Tag 3: Cameron – Holbrook

Mittwoch, 17.10.2012

Leider können wir auch heute wieder nur bis fünf – halb sechs schlafen. Irgendwann sollte der Jetlag doch vorbei sein?! Wir frühstücken Bagels mit Marmelade auf dem Zimmer und genießen dabei den Blick auf die Little Colorado River Gorge im Sonnenaufgang.

Über die Highways 89 und 160 fahren wir anschließend nach Tuba City. Ab hier geht es über die 264 weiter Richtung Blue Canyon. Die letzten ca. 25 Kilometer müssen wir über eine unbefestigte Straße fahren, um zum dorthin zu gelangen. Die ersten gut zwanzig Kilometer auf dieser Dirt Road lassen sich super fahren. Danach ist für uns leider Schluss. Die Straße geht steil bergab und ist sehr sandig. Wir sind uns unsicher, ob wir diesen Hügel später wieder hochkommen würden. Da es bis zum Ziel nur noch 2,5 Kilometer sind, parken wir das Auto neben der Straße und gehen den Rest lieber zu Fuß.

Dies ist eine gute Entscheidung, denn gleich nach dem Hügel müssen wir ein sehr sandiges Flussbett durchqueren. Das hätten wir ohne 4WD eher nicht geschafft. Auf dem Weg haben wir den Blue Canyon bzw. die roten Zipfelmützen immer vor Augen und erreichen nach ca. 25 Minuten die Ersten.

Die roten Steine mit den weißen Streifen und dem weißen Stein darunter sind wirklich sehr schön! Mit der Zeit erkennen wir immer mehr Figuren im Stein, Vögel, Boxhandschuhe und natürlich die ehemaligen „Five Padres“, von denen leider nur noch drei stehen.
Nach ungefähr 1,5 Stunden machen wir uns langsam auf den Rückweg zum Auto. Auf halber Strecke kommt uns ein Pickup mit einem Native entgegen. Er stoppt und fragt, ob wir ein Permit bzw. einen einheimischen Guide hätten. Das Hopi-Land, auf dem wir uns befinden, dürfe nur mit Guide betreten werden. Auch als wir die Anwesenheit eines Guides verneinen, bleibt der Native sehr freundlich und bittet uns lediglich zu gehen, was wir ohnehin vorhatten. Da haben wir nochmal Glück gehabt!

Vor der Reise konnten wir im Internet keine eindeutige Information finden, ob man ein Permit braucht oder nicht und wo man es ggf. erwerben kann. Auch war an der Straße, die wir ja gut zwanzig Kilometer gefahren sind, kein Hinweisschild zu finden, dass man ein Permit oder dergleichen braucht.

Zurück am Auto verschnaufen wir nur kurz und machen uns zügig auf den Rückweg zur Hauptstraße, ehe der nächste Native auftaucht. Unbehelligt erreichen wir den Highway 264 und fahren nach Süden in Richtung Winslow.

Die Strecke führt anfangs ganz nett über Mesas, vorbei an meist unordentlichen und wenig einladenden kleinen Siedlungen. Irgendwann wird die Landschaft immer eintöniger und die Strecke zieht sich. In Ermangelung eines Rastplatzes essen wir unsere Bagels im Auto. In Winslow biegen wir auf die Interstate 40 ab, auf der wir bis Holbrook fahren. Dort finden wir ohne Probleme ein günstiges Motel – mit allerdings recht kleinem Zimmer.

Da es erst früher Nachmittag ist, beschließen wir noch einen kurzen Abstecher in den Petrified Forest National Park zu machen. Wir fahren direkt zur Blue Mesa und wanden im Abendlicht den dortigen kurzen Rundweg. Eine irgendwie unwirkliche Landschaft, mit bläulich-lilafarbenen Felsen, auf denen zum Teil versteinertes Holz liegt.

Zurück in Holbrook entscheiden wir uns für das Abendessen in das Butterfield Stage Steakhouse zu gehen. Katjas Steak und Jens Rippchen sind ganz lecker. Im Motel sichern wir noch schnell unsere Fotos. Wieder ist ein langer, aber schöner Urlaubstag zu Ende.

Gefahren: 278,2 Meilen
Gewandert: 6,4 Kilometer im Blue Canyon

Tag 2: Williams – Cameron

Dienstag, 16.10.2012

Heute haben wir ganz gut geschlafen, so bis fünf Uhr. Dann sind die Nachbarn wach, und wir leider auch. Gegen sechs Uhr geben wir es auf und machen uns abreisefertig.

Zum Frühstücken wird uns an der Rezeption das Pine Country Restaurant empfohlen. Dort wir werden nicht enttäuscht. Das Omelette und das Rührei mit Chorizo schmecken sehr lecker. Gut gestärkt geht es dann zum ersten Mal tanken, was mit der deutschen Postleitzahl als ZIP-Code ohne Probleme funktioniert. Bevor wir Williams in Richtung Grand Canyon verlassen, stoppen wir noch für ein paar Fotos an der Grand Canyon Railroad.

Danach fahren wir gemütlich Richtung Grand Canyon National Park. In Tusayan, kurz vor dem Park kaufen wir im IMAX Theater unseren America the Beautiful Pass und stöbern ein bisschen im Shop. Dann geht es in den Nationalpark. Zuerst statten wir dem Visitor Center und dem Shop einen kurzen Besuch ab. Da es noch recht früh am Tag ist, beschließen wir, ein Stück den Rim Trail zu laufen. Also schnüren wir zum ersten Mal in diesem Urlaub unsere Wanderschuhe, packen Sandwiches und Wasser in den Rucksack und marschieren los.

