Tag 19: Namutoni – Waterberg

Unser letzter Morgen im Etoscha begann abermals früh. Wir wollten unser Glück erneut am Wasserloch Chudop versuchen, in der Hoffnung, das Löwenrudel wiederzusehen, das dort am Vortag kurz vor Sonnenuntergang im Gebüsch lag. Also haben wir uns mit dem Frühstück beeilt, und um kurz vor Sieben das Camp verlassen.

Am Wasserloch Chudop waren leider keine Löwen und auch ansonsten rein gar nicht los. Noch nicht einmal eine Giraffe ließ sich blicken, obwohl es in der Gegend um Namutoni nur so von Giraffen zu wimmeln schien, wie wir an dem Tag erneut feststellen durften. Wir entschlossen uns daher weiter zum Wasserloch Klein Namutoni zu fahren, wo auch einige Giraffen und Springböcke am Wasser waren.

Da es immer noch recht früh war, fuhren wir am Rand der Etosche-Pfanne weiter Richtung norden. An den Wasserlöchern Klein und Groot Okevi trafen wir abermals auf zahlreiche Giraffen. Am Wasserloch Tsumcor gesellten sich noch Zebras dazu. Auf der Rückfahrt nach Namutoni standen erneut viele Giraffen auf der Straße. Einige verzogen sich ins Gebüsch, andere blieben stehen, wenn wir langsam an ihnen vorbeirollten. Eine Giraffe fühlte sich durch uns jedoch so gestört, dass sie mit dem Hinterbein austrat. Zum Glück erst, als wir schon vorbei waren: Wie würde man sonst bloß so eine Delle seinem Autovermieter erklären? Wenige Kilometer vor Namutoni sahen wir vierzehn Giraffen neben der Straße. Wir fragten uns, ob sie wohl Jahreshauptversammlung in Namutoni hatten.

Wir checkten schnell aus und fuhren nochmal nach Chudop. Dort tummelten sich mittlerweile Kudus, Oryx und Warzenschweine. Wir beobachteten das Treiben eine Weile und konnten so sogar noch eine Elenantilope (Eland) sehen. Elenantilopen sind die größte Antilopenart und im Etoscha nicht sehr häufig.

Auf dem Weg zum Von Lindequist Gate beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher nach Klein Namutoni zu machen. Wir konnten uns nicht wirklich vom Etoscha trennen. Auf den letzten hundert Metern vor dem Wasserloch sahen wir etliche Giraffen und Zebras flüchten. Kurz darauf stürmte eine Elefantenherde ans Wasser. Es waren wieder einige junge Elefanten dabei. Wir beobachteten sie eine Weile beim Baden und trinken. Als die Elefanten das Wasser verließen und sich mit Staub puderten rissen wir uns widerwillig von dem Anblick los. Schließlich war es bereits halb zwölf und wir hatten noch einige Kilometer bis zum Waterberg vor uns.

Wir passierten ohne Probleme, aber schweren Herzens, das Von Lindequist Gate und fuhren auf der Teerstraße nach Tsumeb. Im dortigen Wimpy, einer Schnellrestaurant-Kette ähnlich Denny’s in Amerika, machten wir Rast. Wir stillten mit leckeren Burgern unseren Hunger und genossen einen Kaffee. Im Superspar nebenan füllten wir noch unsere Wasservorräte auf und setzten unseren Weg nach Süden fort.

Die Strecke bis zum Waterberg Plateau Park war zwar weit, aber bis auf die letzten Kilometer komplett geteert, so kamen wir zügig voran. Im Waterberg Restcamp bezogen wir unsere Haushälfte mit Carport. Das Abendessen war recht lecker, es gab Oryxsteak mit Gemüse und Kartoffeln. Als Nachtisch gönnte sich Jens einen Obstsalat und Katja einen Amarula.

Namutoni Rest Camp

Kleines ehemaliges Fort mit darum gebauten Unterkünften, welche mittels Stegen miteinander verbunden sind. Wir hatten ein sehr schönes Zimmer mit großem Bad inklusive Badewanne und Kühlschrank. Verschiedene Restaurants, von denen jedoch nur eines geöffnet hatte. Im Vergleich zu Okaukuejo und Halali gutes Abendessen.

