Tor bis zum 2×4 Parkplatz ist die Straße asphaltiert und in gutem Zustand. Die Höchstgeschwindigkeit ist im gesamten Park auf 60 km/h limitiert, da die Tiere frei herumlaufen und jederzeit hinter einem Gebüsch hervorspringen können.
Wir ließen uns für die 63 Kilometer bis zum Parkplatz Zeit und genossen das Morgenlicht, die Landschaft und die Tiere. Wir konnten viele Springböcke und ein Schakal direkt neben der Straße beobachten. Es war bereits viel los, vor allem viele Busse und „Viehtransporter“, wie wir die Overlander-Fahrzeuge nannten, rasten Richtung Sossusvlei. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde von vielen Touristen leider rigoros missachtet.

Am 2×4-Parkplatz gönnten wir uns erst mal Frühstück und öffneten den riesigen Korb. Der wog so schwer, weil darin Porzellangeschirr, Gläser, Besteck, Stoffservietten, ein Tischtuch, jeweils ein Liter Milch sowie Saft, drei große Einweckgläser mit Cornflakes, Obstsalat sowie Joghurt, eine Wurst- und Käseplatte, Brot, Butter, Marmelade, eine Dose mit verschiedenen Teebeuteln und Zucker waren. Beim Öffnen fühlten wir uns wie kleine Kinder beim Auspacken von Geschenken. So viel kann kein Mensch zum Frühstück essen. Wir entschieden uns daher, zuerst über die Wurst- und Käseplatte herzufallen und den Inhalt der Einmachgläser für später aufzubewahren.

Gut gestärkt wollten wir uns sodann auf den Weg zum Dead Vlei machen. Da der weitere Weg aus teils sehr tiefem Sand besteht, entschieden wir uns für umgerechnet 10 Euro pro Person ein Shuttle des Parks zu nehmen. Allerdings mussten wir ein wenig warten, weil gerade zwei Reisegruppen angekommen waren. Die französische Gruppe nahm uns dann mit, auch wenn darüber nicht alle Teilnehmer begeistert waren. Sie hatten die Fahrt mit dem Shuttle wohl als Game Drive verstanden und gaben die äußeren Plätze nur widerwillig frei.

Am 4×4-Parkplatz vom Dead Vlei schulterten wir unsere Rucksäcke und folgten den zahllosen Spuren im Sand Richtung Tonpfanne. Zum Teil erinnern die Spuren an eine Autobahn, wir konnten das Ziel also nicht verfehlen.
Der Anblick, als wir über die letzte Düne kamen, war phantastisch und die Anstrengung bei den Temperaturen absolut wert. Von der Düne konnte man das gesamte Dead Vlei überblicken. Viele schwarz-braune tote Bäume standen auf dem weißen Boden der Tonpfanne und dahinter ragte die mächtige Düne „Big Daddy“ auf. Trotz der großen Hitze erklommen etliche Touristen die riesige Düne.
Wir erholten uns erst einmal vom Sandstapfen im Schatten eines der wenigen lebenden Bäume am Rand der Pfanne. Danach erkundeten wir eine ganze Weile das Dead Vlei und die vielen toten Bäume. Zum Glück blieben die meisten Busreisenden nur kurz und meist auch nur am Rand der Pfanne, so dass wir viele Fotos ohne Touristen im Bild machen konnten. Bevor wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz machten, loggten wir noch den dortigen Geocache, dessen Dose in einem der toten Bäume versteckt war.

Am Parkplatz nahmen wir nach einer kurzen Pause im Schatten ein Shuttle zum Sossusvlei. Der letzte Kilometer dorthin war viel rauer als die bis zum Dead Vlei. Laut dem Fahrer hüpften wir wie Springböcke auf unseren Sitzen.

Im Sossusvlei stand nach der guten Regenzeit Anfang des Jahres immer noch ein großer See. Damit hatten wir hier in der Wüste nicht gerechnet. Aufgrund der Hitze hielten wir uns am Sossusvlei nicht sehr lange auf. Wir bewunderten den See und die Fuß- und Tierspuren im hartgetrockneten Matsch. Katja stieg dann noch ein kleines Stück die Düne für ein paar Fotos hoch, dann liefen wir zurück zum Shuttleparkplatz.
Hier stellten wir fest, dass wir die letzten Besucher waren. Zum Glück kam nach wenigen Minuten ein Shuttle, welches uns nach kurzer Wartezeit über die holprige Piste zum 2×4-Parkplatz brachte. Zurück am Auto gönnten wir uns die Reste aus unserem Frühstückskorb und den Saft, bevor wir langsam zum Hotel fuhren.

Im Zimmer erholten wir uns bei einem kühlen Appletiser bzw. Grapetiser. Die schmecken ein wenig wie Apfel- bzw. Traubensaftschorle, bestehen jedoch aus reinem Fruchtsaft, der mit Kohlensäure versetzt ist. Nach dieser erfrischenden Pause beschlossen wir, nochmal in den Park zu fahren, um nach Tieren Ausschau zu halten.