Wir starten am Mather Point und wandern nach Westen. Zunächst sind auf dem asphaltierten Weg viele Leute unterwegs, zwischen den einzelnen View Points nimmt der Verkehr aber mehr und mehr ab. An der Bright Angel Lodge ist eine Baustelle, so dass wir durch den Komplex laufen müssen, um weiter zu kommen.

Hinter der Bright Angel Lodge ist der Weg deutlich hügeliger und steiler, weshalb nochmals weniger Leute unterwegs sind. Auf einer Bank, mit Blick auf die Wanderer, die sich den Bright Angel Trail aus dem Canyon hochschleppen, picknicken wir unsere Sandwiches. Danach wandern wir mit immer wieder neuen Ausblicken weiter bis zum Hopi Point.

Am Hopi Point besteigen wir einen Shuttle Bus, der uns via Hermits Rest, dem westlichsten Aussichtspunkt im Nationalpark, zur Bright Angel Lodge zurückbringt. Hier müssen wir den Bus wechseln, um zum Parkplatz am Visitor Center zurückzugelangen.

Wieder am Auto ist es schon halb fünf. Wir fahren dann mit einigen Fotostopps den East Rim Drive Richtung Parkausgang. Leider sind wir für den Sonnenuntergang am Desert View Point etwas zu spät.

Der Weg vom Parkausgang bis Cameron zieht sich in der einbrechenden Dunkelheit ziemlich in die Länge. In der Cameron Trading Post angekommen beziehen wir unser nettes Zimmer im ersten Stock und duschen schnell. Im Restaurant der Lodge gibt es dann Navajo Stew (Eintopf) und Navajo Burger zum Abendessen. Ziemlich geschafft fallen wir schließlich ins Bett.

Gefahren: 117,2 Meilen
Gewandert: 9,5 Kilometer entlang des West Rim Trail des Grand Canyon

Tag 1: Las Vegas – Williams

Montag, 15.10.2012

Dank Jetlag haben wir diese Nacht leider nicht so viel geschlafen. Gegen halb sechs geben wir es auf und gehen erst mal duschen.

Da sich bei uns beiden so langsam Hunger bemerkbar macht, gehen wir um die Ecke zu Denny’s zum Frühstücken. Wir bestellen beide einen „Grand Slam“, mit Eiern, Speck, Hash Browns und Pancakes. Es ist wie immer mächtig lecker!

Gut gestärkt sortieren wir im Hotel unsere Taschen um, beladen das Auto und fahren zu Walmart in Henderson. Immer wieder erstaunlich, was man in einem Walmart Supercenter alles bekommt! Wir decken uns mit allem nötigen ein: Wasser, Canada Dry, Starbucks Kaffee, Bagels und vielem mehr.

Katja bei Chipotle

Katja bei Chipotle

Nur ein kleines Stück weiter ist ein Chipotle. Diese Fastfood-Kette hatten wir vor schon zwei Jahren lieben gelernt und so werden wir natürlich wieder schwach! Aufgrund des mächtigen Frühstücks teilten wir uns einen der superleckeren Chicken Burritos. Leider befinden sich auf unserer diesjährigen Strecke nur in Las Vegas Chipotles, so dass wir jetzt wieder drei Wochen auf den nächsten Burrito warten müssen.

Via Boulder fahren wir zum Hoover Dam, wo wir auf recht große Menschenmassen treffen. Wir quälen uns im Schritttempo über die Staumauer. Auf der anderen Seite halten wir an zwei View Points für ein paar Fotos und fahren dann im Schneckentempo wieder zurück. Die neue Bypass-Brücke ist ein echt gewaltiges Bauwerk! An einem kleinen Turnoff, von dem wir prima den Damm und die Brücke überblicken können machen wir einige Panorama-Aufnahmen.

Wir nehmen die Bypass-Brücke und schon sind wir in Arizona. Der Highway 93 führt uns ziemlich gerade nach Kingman und ist super zu fahren. Tempomat rein, Countrymusik an und gemütlich gen Süden fahren. Das ist USA-Feeling!

Es ist schon Nachmittag, als wir Kingman erreichen. Daher halten wir uns hier nicht auf, sondern biegen direkt auf die alte Route 66 ab. Diese verläuft hier anfangs sogar vierspurig in einem Bogen nach Seligman. Unterwegs halten wir am Milepost 66, um einen Geocache zu loggen und ein Foto zu schießen, sowie am bekannten Hackberry General Store. Parallel zur Route 66 verläuft immer wieder die Santa Fe Railroad, auf der wir einige beeindruckend lange Züge bestaunen können.

In Seligman kehren wir zum Abendessen in Westside Lilo’s Cafe ein, auf das wir durch die ZDF-Dokumentation „Einmal Wilder Westen und zurück“ aufmerksam geworden waren. Die Burger dort sind ganz lecker. Danach machen wir noch ein paar Fotos und brausen über die I40 nach Williams. Hier finden wir schnell ein Zimmer im Motel 6. Das Motel stellt sich leider als etwas hellhörig heraus. Ein oder zweimal können wir die Züge der Santa Fe Railroad hupen hören und man hat fast das Gefühl, als führen sie durchs Zimmer. Trotzdem schlafen wir müde und geschafft vom Tag schnell ein.