Tag 18: Halali – Namutoni

Wir hatten bereits am Vorabend entschieden, nach dem Frühstück als Erstes zum Wasserloch Goas zu fahren, da dort öfter Raubkatzen anzutreffen sein sollen.

Löwen trafen wir am Wasserloch Goas keine, dafür nagten und rissen aber einige Hyänen an den Überresten eines toten Elefanten. Aus dem Namibia-Forum wussten wir, dass der Elefant schon Wochen vor unserer Abreise hier lag. Der Schädel war bereits komplett abgenagt, nur am Hinterteil spannte noch die verdörrte Haut über den Knochen. Wenn sich die leichte Brise legte, war der Gestank fast unerträglich.

Nachdem wir genug von den Hyänen und vom Gestank hatten, beschlossen wir zum zwei Kilometer entfernten Wasserloch Noniams zu fahren. Die Straße dorthin war in schlechtem Zustand, voller Löcher und Stufen. Auf halbem Weg rief Jens plötzlich: „Löwe“. Im gleichen Moment sprang dieser an der Beifahrerseite des Autos auf. Hatten wir uns erschrocken, der Löwe eingeschlossen! Zwei männliche Löwen lagen direkt neben der Pad unter einem Baum im Gras. Wenn man nicht wusste, wo sie lagen und sie sich nicht bewegten, konnten man sie kaum erkennen. Wir wendeten und beobachteten sie beiden eine ganze Weile. Die beiden ließen sich nicht stören und dösten ganz friedlich weiter. Irgendwann rissen wir uns los und fuhren wir weiter zum Wasserloch Noniams. Dieses stellte sich als ausgetrocknet heraus, was uns jedoch nicht weiter störte – wir waren ganz im Glück, dass wir die beiden Löwen gesehen hatten.

Wir fuhren zurück nach Halali. Der Zimmerservice war bereits voll im Gange. Leider hatte man den Schlüssel zu unserem Zimmer außen stecken lassen und einige weitere, zu den Nachbarzimmern, drinnen liegen lassen. Unsere Sachen waren zum Glück noch vollständig. Da weit und breit niemand zu sehen war, nahmen wir die Schlüssel an uns, beluden unser Auto und fuhren zur Rezeption zum Auschecken. Leider konnten die Angestellten unsere Entrüstung nicht verstehen, dass man so mit den Zimmerschlüsseln nicht umgehen könne.

Bevor wir uns auf den Weg Richtung Namutoni machten, schauten wir nochmals kurz bei „unseren“ Löwen am Wasserloch Noniams vorbei. Sie lagen immer noch an der gleichen Stelle und dösten. Zwei Autos, die kurz nach uns vorbeikamen, hätten die Löwen ebenfalls beinahe übersehen. Ab und zu öffnete einer der Löwen für einen Monet die Augen, ansonsten schienen sie sich überhaupt nicht an uns zu stören.

Viele Fotos später rissen wir uns von dem Anblick los und statten einigen weiteren Wasserlöchern sowie dem Etoscha Lookout einen Besuch ab. Diese endlos weite grau-weiße Fläche der Etoscha-Pfanne ist schon beeindruckend. Am Lookout war kein Wasser mehr in der Pfanne, aber der Morast verströmte einen unangenehmen Geruch.

An der Hauptstraße kurz hinter dem Etoscha Lookout hatten wir erneut Glück. Drei Löwen, ein Männchen und zwei Weibchen, lagen direkt neben der Pad. Wenn das Männchen nicht den Kopf gehoben hätte, wären wir auch an ihnen vorbeigebraust. Wir beobachteten sie eine Weile, bevor wir unseren Weg schweren Herzens fortsetzten.

Im Wasserloch Kalkheuwel tummelten sich Zebras und mehrere Adler am Wasserloch. Während wir diese beobachteten, kam plötzlich ein einzelner Elefant aus dem Gebüsch. Er beäugte uns misstrauisch, so dass wir ihm Platz machten. Dies schien ihn zufrieden zu stellen, er ging dann gemächlich zum Wasser und trank.