Vorher machten wir jedoch noch einen kurzen Abstecher zum Sesriem Canyon. Ohne unser Garmin GPS hätten wir den Zugang wohl nicht gefunden, da der Canyon nicht wirklich ausgeschildert war. Wir wanderten etwas umher, machten ein paar Fotos, loggten noch einen weiteren Geocache und fuhren anschließend zum Eingang des Parks.
Natürlich wurden wir wieder in die Liste eingetragen, was für einige Verwirrungen sorgte, da wir ja am Vormittag bereits einmal hineingefahren waren. Der Wächter erkundigte sich, wohin wir fahren wollten. Klar, etwa zwei Stunden vor Sonnenuntergang schafft man es nicht mehr bis ins Dead Vlei und zurück. Wir erklärten, dass wir lediglich ein Stück in den Park hineinfahren wollten, um Tiere zu beobachten.
Im Park konnten wir dann auch einige Springböcke und eine Herde Strauße neben der Straße beobachten. Nur die Oryx hielten Abstand. Wahrscheinlich war ihnen zu Ohren gekommen, wie gut sie uns gegrillt schmecken.
Bis kurz vor Sonnenuntergang hielten wir uns noch in der Nähe der Elim-Düne auf, und genossen den Anblick der Landschaft im Licht der untergehenden Sonne. Die Elim-Düne liegt in der Nähe des Parktors, so dass wir den Park rechtzeitig vor Sonnenuntergang verlassen konnten.

Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir zum Abendessen, welches wieder sehr lecker war. Da wir später kamen als am Vortag war unser Tisch mit Ausblick vom Vortag leider schon besetzt. Nach all dem guten Essen gönnten wir uns noch ein zweites kühles Savanna und einen Espresso.

Tag 7: Aus – Sesriem

Bevor es zum ersten Mal richtig auf die Pad ging, haben wir Desert Horse Inn das leckere Frühstücksbüffet genossen. Es gab verschieden Brotsorten, Toast, Marmelade, Käse und Wurst sowie einen sehr leckeren frischen Obstsalat mit Straciatella-Joghurt. In Aus haben wir schnell noch den Tank unseres Autos randvoll gefüllt und sind dann Richtung Sesriem gestartet.

Die ersten Kilometer auf der C13 nach Norden waren gut zu fahren. Nach ca. 60 Kilometern bogen wir auf die D707 ab. Deren Straßenbelag bestand teilweise aus Schotter mit üblem Wellblech und Spurrillen und teilweise aus recht festem Sand. Manchmal fühlte es sich so an, als würde das Auto in den Spurrillen „schwimmen“, so dass wir nicht ganz so zügig fahren konnten und mochten. An anderen Stellen war die Straße hingegen in so gutem Zustand, dass man sich plötzlich dabei erwischte, doch etwas schneller als empfohlen zu fahren. Wir haben uns diesbezüglich am Ratschlag von Carsten Möhle orientiert, auf den Pads generell nicht schneller als 80 km/h zu fahren. Meist sind offiziell 100 km/h erlaubt, doch das haben wir den Einheimischen und waghalsigen Touristen überlassen. Die Landschaft entlang der D707 hat uns gut gefallen. Auf der rechten Seite konnten wir die goldbraunen teils bewachsenen Tirasberge und auf der linken Seite rot-orangefarbene Sanddünen sehen. Die Straße schlängelte sich dabei wie ein rotes Band durch das goldgelbe Gras.

Kurz hinter Betta an der C27 entdeckten wir am Straßenrand einige der Melonen, wie sie uns Steven uns während des Trans Kalahari Walk gezeigt hatte. Wir konnten leider nicht feststellen, ob die Melonen hier wuchsen oder vielleicht vom LKW gefallen waren. Jens schaffte es, nach einigen Versuchen, eine Frucht aufzubrechen. Sie hat wie Melone gerochen aber wir haben selbstverständlich nichts davon gegessen.

Innerhalb des NamibRand Nature Reserve gab es entlang der Straße keine Zäune mehr. Dafür standen dort Warnschilder, die vor kreuzenden Oryx, Zebras und Giraffen warnten. Wir konnten einige Zebras und Oryx sehen, die zum Fotografieren aber leider zu weit entfernt waren. Dafür ließen sich zwei Springböcke direkt an der Straße schön ablichten. Auch ohne viele Tiere haben wir die Landschaft sehr genossen.

Kurz vor Sesriem erreichten wir unser Quartier für die nächsten zwei Nächte, die Sossusvlei Lodge. Beim Check-in gab es ein kaltes Erfrischungstuch und ein kühles Glas Saft. Danach bezogen wir unseren Bungalow Nummer 101.

Um für den Ausflug zum Sossusvlei am folgenden Tag optimal vorbereitet zu sein, besorgten wir am Eingang zum Park schon Mal unser Permit. So spart man morgens viel Zeit und kann gleich zum Gate fahren. Zurück in der Lodge bestellten wir an der Rezeption den sagenumwobenen Breakfast Basket. Im Namibia Forum hatten wir von dieser Möglichkeit gelesen und wollten uns das Frühstück in den Dünen natürlich nicht entgehen lassen.