Gefahren: 245,8 Meilen

Hinreise

Sonntag, 14.10.2012

Gegen 5:30 Uhr reißt uns der Wecker aus dem Schlaf. Schnell sind wir geduscht und angezogen. In Windeseile packen wir die letzten Sachen in unsere Reisetaschen. Weil es schnell gehen muss, gibt es zum Frühstück nur einen Kaffee und Müsli.
Während des Frühstücks werfen wir immer wieder kritische Blicke aus dem Fenster. Es regnet in Strömen. Ausgerechnet darauf waren wir nicht vorbereitet. Eigentlich wollten wir mit der S-Bahn zum Flughafen fahren.
Nach kurzer Überlegung, ob die Zeit reichen würde, das Gepäck wetterfest zu verpacken oder Katja samt Gepäck mit dem Auto zum Bahnhof zu bringen, entscheiden wir uns spontan für ein Taxi. Natürlich haben wir beide keinen Schimmer, wo wir zur Bestellung eines solchen anrufen müssen. Katja kramt ein altes Exemplar des Örtlichen hervor. Nachdem der erste Versuch bei einem lokalen Unternehmen jemanden auf einer Festnetznummer zu Erreichen fehlgeschlagen ist, erinnert sich Jens an die App myTaxi, die er seit geraumer Zeit ungenutzt auf seinem iPhone hat. Während der Starts der App überschlagen sich die Gedanken: „Hoffentlich funktioniert das auch und man muss sich da jetzt nicht noch kompliziert anmelden!?! Was kostet der Spaß eigentlich?!?“. Erstes Aufatmen: Außer Vor- und Nachname sowie einer Telefonnummer benötigt man keine weiteren Angaben zur Benutzung. Etwas unsicher, wie denn die Bedienung konzipiert ist, tasten wir uns in der App voran. Mutig wählen wir den prominenten gelben „T“-Knopf und bestellen ein Taxi für 7:00 Uhr zum Flughafen. Die kostenpflichtige Option „Flughafenfahrt“ sparen wir uns. Wofür sie auch immer gut sein mag?! Sogleich wird uns ein Fahrer zugewiesen. In der App können wir nun auf der Karte mitverfolgen, wie er sich auf den Weg zu uns macht. Weiterhin sind über sein Fahrer-Profil Name, Foto und Fahrzeugtyp ersichtlich. Das schafft Vertrauen, dass wir jetzt noch rechtzeitig trocken zum Flughafen schaffen.
Pünktlich steht das Taxi dann auch vor der Tür. Schnell sind unsere Reisetaschen und Rucksäcke eingeladen. Was wir in den folgenden Minuten erleben, könnte einem Hollywood-Streifen entsprungen sein. Der Fahrer fragt uns, wie wir am Besten zum Flughafen kommen, doch davon haben wir keinen blassen Schimmer. Also startet er sein On-Board Navigationssystem und versucht den Flughafen per Spracheingabe als Ziel einzugeben. Der Fahrer und wir sind unsicher, ob es wirklich notwenig ist, über die Autobahn zu fahren. Also entscheiden wir uns, entgegen dem Vorschlag des Navigationssystems, in Luftlinienrichtung Flughafen loszufahren, in der Hoffnung es würde nach wenigen Metern umplanen. Tatsächlich gibt es wenige Straßen weiter auch keinen Mucks mehr von sich. Einige Kilometer später, wir fahren gerade durch einen Kreisverkehr, fragt uns der Fahrer abermals, welche Ausfahrt wir Richtung Flughafen nehmen würden. Irritiert nehmen wir zur Kenntnis, dass er das Navigationssystem in der Zwischenzeit wieder abgeschaltet hatte. Was für eine Odyssee!

Am Flughafen machen wir uns gleich auf die Suche des Gepäckaufgabe-Schalters von Delta Airlines. Wie gewohnt müssen wir kurz vor dem Schalter noch ein paar Fragen der TSA zu unserer Reise und unserem Gepäck beantworten. Diesmal dürfen wir dies jedoch gemeinsam erledigen. Die Dame am Schalter macht uns freundlicherweise auch noch darauf aufmerksam, dass zusätzliche aufgegebene Gepäckstücke beim Rückflug bei Online-Buchung günstiger als am Schalter seien. Noch ein Grund mehr, am Vorabend den online Check-In zu machen.
Nachdem wir unser Gepäck aufgegeben haben, machen wir uns auf den Weg zur Sicherheitskontrolle und anschließend auf die Suche nach etwas zu Trinken für den Flug. Unser Geheimtipp ist der Getränkeautomat am linken hinteren Ende des Terminals. Dort kostet ein 0,5 l Softdrink „nur“ zwei Euro. Je weiter man jedoch in Richtung des rechten hinteren Endes des Terminals kommt, von wo auch später unser Flug starten wird, desto mehr kosten die Getränke an den Automaten.
Kurz vor dem Wartebereich zu unserem Gate ist noch eine Passkontrolle, die um die Uhrzeit jedoch noch nicht besetzt ist, so dass wir noch etwas warten müssen. Wir genießen die Aussicht auf das Rollfeld und nutzen die Gelegenheit etwas zu lesen.

Unser Flug mit Delta von Stuttgart nach Atlanta startet pünktlich. Unterwegs müssen wir uns wie immer zwischen: „Chicken or Pasta?“ entscheiden. Wir wählen das leckere Curry-Hühnchen. Die Filmauswahl ist leider eher mäßig, so dass die letzten drei Flugstunden kaum vergehen wollen.