Im Namutoni Restcamp, einem ehemaligen Fort, bezogen wir unser Zimmer und stillten bei einem Sandwich am Pool unseren Hunger. Unser Zimmer war sehr geräumig und sehr schön eingerichtet. Von unseren Zimmern in den NWR Restcamps, war dieses definitiv das Luxuriöseste.

Gegen 16 Uhr brachen wir erneut zur Pirschfahrt auf. Wir wollten unser Glück zuerst am Wasserloch Chudop versuchen, welches nur wenige Kilometer von Namutoni entfernt liegt. Bei unserem Eintreffen tummelten sich mehrere Giraffen und Kudus am Wasser. Zwei Giraffenbullen kämpften miteinander. Es gab jedes Mal einen dumpfen Schlag, wenn sie mit ihren langen Hälsen aneinander schlugen. Mit der Zeit kamen immer mehr Giraffen dazu. Auch Zebras und diese Art Perlhühner stillten ihren Durst.

Nach einiger Zeit beschlossen wir, weiter zum Wasserloch Klein Namutoni zu fahren. Nur wenige hundert Meter hinter dem Wasserloch war jedoch Stau. Da lagen mindestens fünf Löwen, vorAllem einige jüngere, unter den Büschen wenige Meter neben der Straße. In der Hoffnung, dass die Löwen vielleicht Durst bekämen und diesen noch vor Sonnenuntergang am Wasser stillen würden, fuhren wir zurück zum Wasserloch Chudop und warteten. Leider ließ sich bis kurz vor Toresschluss keiner von ihnen blicken. Auf dem Rückweg zum Camp machten wir noch einen kurzen Fotostopp bei den Löwen. Gerne wären wir noch länger geblieben.

In Namutoni gab es, im Gegensatz zu Okaukuejo und Halali, kein Buffet zum Abendessen. Stattdessen konnte man aus jeweils drei verschiedenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen auswählen. Jens entschied sich für einen griechischen Salat mit Thunfisch, Katja für eine Gemüsesuppe. Zum Hauptgang hatten wir Kudu Steak mit Gemüse und Reis. Jens Fleisch war etwas trocken und faserig, sonst war das Essen aber recht lecker. Bei einem Savanna ließen wir diesen „Löwentag“ gemütlich ausklingen.

Halali Restcamp

Die Anlage wirkte etwas lieblos und erinnerte uns an einen riesigen Campingplatz. Unser Zimmer war innen jedoch sehr schön eingerichtet und mit einem Kühlschrank ausgestattet. Das Abendessen war deutlich besser als in Okaukuejo, allerdings mit kleinerer Auswahl. Der Viewpoint am Wasserloch gefiel uns sehr gut, auch wenn das Wasserloch bei unserem Besuch aufgrund der vorhergegangenen Buschfeuer leider nicht beleuchtet war.

Tag 17: Okaukuejo – Halali

An diesem Morgen waren wir bereits um kurz nach sechs Uhr beim Frühstück im Restaurant. Ungefähr 20 Minuten nach Öffnung der Tore (gegen 6:30 Uhr) waren wir schon auf dem Weg zu unserem ersten Wasserloch an dem Tag.

Am Wasserloch Nebrownii beobachteten wir eine Tüpfelhyäne beim Trinken, ansonsten waren keine weiteren Tiere zu sehen. Nach einem kurzen Fotostopp, Katja fand Hyänen nicht wirklich schön, fuhren wir weiter zum Wasserloch Gemsbokvlakte. Hier lagen bzw. standen zwei männliche Löwen. Leider beschlossen sie, bei unserer Ankunft aufzubrechen, so dass wir nur noch ihre Hinterteile aus der Entfernung zu sehen bekamen. Wir versuchten noch, sie auf der Straße ganz in der Nähe abzupassen, in deren Richtung sie getrabt waren, jedoch ohne Erfolg. Es ließ sich kein Löwe blicken. Also fuhren wir weiter nach zum Wasserloch Olifantsbad, wo jedoch gar nichts los war. Daher machten wir uns auf den Rückweg zum Camp.

In Okaukuejo checkten wir aus, bummelten ein wenig im Souvenirshop und besuchten nochmals das Wasserloch. Hier waren nur wenige Zebras und Springböcke zu sehen, also brachen wir auf Richtung Halali.