Das Abendessen in der Sossusvlei Lodge war schlicht der Wahnsinn. Zunächst einmal bekamen wir einen Tisch in der ersten Reihe zugewiesen, mit Blick auf das beleuchtete Wasserloch. Dort konnten wir während des Essens Springböcke beim Trinken beobachten. Auch ein Schakal schlich einige Zeit um die Mauern der Terrasse. Ein Angestellter erzählte uns, dass die Schakale immer wieder über die Mauer springen, wenn die Gäste den Tisch verlassen, um Essen zu erbeuten.
Das Essen selbst war sehr lecker! Es gab eine große Auswahl an Vorspeisen vom Büffet: Suppe, geräucherter Fisch und diverse leckere Salate. Die Hauptspeisen wurden frisch am Grill nach eigenem Wunsch zubereitet. Man konnte aus 12 verschiedenen Game-Sorten sowie Rind, Schwein und Fisch wählen, die vor den eigenen Augen gegrillt wurden. Auch konnte man sich aus verschiedenen frischen Gemüsen eine Mischung zusammenstellen, die dann für einen gebraten wurde. Daneben gab es auch noch eine Auswahl an warmen und kalten Beilagen vom Buffet, wenn man nach dem Anstehen am Grill nicht noch einmal auf das Gemüse warten wollte. Wir haben Zebra, Springbock, Impala, Kudu und Eland probiert. Das Fleisch war sehr fein und auf den Punkt gegrillt. Anschließend haben wir noch einige kleine Leckereien vom reichhaltigen Nachspeisenbüffet genascht, wo es sogar eine große Käseplatte gab.

Zurück im Zimmer stellten wir fest, dass wir auch von dort aus das Wasserloch sehen konnten. Wir sind trotzdem rasch ins Bett, da wir am kommenden Tag früh loswollten, um die Dünen im Morgenlicht zu bewundern.

Tag 6: Aus (Kolmannskuppe & Lüderitz)

Nach dem Frühstück haben wir uns zügig auf den Weg nach Kolmannskuppe gemacht. Auf dem Weg dorthin konnten wir im goldgelben Gras einige Tiere beobachten, darunter Strauß, Springbock und Oryx. Ein Strauß nutzte die Bahnlinie, die gerade von Keetmanshoop nach Lüderitz neu gebaut wird, als Pfad und trabte neben den Gleisen entlang.

In Kolmannskuppe kamen wir genau rechtzeitig zur ersten Führung an. Es waren nur deutschsprechende Touristen anwesend. Deshalb entschieden wir uns mit einigen anderen für die englischsprachige Tour, da uns die deutschsprachige Führung zu voll war.

Während der Führung erfuhren wir einiges über die Stadt, den Diamantenrausch und das Leben damals in der Wüste. Die weißen Bewohner von Kolmannskuppe hatten damals schon Kühlschränke. In der Eisfabrik des Ortes wurde mit Hilfe von Ammoniak Eis hergestellt, welches dann mit der kleinen „Straßenbahn“ zu den Haushalten gebracht wurde und dort in den Kühlschrank kam. Die Führung war wirklich sehr interessant. Man besichtigt unter anderem in die Kegelbahn, die Schlachterei und den Laden des damaligen Städtchens.

Im Anschluss an die Führung darf man fast alle Häuser auch auf eigene Faust weiter erkunden. Daher sind wir noch weitere zwei Stunden durch die Geisterstadt gewandert, haben uns die Häuser angeschaut und viele Fotos gemacht. Unter anderem haben wir das Krankenhaus, das Haus des Ingenieurs und das des Buchhalters besucht. Das einzigste Haus, das man nicht betreten darf, ist das des Lehrers. Hier steht die Düne praktisch mitten im Haus und bringt es nach und nach zum Einstürzen.

Leider pfiff, wie auch die vergangenen Tage ab Mittag, ein teilweise recht starker Wind. Nicht so gut für unsere Kameras und zwischen den Zähnen knirscht es auch immer wieder.
Im Café genehmigten wir uns nach all dem Sightseeing ein leckeres Sandwich, bevor wir die letzten Kilometer nach Lüderitz fuhren. Dort haben wir im Supermarkt unsere Getränkevorräte aufgefrischt. Da uns die Stadt nicht so ansprach, machten wir nur einen kurzen Abstecher zur Felsenkirche. Den benachbarten Geocache konnten wir auch gleich loggen und von den Felsen hatte man einen schönen Blick über die Stadt, die Lüderitzbucht und Richtung Wüste.

Kurz vor Klein-Aus Vista bogen wir Richtung Garub ab, um am dortigen Wasserloch unser Glück bei den Wildpferden zu versuchen. Tatsächlich befanden sich dort gerade einige große Herden, die wir eine Zeitlang beobachteten. Etwas abseits standen zwei Oryx-Antilopen und warteten geduldig, dass sie an der Reihe kämen.

Zurück im Hotel genossen wir bei einem kühlen Ginger Ale den Sonnenuntergang auf unserer Terrasse und schauten nebenher die Fotos des Tages an. Zum Abendessen gab es als Vorspeise geräuchertes Game Carpaccio. Vom Buffet wählten wir anschließend als Hauptgang Rindfleisch in Pfeffersauce mit Rosmarinkartoffeln und süßem Zimt-Kürbisgemüse. Der Kürbis schmeckte leider irgendwie nach Weihnachten (zu viel Zimt) und war nicht so nach Katjas Geschmack. Der Nachtisch konnte dies jedoch wieder ausgleichen, denn es gab sehr leckeren Apple Crumble mit Vanilleeis. Zurück auf dem Zimmer haben wir noch ein bisschen Hummeldumm als Hörbuch auf dem iPhone gehört, bevor wir ins Bett fielen. In dem Buch beschreibt Tommy Jaud sehr humorvoll die unglaubliche Geschichte einer Namibia-Reisegruppe. Daher gehört das (Hör-)Buch für Namibia-Reisende wie uns natürlich zur Pflichtlektüre.