Nachdem wir die Immigration schnell hinter uns gebracht haben, machen wir bei der Sicherheitskontrolle erstmals Bekanntschaft mit den berüchtigten Körperscannern. Man kommt sich schon etwas blöd vor, sich breitbeinig mit den Händen überm Kopf und dem verrotzten Taschentuch in der Hand durchleuchten zu lassen. Anschließend machen wir uns auf die Suche nach einer Mahlzeit und entscheiden uns für ein paar fade Wraps bei Great Wraps.

Der Flug nach Las Vegas zieht sich abermals in die Länge, auch wenn wir es schaffen etwas Schlaf nachzuholen.

Gegen 19:30 Uhr landen wir in Las Vegas und begeben uns nach der Gepäckausgabe direkt zum Rental Car Center. Es fällt uns schwer uns aus der Auswahl an SUVs zwischen einem Jeep und einem Nissan zu entscheiden. Letzten Endes wählen wir den fast neuen Nissan mit nur 1400 Meilen auf dem Tacho.

Im Rodeway Inn Las Vegas Convention Center, das wir schon auf unserer letzten USA Reise als ersten Übernachtungsort gewählt hatten, fallen wir nach einer schnellen Dusche gleich in den Tiefschlaf.

Unsere (geplante) Reiseroute

In 2012 reisten wir, wie auch schon in 2009 und 2010, wieder in den Südwesten der USA. Dieses Mal hatten wir jedoch endlich Glück bei der Permit-Lotterie für die Coyote Buttes North und konnten zwei der begehrten Permits für die Wave ergattern. Zusätzlich sicherten wir uns auch zwei Permits für die Coyote Buttes South.

Wie bereits in 2010, startete und endete unsere Reise in Las Vegas, Nevada. Am 14.10.2012 flogen wir mit Delta Air Lines von Stuttgart über Atlanta nach Las Vegas und am 06.12.2012, nach 22 unvergesslichen Urlaubstagen, auf umgekehrtem Weg wieder zurück. Unsere erste Nacht verbrachten wir wie gehabt im Rodeway Inn Las Vegas Convention Center, um dann schnellstmöglich die Großstadt hinter uns zu lassen.

http://www.katjen.de/wp-content/uploads/2014/10/route_usa-2012.kml

Unsere Reiseroute führte uns zunächst von Las Vegas, mit einem kurzen Abstecher zum Hoover Dam, über einen Teil der alten Route 66 nach Arizona zum Grand Canyon NP. In 2009 hatten wir dort bereits einen Helikopter-Rundflug gemacht, diesmal wollten wir ein Stück den Rim Trail entlang wandern. Unser nächstes Ziel war der Blue Canyon, der sich auf Indianerland befindet und, wie wir jetzt wissen, eigentlich nur mit einem Guide besucht werden darf. Anschließend nahmen wir uns einen ganzen Tag Zeit für den Petrified Forest NP, um neben der Besichtigung unzähliger versteinerter namenloser Baumstämme auch zur Onyx Bridge zu wandern.

Danach fuhren wir weiter nach New Mexico, einem für uns neuen Bundesstaat. Dort statteten wir den Outlets bei Santa Fe, dem Kasha-Katuwe Tent Rocks NM und dem Bandelier NM bei Los Alamos einen Besuch ab. Auch für die großartigen Bisti Badlands bei Farmington hatten wir einen ganzen Tag eingeplant.

Dann ging es weiter nach Utah. Nach einem Besuch des Natural Bridges NM und des Valley of the Gods stoppten wir in Hanksville. Hier erkundeten wir den Goblin Valley SP, den Little Wild Horse Canyon und das Wild Horse Window. In Escalante, unserer nächsten Station, wanderten wir zu den Calf Creek Falls und besuchten neben dem Devil’s Garden auch den Moqui Hill.

Zurück in Arizona folgten unsere persönlichen Highlights in der Umgebung von Page. Wir besuchten neben den Wahweap Hoodoos endlich auch die Coyote Buttes North mit der Wave und unternahmen eine geführte Tour zu den Coyote Buttes South und White Pocket.

Abschließend ging es zurück nach Las Vegas, wo wir den Urlaub gemütlich mit Shopping und dem Besuch von zwei Shows ausklingen ließen.

Herzlich Willkommen auf unserem Reiseblog!

Hier könnt Ihr die Reiseerlebnisse unserer Reisen durch den Südwesten der USA in 2009 und 2010 sowie unserer Rundreise durch Namibia in 2011 nachlesen. Derzeit stellen wir die Berichte unserer dritten Reise durch den Südwesten der USA in 2012 online. Auch wenn wir erst relativ spät dazu kommen, sind diese Blogbeiträge für uns eine schöne Erinnerung und deshalb die Mühe wert.

Unser Reisetagebuch könnt Ihr wahlweise direkt hier im Blog, per Feedreader oder per E-Mail mitverfolgen.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und freuen uns auf Eure Kommentare hier im Blog oder per E-Mail!

Katja & Jens

Tag 23: Düsternbrook – Windhoek und Rückreise

Leider war der Himmel morgens stark bedeckt, so dass wir leider keinen letzten schönen Sonnenaufgang in Afrika erleben durften. Wir verstauten die restlichen Sachen und gingen zum Frühstück. Danach konnten wir an der Rezeption problemlos bei Air Namibia online einchecken, unsere Sitzplätze wählen und die Bordpässe ausdrucken.