Das erste Wasserloch auf unserem Weg nach Halali war Homob. Außer Zebras und Antilopen war zunächst nichts zu sehen. Wir wollten schon weiterfahren, als plötzlich alle Tiere vom Wasser flüchteten. Löwen? Leoparden? Nein! Eine Herde Elefanten stürmte ans Wasserloch und vertrieb mit viel Getöse alle anderen Tiere. Ungefähr fünfzehn Elefanten, Mütter mit Jungtieren unterschiedlichen Alters, nahmen das Wasserloch in Beschlag. Sie tranken, badeten und bespritzten sich mit Schlamm. Besonders die beiden ganz kleinen Elefanten waren sehr süß und tapsig. Nach etwa einer halben Stunde zogen die Elefanten davon und wir weiter zum Wasserloch Salvadora.

Von dort aus hat man einen schönen Blick über die Etoscha-Pfanne. Leider waren keine Löwen zu sehen. Deshalb hielten wir uns dort nicht lange auf. Am Wasserloch Rietfontein trafen wir erneut auf eine große Herde Elefanten. Sicherlich 30 Tiere tranken und badeten. Die vielen Jungtiere spielten und jagten sich gegenseitig oder scheuchten die Vögel auf. Von diesem Treiben konnten wir uns über eine Stunde nicht losreißen. Nach einiger Zeit gesellten sich noch Giraffen und Springböcke dazu. Ein wunderschöner Augenblick.

Irgendwann, es war mittlerweile sehr heiß geworden, machten wir uns auf den restlichen Weg zum Halali Restcamp. Nach einem stärkenden Sandwich und einer kleinen Ruhepause liefen wir zum Wasserloch Moringa, das direkt am Camp liegt. Leider hatte ein Buschfeuer einige Tage zuvor teile der Befestigung und die Stromkabel zerstört, so dass es während unseres Besuchs nicht beleuchtet war. Daher durfte man auch nur bis Sonnenuntergang dort verweilen. An einigen Stellen gleich hinter dem Campingplatz kokelte es auch noch.

Der Viewpoint für das Wasserloch ist erhöht und mit Bänken auf den Felsen schön angelegt. Ein Teil ist auch überdacht. In der ersten Stunde passierte überhaupt nichts. Katja schrieb Tagebuch, Jens vertrieb sich die Wartezeit mit dem Aufbau des Stativs. Lediglich ein Gelbschnabeltoko ließ sich für einen Moment auf einem Ast über unseren Köpfen nieder.

Nach ungefähr einer Stunde tauchte im Gebüsch ein Nashorn auf. Es kam ganz gemütlich zum Wasserloch und stillte seinen Durst, um danach gleich wieder im Gebüsch zu verschwinden. Mittlerweile waren recht viele Leute am Viewpoint, alle warteten auf den Leoparden, der hier öfter zu beobachten ist. Leider ließ er sich nicht blicken.

Dafür kam pünktlich zum Sonnenuntergang eine Gruppe Elefanten zum Wasser. Diesmal war auch ein ganz kleiner Elefant dabei, der noch nicht mit dem Rüssel Wasser trinken konnte. Ein sehr schöner Anblick, im Licht der untergehenden Sonne.

In der Dämmerung tauchte erneut ein Nashorn auf und nach kurzer Zeit gesellte sich ein Zweites dazu. Leider war es mittlerweile schon sehr dunkel, so dass man kaum noch etwas sehen konnte, dafür aber hören. Die beiden Nashörner schienen sich nicht zu mögen, sie stampften und schnaubten ziemlich laut. Dank unserer Taschenlampen fanden wir den Weg zurück zum Camp ohne Probleme. Der Zugang zum Wasserloch war inzwischen von einem NWR-Mitarbeiter abgesperrt worden.

Das Abendessen in Halali war deutlich besser als in Okaukuejo. Die Auswahl an Vorspeisen war zwar recht klein, aber die Hauptspeisen waren warm und das Fleisch wurde frisch zubereitet.

Nach dem Essen sind wir früh ins Bett. Leider wurden wir eine halbe Stunde später von Schlüsselklappern und klopfen an der Tür geweckt. Wir haben natürlich nicht geöffnet, aber wie sich nach einem Anruf an der Rezeption herausstellte, war der Herr tatsächlich ein Angestellter des Camps. Es gab Probleme mit der Wasserversorgung und er wollte Wasser zum Zähneputzen vorbeibringen.