Desert Horse Inn

Schöne Anlage bestehend aus kleinen Doppelhäusern im Western-Stiel, geräumiges Zimmer mit Terrasse und Kühlschrank. Freundliches Personal. Gutes, abwechslungsreiches Abendessen (Dreigangmenü mit Buffet zum Hauptgang) und Frühstück. Sehr gut gelegen für einen Tagesausflug zur Kolmannskuppe sowie nach Lüderitz.

Tag 5: Kalkrand – Aus

Der Wecker riss uns früh aus dem Schlaf, da wir aufgrund der langen Strecke zeitig losfahren wollten. Um halb acht aßen wir Frühstück, beluden anschließend unser Auto und fuhren los Richtung Süden. Der Aufenthalt auf der Kalahari Red Dunes Lodge hat uns wirklich sehr gut gefallen, was wir beim Auschecken nochmal zum Ausdruck brachten.

In Mariental, nach ungefähr 60 Kilometern haben wir zum ersten Mal auf unserer Reise getankt. Genauer gesagt wurden wir betankt, nachdem Katja die Tankdeckelentriegelung gefunden hatte. Das Putzen der Autoscheiben übernimmt in Namibia auch der Tankwart. Praktischerweise bezahlt man dann auch gleich bei ihm.

Anschließend ging es weiter Richtung Süden. Die B1 ist geteert und war wirklich gut zu fahren. Auch gewöhnten wir uns immer mehr an den Linksverkehr. Deshalb erreichten wir recht schnell den Garas Quiver Tree Park, einen Köcherbaumwald wenige Kilometer vor Keetmanshoop. Der offizielle und wesentlich bekanntere Köcherbaumwald lag leider abseits unserer Route, weshalb uns Carsten Möhle diesen Park empfohlen hatte.

Für einen sehr geringen Eintrittspreis konnten wir den Garas Quiver Tree Park auf eigene Faust erkunden. Bei den Köcherbäumen handelt es sich um eine Aloe-Art, die hauptsächlich im südlichen Namibia wächst. Neben den Köcherbäumen in allen Größen gibt es in dem Park auch eine wunderschöne Felsenlandschaft. Kurze Zeit nach uns kamen zwei „Hummeldumm„-Busse an. Zum Glück ist das Gelände recht weitläufig, so dass man sich nicht in die Quere kam.
Nach etwa zwanzig Minuten fuhren die Busse samt Insassen auch schon wieder ab und so hatten wir in Ruhe die Möglichkeit, unseren ersten Geocache in Namibia zu heben, der sich auf dem Gelände befindet: Quiver My Timbers. Die Spannung, wenn man in afrikanischen Felsspalten nach Tupper-Dosen sucht, war deutlich höher als in Deutschland. Die Spalte könnte ja Bewohner haben, die vielleicht auch noch giftig sind. Katja hatte die Dose schnell gefunden und so konnten wir den Cache loggen, ohne beobachtet zu werden.
Wir verspeisten dann noch unsere Lunchpakete, die wir am Vorabend bei der Kalahari Red Dunes Lodge bestellt hatten und deren Inhalt mit dem Frühstückspaket des Trans Kalahari Walk identisch war.

Danach ging es wieder auf die B1 Richtung Süden und anschließend weiter über die B4 Richtung Aus. Aufgrund zügiger Fahrweise und der Klimaanlage auf Höchststufe (auch dann kühlte sie das Raumklima nur mäßig) mussten wir in Aus erst mal tanken. Der Tankwart schaffte es, bei nur zwei fehlenden Strichen in der Tankanzeige, 53 Liter in unseren Tank zu füllen. In den Tank passen laut Herstellerangaben insgesamt 55 Liter. Wenn unsere Tankanzeige nicht defekt war, dann muss unser Auto wohl über einen doppelten Tank verfügt haben, was in Afrika nicht unüblich ist. Der Tankstutzen war jedenfalls die ganze Zeit im Auto, sonst hätten wir angenommen, dass er sein eigenes Auto oder einen Kanister mitbetankt.

Wenige Kilometer westlich von Aus liegt Klein-Aus Vista, wo wir die folgenden beiden Nächte im Desert Horse Inn verbringen wollten. Wir bekamen Zimmer bzw. Haushälfte Nummer 19 zugewiesen. Das Zimmer war geräumig, mit kleiner Sitzecke und Kühlschrank. Nachdem wir das Auto ausgeladen hatten, genossen wir zum Sonnenuntergang ein Dry Lemon auf unserer Terrasse.