Die Reisetaschen waren schnell im Auto verstaut und wir machten uns auf den Weg Richtung Windhoek. Jens ließ es sich nicht nehmen, eine der drei Wasserdurchfahrten auf dem Weg zur B1 dreimal zu machen – für Foto- und Videoaufnahmen. Die letzten Kilometer afrikanische Pad hatten wir schnell hinter uns gebracht und fuhren auf der geteerten B1 nach Windhoek.

Auf Sightseeing in der Stadt hatten wir keine Lust, wir waren nach den wundervollen 23 Reisetagen einfach übervoll mit Eindrücken und Erlebnissen. Um uns die Wartezeit bis zur Autorückgabe einigermaßen sinnvoll zu vertreiben, gingen wir in die Maerua Mall. Dort hatten wir zu Beginn unserer Reise unseren ersten Einkauf erledigt. Wir parkten das Auto auf dem bewachten Parkplatz und bummelten eine Zeitlang durch die Geschäfte der Mall. Dabei entdeckten wir ein nettes Restaurant, in dem es auch kostenloses WLAN gab.
Also holten wir den Laptop aus dem Auto und vertrödelten die Zeit mit dem Hochladen von Fotos und brachten uns auf den neuesten Stand, was in der Welt so passiert war. Außerdem stärkten wir uns mit einem Sandwich (Katja) und Bobotie (Jens) sowie leckerem Cappuccino.

Kurz nach 15 Uhr verließen wir die Maerua Mall, tanken ein letztes Mal voll und fuhren zum Flughafen. Dort angekommen zogen wir uns im Auto noch schnell unsere lange Kleidung für das kalte Deutschland an und fuhren zur Fahrzeugrückgabe von Europcar. Die Rückgabe unseres Autos war schnell erledigt, die beiden Mitarbeiter hatten am Zustand nichts auszusetzen. Im Office gaben wir noch die Rechnung für die Reifenreparatur ab. Das Geld wurde tatsächlich ungefähr vier Wochen später unserer Kreditkarte gutgeschrieben.

Am Schalter für die Gepäckabgabe trafen wir das deutsche Paar wieder, mit welchem wir im Aabadi Mountain Camp an einem Tisch zu Abend gegessen hatten. Mit den beiden und einem weiteren Paar aus Deutschland verging die Wartezeit im Café des Flughafens bei einem letzten Appletiser und dem Austausch der Reiseerlebnisse sehr schnell.

Nach der Sicherheitskontrolle investierte Katja noch einige Namibia Dollars in zwei Flaschen Amarula. Während wir anschließend über das Rollfeld zum Airbus gingen, konnten wir einen letzten Blick auf den wunderschönen afrikanischen Sonnenuntergang werfen. Mit einigen Minuten Verspätung rumpelten wir dann über die Startbahn und winkten Namibia zum Abschied.

An Bord gab es zunächst Full Bar Service. Katja gönnte sich einen Amarula (mindestens ein Doppelter!). Zum Abendessen wählten wir beide das Game-Gulasch mit Rotkohl und Nudeln. An den Film können wir uns beide nicht erinnern. Stattdessen haben wir versucht so gut es geht zu schlafen. Kurz vor vier Uhr wurde dann das Licht wieder eingeschaltet und es wurde Rührei mit Würstchen und Kartoffeln zum Frühstück serviert.

Pünktlich um sechs Uhr landeten wir in Frankfurt. Die Passkontrolle war schnell erledigt und auch die Koffer waren zügig auf dem Band. Mit den beiden aus dem Aabadi Mountain Camp gingen wir dann zum Fernbahnhof, um den nächsten ICE nach Stuttgart zu nehmen. Die Wartezeit überbrückten wir zu viert in einem Café bei Cappuccino und Croissants. Leider mussten wir in Mannheim nochmals umsteigen, konnten aber zum Glück immer einen freien Vierer-Tisch finden. In Stuttgart trennten sich unsere Wege, wir spurteten zur S-Bahn und waren gegen zehn Uhr wieder zu Hause.

Düsternbrook Guest Farm

Kleine gemütliche Gästefarm in der Nähe von Windhoek. Von der Terrasse am Farmhaus hat man einen wundervollen Blick über einen Fluss und die umgebenden Hügel. Das Zimmer (Felsenhaus Nr. 1) ist einfach aber funktional eingerichtet und bietet von der eigenen kleinen Terrasse den Ausblick auf das Tal und den Fluss. Der Gastgeber und das Personal sind sehr freundlich und außerordentlich bemüht, einem einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen. Neben den bekannten Aktivitäten auf der Farm, wie der atemberaubenden Geparden- und Leoparden-Fütterung sowie dem Nature Drive, sind auch eine Reihe an Wandermöglichkeiten auf dem Farmgelände ausgeschildert.

Tag 22: Düsternbrook

Das Frühstück genossen wir gemeinsam mit Herrn Vaatz, dem Farmbesitzer, und den anderen Gästen auf der Terrasse des Farmhauses. Es gab unter anderem leckeres selbstgebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade.

Nach den Tagen im Auto im Etoscha verspürten wir Bewegungsdrang. Daher wollten wir am Vormittag gerne etwas zu Fuß unternehmen, bevor wir am Nachmittag bei der Raubtierfütterung und eventuell beim Nature Drive wieder im Fahrzeug sitzen würden. Herr Vaatz empfahl uns, den Andreas Dam Walk zu wandern. Mit etwas Glück könnten wir vom Dam aus die Flusspferde beobachten.

Auf Düsternbrook gibt es eine Reihe an ausgeschilderten Wanderrouten, von kurzen Spaziergängen bis hin zu Halbtageswanderungen. Zu jeder Route kann man sich an der Rezeption einen Informationszettel mit einer Karte und Hinweisen mitnehmen, damit man sich gut zurechtfindet.

Wir beschlossen dem Rat des Hausherrn zu folgen und machten uns auf zum Andreasdamm. Der Weg führte zunächst an einem Feldweg entlang, auf dem wir einige Impalas beobachten konnten. Danach ging es weiter zwischen Büschen, Bäumchen und Felsen hindurch Richtung Damm. Unterwegs scheuchten wir eine kleine Herde Oryx auf. Vom View Point am Damm konnten wir die dort lebenden Flusspferde immer wieder kurz auftauchen sehen.

Leider war das Wetter an diesem Tag nicht so gut. Es war sehr bedeckt und ein frischer Wind wehte. Zum Wandern war das allerdings ganz angenehm. Am Damm fing es leider leicht an zu tröpfeln, weshalb wir nicht länger verweilten und uns langsam auf den Rückweg machten. Den mussten wir zunächst ein wenig suchen, da der Weg an dieser Stelle nicht immer deutlich markiert war. Unterwegs beobachten wir an einer Felswand einige Rock Dassies. Mittlerweile kam hin und wieder auch die Sonne raus.

Das letzte Stück des Weges wollten wir am Fluss entlang zurücklaufen. Nach kurzer Zeit kamen wir im Gebüsch am Fluss jedoch nicht weiter. Wir fanden zwar eine Stelle, an der wir den Fluss überqueren konnten, waren dann aber unsicher, ob wir bei der Farm wieder auf die andere Seite kämen. Deshalb gingen wir wieder zurück und benutzen den ausgeschilderten direkten Weg zurück zur Farm.

Der Weg führte direkt an den Gehegen der Leoparden und Geparden vorbei. Zwei Geparden lagen tatsächlich nur wenige Meter hinter dem Zaun und beobachteten uns. Im ersten Moment waren wir unschlüssig, ob sie wirklich im Gehege waren oder nicht. An der Stelle grenzten nämlich zwei Gehege aneinander, nur wir hatten das zweite Gehege, in dem sie sich befanden, nicht richtig wahrgenommen. Daher vermuteten wir sie zunächst hinter dem ersten Gehege im Freien und waren etwas erschrocken. Nachdem wir unseren Fehler bemerkt und uns wieder beruhigt hatten, beobachteten wir sie einen Moment, bevor wir weiter gingen.

Zurück am Farmhaus gönnten wir uns ein leckeres Sandwich zur Stärkung. Anschließend fingen wir schon einmal an, ein paar Sachen in den Koffern zu verstauen. Danach gingen wir auf die Cats Unlimited Tour. Im Rahmen dieser Tour fährt man im offenen Fahrzeug in die Gehege jeweils eines Leoparden und zweier Geparden und kann diese bei ihrer Fütterung aus der Nähe beobachten.

Zuerst fuhren wir mit zwei Fahrzeugen in das Leoparden-Gehege von Leopard „Teddy“. Einer der Guides deponierte Fleisch auf einem Baum. Teddy kletterte beeindruckend schnell auf den Baum und machte sich über das Fleisch her. Danach sprang Teddy wieder herunter und wurde mit weiteren kleinen Fleischbrocken gefüttert. Der Guide warf ihm die Stückchen zu, zum Teil konnte Teddy sie bereits im Flug fangen. Ein wirklich sehr schönes, elegantes Tier.

Im Anschluss fuhren wir in das Gehege der beiden Geparden, die wir bereits am Vormittag gesehen hatten. Die zwei Geparden folgten dem Auto, bis wir auf einer Anhöhe an einem größeren Platz hielten. Hier wurden ihnen die Fleischbrocken zugeworfen. Die Tiere bewegten sich so schnell, dass das Fotografieren nicht einfach war. Wenn der Guide kein Fleisch mehr warf, winselten die Geparden wie kleine Hunde, um im nächsten Moment laut zu fauchen.

Die ganze Tour dauerte ungefähr 50 Minuten. Auch wenn alles recht schnell vorbei war, hat es uns gut gefallen.

Nach einer kurzen Pause starteten wir zum Afternoon Game Drive über das Farmgelände. Wir konnten zum Abschied nochmal viele Antilopen, Warzenschweine, Gnus und sogar ein Nashorn bewundern. Dies fühlte sich anscheinend durch die beiden Fahrzeuge gestört und lief unruhig im Gebüsch umher, bis es endgültig verschwand. Zu Fuß hätten wir ihm nicht begegnen wollen.

Zum Abschluss der Fahrt hielten wir in der Nähe des Damms am See. Von dort konnten wir bei einem Sundowner die vier Hippos beobachten, ein Männchen, zwei Weibchen und ein Jungtier. Leider kam keins der Tiere ganz aus dem Wasser, aber sie rissen immer wieder ihre Mäuler weit auf.