Zum Abendessen bekamen wir einen Tisch am Fenster zugewiesen. Das Wildpferd zieht sich hier als Thema durch die komplette Dekoration. Auf jedem Tisch steht ein Windlicht mit Pferden auf dem Lampenschirm und ein großes eisernes Pferd dient als Tischnummernhalter. Das Personal war sehr freundlich und aufmerksam. Wir bestellten natürlich wieder ein Savanna Light. Als Vorspeise gab es Räucherlachs auf einem süßen Toastie. Am Buffet konnten wir anschließend als Hauptspeise zwischen Lamm Potjie und Hühnchenkeulen wählen. Dazu gab es frische Bohnen, Brokkoli und Blumenkohl. Der krönende Abschluss war ein leckeres Schokoladenmousse zum Nachtisch.

Tag 4: Kalkrand (Trans Kalahari Walk – Teil 2)

In der Nacht wurde es im Zelt recht kalt. Rechtzeitig zum Aufstehen gegen sieben Uhr, hatte die Sonne das Zelt schon wieder etwas aufgewärmt. Pünktlich um acht Uhr wurden wir von Steven abgeholt und wir machten uns auf den Weg zurück zur Kalahari Red Dunes Lodge.

Der zweite Teil des Trans Kalahari Walk führte über weniger Dünen als am Vortag. Wir wanderten vorbei an Kameldornbäumen durch ein Meer aus goldgelbem Bushmangras. Unser erstes Ziel war ein kleiner überdachter Rastplatz, wo der Frühstückstisch bereits für uns gedeckt war. Es gab Omelette mit Pilzen, Speck und Tomaten sowie frischen Kaffee und Saft. Wir genossen das leckere Essen umgeben von der Natur.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf die letzten Kilometer zur Lodge. Am Horizont konnten wir eine Zeit lang wieder die drei Giraffen vom Vortag beobachten. In den Bäumen am Wegrand waren wieder die riesigen Nester der Siedelweber. Die Vögel leben gemeinsam in Kolonien von hunderten Vögeln. Hin und wieder konnten die Bäume der Last nicht mehr widerstehen und die Nester lagen samt Ast oder dem ganzen Baum zerstört am Boden.

Nach insgesamt ungefähr 7,4 Kilometern waren wir zurück an der Lodge, wo wir bereits vom Manager Silas erwartet wurden. Er erkundigte sich, wie es uns denn gefallen hätte und ob wir die zwei jungen Erdmännchen sehen wollten, um die sie sich seit kurzem kümmerten. Natürlich wollten wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Wenig später kam Steven schon mit den beiden jungen Erdmännchen im Schlepptau zu uns auf die Terrasse. Die Zwei waren ca. vier Wochen zuvor von ihrer Mutter verlassen worden und werden seitdem von Mitarbeitern der Lodge aufgezogen. Die beiden Erdmännchen waren wirklich sehr süß zu beobachten, wie sie versuchten Löcher zu graben und miteinander rangelten.

Den restlichen Tag haben wir die Annehmlichkeiten der Lodge genossen, vor allem die Ruhe und Entspannung taten gut. Nach dem Mittagessen, es gab Sandwiches im Restaurant, verging die Zeit mit Wäsche waschen, Fotos sichten, Kamera reinigen und lesen recht schnell. Zum Kaffee im Haupthaus haben wir über das WLAN einige Fotos hochgeladen. Vor dem Abendessen haben wir uns auf unserer Terrasse unser erstes Savanna Light dieses Urlaubs gegönnt. Dabei ließ sich sogar ein Springbock kurz am Wasserloch blicken.

Zum Abendessen gab es als Vorspeise Thunfischcreme. Danach gab es vom Buffett erneut den Griechischen Salat sowie Gulasch mit süßen Karotten, Kartoffelbrei und Kraut. Als Nachtisch gab es ein Aprikosenmus. Da wir am nächsten Tag eine längere Strecke vor uns hatten, sind wir nach dem Essen schnell ins Bett gehuscht.

Kalahari Red Dunes Lodge

Die Lodge ist sehr schön angelegt. Unser Häuschen war stilvoll, teils mit Antiquitäten, eingerichtet und verfügte über einen Kühlschrank. Das Personal war sehr freundlich und aufmerksam. Das Essen war insgesamt sehr lecker, leider wiederholten sich jedoch einige Speisen zu oft, vor allem der Griechische Salat. Im Haupthaus gibt es kostenloses WLAN.

Teufelskrallen Tented Lodge

Unser Zelt war funktional eingerichtet und verfügte über einen Kühlschrank. Das originelle Bad erreichte man über einen kleinen Steg. Von der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick. Das Personal war sehr freundlich und aufmerksam. Das Abendessen im Alten Farmhaus war lecker und reichhaltig.

Trans Kalahari Walk

Der Trans Kalahari Walk hat uns wirklich sehr gut gefallen. Man erlebt die Wüste irgendwie direkter, als wenn man auf einem Game Drive im Fahrzeug nur durchrumpelt. Unser Guide war sehr freundlich und engagiert, uns die Wüste und ihre Bewohner näher zu bringen. Die Wanderung war vor allem am ersten Tag nach dem Mittagessen sehr anstrengend, weil es dann sehr heiß wurde und auch der Wind nicht mehr wirklich kühlte. Die Verpflegung war lecker und die Rastplätze schön gelegen.

Tag 3: Kalkrand (Trans Kalahari Walk – Teil 1)

Morgens war es sehr kalt, draußen wie drinnen. Nach einer heißen Dusche schnappten wir unsere Sachen und wurden Punkt 06:30 Uhr von unserem Guide Steven zum „Trans Kalahari Walk“ abgeholt.

Zunächst führte unser Weg zum Dünen Sofa. Dort wurde uns vom Manager der Lodge heißer Kaffee gereicht und wir erhielten unsere Frühstückspakete Getränke für unterwegs. Vom Sofa sind wir durch die Ausläufer der Kalahari gewandert. Die Dünen waren zum Teil recht dicht mit Gras und Büschen bewachsen, so dass man die roten Kalahari Dünen nur teilweise sehen konnte. Steven hat uns während der gesamten Wanderung sehr viel gezeigt sowie erklärt und versucht, so gut es ging, alle unsere Fragen zu beantworten. Wenn wir die englische Bezeichnung für ein Tier nicht kannten, zog er sein Bestimmungsbuch aus dem Rucksack, um uns das Tier dort zu zeigen.

Nach einiger Zeit hatten wir das Glück ein Steenbok und einen Springbock zu sehen. Leider sind die Tiere sehr scheu und so waren sie gleich wieder im Dickicht verschwunden. Nach einem Fußmarsch von ungefähr vier Kilometern erreichten wir eine kleine Bank mit Tisch. Hier aßen wir gemeinsam mit Steven unsere leckeren Frühstückspakete, die jeweils aus einem Sandwich, Apfel, Joghurt und Saft bestanden.

Frisch gestärkt wanderten wir weiter durch die Wüste. Wir konnten verschiedene Vögel beobachten. Unterwegs trafen wir auf eine kleine, wohl giftige Schlange, die sich auf dem Weg sonnte. Nach einiger Zeit konnte Steven mehrere Bergzebras und Blessböcke ausmachen. Uns war es jedes Mal ein Rätsel, wie er die verschiedenen Tiere auf große Entfernung so gut unterscheiden konnte. Auf dem weiteren Weg kamen wir näher an die Bergzebras heran und konnten sie besser beobachten. Unterwegs sahen wir auch ein Strauß und konnten immer wieder eine dreiköpfige Giraffen-Familie am Horizont beobachten. Hier war es uns wieder ein Rätsel, wie Steven die Giraffen am Horizont entdecken konnte.

Gegen Mittag erreichten wir eine Lapa, ein offenes Haus mit Dach, wo wir gemeinsam zu Mittag aßen. Steven hatte unterwegs immer wieder mit den beiden Lodges per Mobiltelefon kontakt, so dass man uns bereits erwartete. Für jeden gab es ein Sandwich sowie Hackfleischbällchen und ein hartgekochtes Ei. Dazu gab es eine gekühlte Limonade. Nach der kurzen, aber erholsamen Pause setzten wir unseren Weg durch die Dünen fort. Es wurde, mit steigenden Temperaturen zunehmend anstrengender und auch der Weg folgte immer mehr dem Auf und Ab der Dünen. Gegen 15 Uhr, nach insgesamt ungefähr 19,4 Kilometern erreichten wir die Teufelskrallen Tented Lodge. Die Lodge besteht aus insgesamt sechs Zelten, die in größerem Abstand zueinander in einer Reihe auf den Dünen stehen. Jedes Zelt steht auf einer eigenen Plattform auf Stelzen, die auch als Terrasse dient, und ist mit zwei Betten sowie einem kleinen Kühlschrank ausgestattet. Neben dem Zelt befindet sich auch ein kleines Bad auf der Plattform, welches man über einen Steg erreicht.

Im Zelt wartete schon unser Koffer, den wir in der Kalahari Red Dunes Lodge zum Transfer breitgestellt hatten. Wir gönnten uns erst mal etwas Erholung, ein paar kühle Getränke und eine erfrischende Dusche. Zum Abendessen wurden wir gegen halb sechs von Tamara, der Managerin der Teufelskrallen Tented Lodge, abgeholt, da es im vier Kilometer entfernten Farmhaus serviert wurde. Später sollen die Zelte einmal mit einer eigenen Grillstelle ausgerüstet werden. Als Vorspeise gab es eine Thunfischtarte und als Zwischengang wieder einen Griechischen Salat, diesmal jedoch mit anderem Dressing. Als Hauptspeise gab es ein Hühnchen Cordon Bleu mit Reis und Pilzsauce. Wir waren danach so satt, dass wir auf den Nachtisch verzichteten.

Zurück in unserem Zelt haben genossen wir noch den Sonnenuntergang bei einem Tonic Water und vielen anschließend völlig geschafft ins Bett.

Tag 2: Windhoek – Kalkrand

Die Nacht in der Pension Palmquell war angenehm. Nach einem guten Frühstück haben wir uns auf den Weg zum Einkaufen gemacht. Unser Gepäck konnten wir so lange in der Pension lassen. In der Maerua Mall bzw. im dortigen Superspar haben wir alles bekommen, was wir für die Reise noch benötigten: Reiseadapter, Batterien, Kekse, Fruchtriegel, Mülltüten, Fruchtsäfte, Savanna und vor allem Wasser in 5l Kanistern. Gegen 12 Uhr ging es auf der B1 Richtung Süden nach Kalkrand.