Zurück im Zimmer setzen wir das Packen unserer Koffer bis zum Abendessen fort – wie immer kein einfaches Unterfangen. Vor allem die Souvenirs mussten gut und sicher verstaut werden. Das Abendessen fand erneut in einer netten Runde statt, so dass wir an unserem letzten Abend wesentlich länger sitzen blieben als geplant. Als Vorspeise gab es leckerer Quiche, danach Oryx-Schnitzel mit Karotten, Reis und Salat. Zum Nachtisch gab es Pfannkuchen mit Marmelade. Herr Vaatz kümmerte sich redlich um alle Gäste und so verging die Zeit wie im Flug. Leider war auf der Farm der Amarula aus, so dass Katja darauf verzichten musste und wir uns ein zweites Savanna gönnten. Im Zimmer fielen wir dann ziemlich müde ins Bett.

Tag 21: Waterberg – Düsternbrook

Nachdem wir gemütlich gefrühstückt und ausgecheckt hatten, fuhren zum Friedhof in der Nähe der Rezeption. Hier liegen die deutschen Soldaten begraben, die am Waterberg während des Herero-Aufstands ums Leben kamen. Der Friedhof und die Gräber werden laut einem Schild von der Kriegsgräberfürsorge Namibia gepflegt. Leider konnten wir den dortigen Geocache nicht loggen, da wir uns entweder durchs Gestrüpp hätten kämpfen müssen oder über die Friedhofsmauer hätten klettern müssen. Da die Mauer jedoch schon etwas einsturzgefährdet wirkte, verzichteten wir lieber, schließlich wollten wir nichts beschädigen.

Also machten wir uns auf den Weg Richtung Windhoek, zur Düsternbrook Guestfarm, unserem letzten Quartier in Namibia. Auf dem Weg stoppten wir in Okahandja. Hier gibt es einen Craftsmarket, auf dem wir nochmals nach Souvenirs schauten. Die Verkaufsatmosphäre auf dem Markt war für uns viel angenehmer als in Swakopmund. Zwar wollte auch hier jeder Verkäufer, dass wir seinen „Shop“, meist eine einfache Bretterbude, besuchen. Jedoch durften wir uns darin alles in Ruhe ansehen und wurden nicht ständig bedrängt etwas zu kaufen. Wir erwarben noch einige Andenken, unter anderem einen großen Holzelefanten, der mittlerweile im Wohnzimmer auf der Kommode wacht. Danach fuhren wir weiter nach Düsternbrook.

Von der B1 mussten wir noch etwa 18 Kilometer über eine Pad zur Farm fahren. Auf diesen letzten Kilometern in Namibia hatten wir dann sogar noch Wasserdurchfahrten. Am ersten Bach stoppten wir und stiegen aus, um die Sache genauer in Augenschein zu nehmen. Geradeaus war das Wasser tiefer und voller großer Steine, aber rechts konnte man gut durchfahren. An dieser Stelle war das Wasser recht flach und wir konnten ohne Probleme auf die andere Seite fahren. Um dieses Erlebnis auf Video festzuhalten, fuhren wir noch zweimal durch den Bach. Dies war ja schließlich unsere erste Flussdurchfahrt. Kurze Zeit später standen wir erneut vor einem Fluss, der noch etwas tiefer als der Erste war. Wir konnten uns aber gut an den Fahrspuren der anderen Fahrzeuge orientieren. Beim dritten Bach sind wir schon gar nicht mehr ausgestiegen, und sind direkt durchgefahren.

Auf der Gästefarm Düsternbrook wohnten wir im Felsenhaus Nummer eins. Von der Terrasse hatten wir einen schönen Blick über den Fluss und die umgebenden Berge. Den restlichen Nachmittag genossen wir einfach die Aussicht und beobachteten dabei immer wieder Oryx, Paviane und Warzenschweine am Wasser. Das Chaos in unserem Zimmer, nachdem wir das Auto komplett ausgeräumt hatten, ignorierten wir einfach und genossen die Zeit.

Das Abendessen war dann so, wie wir es uns auf einer Gästefarm vorgestellt hatten. Alle Gäste und der Besitzer der Farm aßen zusammen an einer großen Tafel. Diese war sehr nett mit Kerzen und Petroleumlampen gedeckt und beleuchtet. Der Hausherr begrüßte alle Gäste persönlich und jeder stellte sich kurz vor. Das Essen war wirklich sehr lecker und unterhaltsam. Zur Vorspeise gab es Lachs auf Gemüse. Darauf folgte als Hauptspeise Game Gulasch mit gegrillten Auberginen, Nudeln und Salat. Als Nachspeise wurde ein Fruchtquark serviert. Während des Essen unterhielten wir uns sehr nett mit den anderen Gästen und dem Gastgeber, der sich redlich um das Wohl aller Gäste bemühte. Wir waren erstaunt, dass er neben Englisch und Deutsch auch sehr gut Französisch sprach.

Waterberg Restcamp

Schöne Anlage mit vielen Grünflächen. Wir hatten eine einfach eingerichtete Haushälfte mit Kühlschrank sowie Küchenarbeitsfläche, Carport, kleiner Terrasse und gemauerter Grillstelle. Das Restaurant befindet sich in dem sehr schönen Gebäude der ehemaligen Polizeistation am Waterberg. Das Personal war manchmal etwas verhuscht aber trotzdem immer sehr freundlich und aufmerksam. Das Essen war zwar nicht perfekt, aber um einiges besser als in Okaukuejo und Halali.