Kurz hinter Windhoek hat sich Katja das erste Mal ans Steuer getraut. Es war anfangs schon sehr seltsam, auf der „falschen“ Seite zu fahren. Mit Links zu schalten war auch gar nicht so einfach, und der Scheibenwischer wurde, trotz strahlend blauem Himmel, versehentlich auch immer wieder beim Abbiegen bemüht.

Am frühen Nachmittag kamen wir bei der Kalahari Red Dunes Lodge an und wurden mit einem kühlen Drink sehr nett begrüßt. Die Lodge gefiel uns auf Anhieb! Das Personal war sehr freundlich und die Zimmer waren wirklich toll! Wir bekamen das Häuschen Nummer 11 mit dem Namen „Kudu“. Jedes Haus hat eine kleine Terrasse mit Blick auf ein Wasserloch, an dem während unseres Aufenthalts aber leider nicht viel los war. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit Relaxen und Surfen. Im Haupthaus der Lodge gab es kostenloses WLAN, welches wir bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse genossen.

Den Sonnenuntergang haben wir bei einem Dry Lemon vom „Sundowner Sofa“ der Lodge aus genossen. Dieses Sofa steht auf einer Düne, ungefähr 20 Minuten Fußweg von der Lodge entfernt.

Um 19:30 Uhr gab es im Haupthaus ein sehr leckeres Dreigangmenü zum Abendessen. Als Vorspeise gab es Spargel in Senfsauce und als Zwischengang einen Griechischen Salat. Die Hauptspeise war Oryxfilet mit Kartoffeln, glasierten Möhren und Kraut. Als Nachspeise gab es einen kleinen Boskop-Apfel in Rotweinsauce mit Joghurt.

Im Anschluss erhielten wir noch einige Informationen zu unserem gebuchten „Trans Kalahari Walk“, auf den wir uns am folgenden Morgen begeben wollten.

Zurück auf dem Zimmer haben wir noch schnell unsere Rucksäcke für den kommenden Tag gerichtet und sind dann müde ins Bett gefallen.

Tag 1: Windhoek

Windhoek, Namibia

Wir sind in Afrika! Und alles lief wie am Schnürchen: zügige Einreise, die Koffer schon auf dem Band, am Geldautomaten in der Wartehalle problemlos Geld abgehoben und eine Prepaid-Karte fürs Handy inklusive Datentarif besorgt. Nur auf unser Auto mussten wir leider eine Stunde warten, weil wir es erst für 8:00 Uhr angemietet hatten. In dieser Zeit konnten wir allerdings ein leckeres Omelette im Café am Flughafen frühstücken und E-Mails checken.

Gestärkt konnten wir endlich unseren Mietwagen übernehmen. Wir durften für die kommenden 23 Tage einen weißen Hyundai Tucson unser Eigen nennen. Er hatte erst 36700 Kilometer auf dem Tacho und nur wenige Macken. Als Besonderheit verfügte er über eine Rückfahrkamera, deren Bild im Rückspiegel eingeblendet wurde. Insbesondere morgens funktionierte sie leider meist erst im zweiten Anlauf, war jedoch ein willkommenes Extra.

Nach der Einweisung machten wir uns vorsichtig im Linksverkehr auf den Weg nach Windhoek. Der Flughafen Hosea Kutako liegt ungefähr 40 Kilometer außerhalb. Das Fahren auf der „falschen“ Straßenseite war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Zum Glück war sehr wenig Verkehr, so dass sich Jens in Ruhe darauf einstellen konnte.

Gegen 10 Uhr erreichten wir die Pension Palmquell. Wir hatten Glück und konnten sofort unser Zimmer beziehen. Nach einem kurzen Nickerchen und einer erfrischenden Dusche wollten wir vor der im Vorfeld gebuchten Stadtrundfahrt noch eine Kleinigkeit zu Mittag essen. In der Pension gab es leider nichts, aber man schickte uns zu Andy’s, das nicht weit entfernt war. Allerdings dauert die Fahrt auf der „verkehrten“ Straßenseite doch etwas länger. Vor allem beim Rechtsabbiegen muss man unheimlich aufpassen. Das Essen, Gyros mit Reis, war recht lecker und günstig.

Um 15 Uhr wurden wir von Carsten Möhle zur Stadtrundfahrt abgeholt. Der Mann ist echt ein Original mit unheimlich viel Wissen über Namibia, dessen Geschichte und seine Bewohner. Die Stadtrundfahrt ist auch wegen des Fahrzeugs ein echtes Erlebnis. Ein alter Land Rover, der laut Herrn Möhle „nie richtig ganz, aber auch nie richtig kaputt“ ist. Derzeit sprang wohl immer wieder der zweite Gang raus.
Zuerst ging es vorbei am Regierungspalast über eine unbefestigte Straße auf einen Hügel mit Telegrafenmast, von dem man einen herrlichen Blick über Windhoek hat. Wir genossen bei kalten Getränken die Aussicht und erhielten viele Informationen über die Stadt und ihre Geschichte. Auf dem Rückweg haben wir sogar ein Paar Paviane am Straßenrand gesehen.
Dann führte unser Weg durch die Stadt, vorbei an der Christuskirche, dem Reiterdenkmal und dem Tintenpalast nach Katutura, dem Wohnviertel der Schwarzen. Dieses Viertel wurde in den 50iger Jahren vom südafrikanischen Apartheidsregime geplant und gebaut. In diesem alten Teil von Katutura stehen richtige Häuschen mit Anschluss an die Kanalisation. Dahinter wächst jedoch stetig die Zahl der Wellblechhütten. Die Bewohner sind sehr freundlich, winken, rufen und die Kinder versuchen auf das Auto aufzuspringen. Laut Herrn Möhle sehen sich die Bewohner von Katutura im Vergleich zu denen auf dem Land als Gewinner. Es gibt Hütten und Verschläge, die z.B. als Friseur, Bar oder Shop gekennzeichnet sind.
Zum Abschluss sind wir zum Goreangab-Reservoir gefahren und haben beobachtet, wie in der Stadt die Lichter angingen. Auf der Rückfahrt sind sicherlich 20 Kinder auf den Land Rover aufgesprungen. Für sie ist es wie eine Achterbahnfahrt und am Ende reißen sie sich um die Eiswürfel aus der Kühlbox.
Wir sind froh, die Stadtrundfahrt bei Bwana Tucke-Tucke und insbesondere mit Carsten Möhle als „Stadterklärer“ gemacht zu haben. Die Fahrt im offenen Land Rover war wirklich ein kleines Abenteuer.

Zum Abendessen waren wir in Joe’s Beerhouse, dem wohl bekanntesten Lokal in Windhoek. Wir saßen an einem Tisch mit Bwanas Reisegruppen in einer ruhigeren Ecke des Lokals und konnten so noch ein paar Tipps für unsere Reise ergattern.
Das Essen war wirklich sehr lecker. Wir hatten uns beide für das Bushman Sosatie entschieden, einem Spieß mit fünf verschiedenen Fleischsorten: Hühnchen, Krokodil, Zebra, Kudu und Strauß. Am besten schmeckten uns Zebra und Strauß. Das Fleisch war sehr zart und auch die süßen Maisfladen waren sehr lecker.

Durch die Einweisung von Bwanas Reisegruppen waren wir erst gegen 23 Uhr zurück im Hotel, wo wir gleich total fertig ins Bett gefallen sind.

Pension Palmquell

Sehr günstige Lage zum Flughafen und nur ca. zwei Kilometer von der Maerua Mall entfernt. Nette, ruhige Anlage mit bewachtem Parkplatz im Hof, sehr freundliches Personal. Unser Zimmer war sehr geräumig mit großer Terrasse. Reichhaltiges Frühstücksbuffet. Kein Mittagessen (auch keine Snacks).

Joe’s Beerhouse

Tolle, urige Kneipen-Atmosphäre. Leckeres Essen. Rappelvoll, Reservierung zu empfehlen.

Hinreise und Ankunft in Windhoek

Air Namibia Airbus A340-300

Die Anreise mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen war problemlos und pünktlich. Kommt bei der Bahn ja nicht immer vor. Da wir bereits am Vorabend online bei Air Namibia eingecheckt hatten, waren wir unsere Koffer innerhalb von drei Minuten los. An den benachbarten Schaltern, für die Reisenden ohne Online Check-In, war hingegen eine ordentliche Schlange. Im Vergleich zu unseren beiden USA-Reisen wurden wir auch nicht gefragt, was wir an elektronischen Geräten mitführen und wer unser Gepäck bepackt habe.

Nach einem schnellen Abendessen bei McDonald’s, mit Blick auf die Start- und Landebahn, sind wir durch die Pass- und anschließend durch die Sicherheitskontrolle zum Wartebereich vor dem Gate. Das Personal an der Sicherheitskontrolle war sehr nett. Katja wurde vom Zufallsalarm erwischt und Jens musste mit unserem Fotorucksack zur Sprengstoffkontrolle. Die Wartezeit bis zum Boarding vertrieben wir uns mit Facebook und der Aussicht auf das Vorfeld.

An Bord des älteren Airbus von Air Namibia gab es kurz nach dem Start erst mal „Full Bar Service“, mit einer großen Auswahl an alkoholischen Getränken. Anschließend gab es zum Abendessen die Wahl zwischen Chicken oder Beef, wobei Katja das letzte Chicken ergattern konnte. Nach dem Abendessen wurde der Film Midnight in Paris gezeigt. Nicht ganz unser Geschmack. Leider haben wir trotz Nachtflug nicht so gut geschlafen. Die Aufregung, was einen in Namibia alles erwartet, war wohl doch zu groß. Um vier Uhr war die Nacht dann auch schon vorbei. Das Licht wurde eingeschaltet und kurz danach gab es ein etwas gewöhnungsbedürftiges Frühstück: Senf-Salami-Brötchen und Joghurt.

Gegen 5:45 Uhr landeten wir auf dem Hosea Kutako International Airport in Windhoek. Nach dem Aussteigen gingen wir über das Rollfeld zum Terminal und beobachteten dabei die wunderschöne Morgendämmerung. Die Einreise ging anschließend recht zügig vonstatten. Es wurden keine Fingerabdrücke genommen. Sehr freundlich war die Beamtin leider nicht.