Tag 20: Waterberg

Diesen Tag ließen wir ausnahmsweise ruhiger angehen und schliefen etwas länger. Nach einem gemütlichen Frühstück buchten wir an der Rezeption den Game Drive auf das Waterberg Plateau am Nachmittag, in der Hoffnung ein paar Wasserbüffel zu sehen.

Anschließend schnürten wir unsere Wanderschuhe und machten uns auf dem Mountain Trail hinauf auf das Plateau. Der Weg führte zunächst durch grünen Wald und Busch. Erstaunlich, wie groß und grün die Vegetation zum Teil war. Der letzte Teil des Weges verlief über Felsen, wobei man manchmal fast klettern musste. Mittlerweile war es recht warm geworden und wir waren froh, ausreichend Wasser mitgenommen zu haben.

Vom View Point hatten wir einen phantastischen Blick über die scheinbar endlos weite Ebene. Wir machten kurz Rast und genossen den Ausblick. In der Nähe konnten wir einen Pavian hören. Danach loggten wir einen Geocache, der oben auf dem Plateau versteckt ist, wobei uns wunderte, dass die Paviane die Dose noch nicht gefunden hatten. Beim Abstieg wählten wir einen anderen Weg, so dass wir noch einen weiteren Geocache loggen konnten.

Zurück im Zimmer war unsere letzte Handwäsche des Urlaubs angesagt. Danach gingen wir zum Mittagessen ins Restaurant. Das Waterberg Club Sandwich war wirklich sehr lecker und die Portion mit Pommes und Salat reichlich. Gut gestärkt fuhren wir zur Rezeption, wo um halb vier der Game Drive starten sollte.

Unser Guide war sehr freundlich und nach der Begrüßung startete die Fahrt im offenen LKW Richtung Waterberg. In diesem Gefährt gab es sogar Gurte, die wir aber nicht benötigten. Hätten wir die bloß mal in Twyfelfontein gehabt!

Zunächst fuhren wir eine Weile im Tal am Waterberg entlang, bis wir ein Tor erreichten. Dahinter führte eine befestigte Straße auf das Plateau hinauf. Oben hielten wir kurz an, um die Aussicht zu genießen. Dann setzten wir unsere Fahrt über die tiefsandigen Pisten fort. Irgendwie hatten wir uns das Waterberg Plateau nicht so sandig und auch nicht so stark bewachsen vorgestellt. Die Büsche und Bäume wuchsen teils so dicht und hoch, dass man die Tiere nur schwer erspähen konnte. Unser Guide schaffte es trotzdem Rappenantilopen (Englisch: Sable Antilope) aufzuspüren. Diese Antilopen findet man in Namibia nur am Waterberg und im Caprivi-Streifen.

Der nächste Stopp war an einem der beiden Wasserlöcher, an denen wir im Rahmen der Tour vorbeikamen. Diese Wasserlöcher kann man, im Gegensatz zu jenen im Etoscha, nicht vom Auto aus beobachten. Die Tiere am Waterberg sind einfach noch viel scheuer als im Etoscha. Daher mussten wir jeweils ein paar Meter durch eine Art Holztunnel zu einem Verschlag zu Fuß gehen. Die Unterstände liegen direkt am Wasserloch, wobei man auf Bänken sitzend durch einen schmalen Spalt rausschauen und -fotografieren kann.

Zunächst stand eine Rappenantilope am Rand des Wassers. Plötzlich sprang diese davon und wir konnten noch einen kurzen Blick auf ein Nashorn erhaschen. Leider verschwand es gleich wieder im Gebüsch. Der Wind stand wohl ungünstig und das Nashorn musste uns gewittert haben, denn alle Teilnehmer hatten wirklich keinen Mucks von sich gegeben.

Auf der Weiterfahrt über das Plateau konnten wir noch Giraffen und eine weitere Antilopenart sehen: Pferdeantilopen (Englisch: Roan Antilope). Auch diese gibt es nur im Caprivi oder eben am Waterberg.

Am zweiten Wasserloch war zunächst kein Tier zu sehen. Aber nach kurzer Wartezeit tauchte im Gebüsch etwas großes Dunkles auf. Es waren zwei Büffel, die gemütlich zum Wasserloch kamen. Sie tranken und verschwanden bereits nach wenigen Minuten wieder im Gebüsch.

Auf der Rückfahrt konnten wir nochmals kurz im Gebüsch Büffel ausmachen, die jedoch gleich davon sprangen. Im Licht der untergehenden Sonne verließen wir das Waterberg Plateau und fuhren zum Camp zurück.

Das Abendessen war wieder ganz ordentlich. Jens hatte erneut Oryx Steak mit Kartoffeln und Gemüse und Katja entschied sich für Kingklip mit Gemüse und Reis. Zum Nachtisch gab es wie am Vortag für Jens einen Fruchtsalat und für Katja einen Amarula.

Wir saßen dann nach dem Essen noch auf unserer Terrasse und genossen ein Savanna. Plötzlich bewegte sich etwas mit langem buschigen Schwanz im Licht unserer Taschenlampen. Mit Hilfe unseres Tierbestimmungsbuchs konnten wir es schnell als Kleinfleck-Ginsterkatze identifizieren. Da diese Tiere nachtaktiv sind, hatten wir wirklich Glück eine zu sehen. Nachdem Jens die Jagd nach drei größeren Spinnen im Zimmer erfolgreich beendet hatte, fielen wir müde ins Bett.