Okaukuejo Restcamp

Nette Anlage. Unser Zimmer (Standard) war geräumig und verfügte über einen Kühlschrank. Das Abendessen war eher schlecht, das Mittagessen hingegen ganz in Ordnung. Zum Frühstück konnte man schon vor der Öffnung des Tores und es gab die übliche Auswahl. Vom Zimmer waren wir in wenigen Minuten am beleuchteten Wasserloch, an dem sich meist viele Tiere tummeln.

Tag 16: Okaukuejo

Um sechs Uhr klingelte der Wecker, schließlich wollten wir zeitig los, um möglichst viele Tiere zu sehen. Die beste Zeit dazu ist morgens und abends, wenn es noch nicht oder nicht mehr so brütend heiß ist. Das gilt auch für das Fotografieren, da einem sonst das Hitzeflimmern über dem Boden die Bilder matschig erscheinen lässt. Also machten wir uns schnell fertig, gingen zum Frühstück und machten uns dann auf den Weg. Zuerst fuhren wir von Okaukuejo Richtung Norden zum Wasserloch Okondeka, da in der Umgebung dieses Wasserlochs öfters Löwen anzutreffen sein sollen.

Zunächst trafen wir auf die üblichen Verdächtigen: Springböcke, Zebras und auch einen Schakal. Auf halber Strecke nach Okondeka lag sie dann plötzlich da: eine Löwin, auf der Straße im Schatten eines der wenigen Bäume! Sie beäugte uns eher desinteressiert. Wir machten einige Fotos und beobachteten sie. Erst als wir langsam an ihr vorbeifuhren, musterte Sie unser Fahrzeug, ließ sich aber nicht stören – sie rutschte jedenfalls keinen Millimeter.

Auf dem weiteren Weg nach Okondeka und am Wasserloch selbst sahen wir leider keine weiteren Löwen. Nur Strauße, Schakale und Springböcke. Wir beschlossen zurück zu fahren und unser Glück in Richtung Olifantsbad und Aus zu versuchen. Auf dem Rückweg konnten wir noch einmal die Löwin sehen, die im hohen Gras von der Straße wegtrabte. Anscheinend war ihr der zunehmende Besucherverkehr zu viel geworden, denn mittlerweile parkten einige Autos am Straßenrand.

Die Strecke von Okaukuejo nach Olifantsbad war zum Teil recht holprig, weshalb man nicht so schnell vorankam. Nach kurzer Fahrt standen vier Giraffen neben der Straße. Nachdem wir angehalten hatten, überquerten sie diese direkt vor unserem Auto. Danach führte die Pad zum Teil durch verbranntes Gebiet. Im Etoscha hatte es etwa einen Monat vor unserem Besuch ein größeres Buschfeuer gegeben. Wir konnten jedoch sehen, dass bereits wieder das erste Grün spross. Wir beobachteten eine größere Herde Zebras, die über die verbrannte Fläche zog.

In Olifantsbad gab es leider keine Elefanten, dafür aber unsere ersten Kudus. Wirklich riesige Tiere mit mächtigen, gedrehten Hörnern. In Aus konnten wir eine Warzenschwein-Familie und Kuhantilopen (Red Hartebeest) beobachten. An beiden Wasserlöchern waren wir das einzige Auto. Man hörte nur die Blätter im Wind rauschen und hin und die Tiere umhertraben.

Auf dem Rückweg nach Okaukuejo sahen wir kurz hinter dem Wasserloch Nebrownii drei Elefanten neben der Straße. Es sind schon riesige Tiere, aber sie wirken irgendwie sehr friedlich. Wir beobachteten sie eine Weile. Als einer der Drei der Straße immer näher kam, fuhren wir weiter.

Zurück im Zimmer ruhten wir uns kurz aus und wuschen Wäsche. Dann schauten wir kurz am Wasserloch vorbei, wo sich lediglich einige Antilopen und Zebras tummelten. Also gingen wir zum Lunch, von dem wir nach dem eher mauen Abendessen wirklich positiv überrascht waren. Der Hauptgang, Gemüse mit Eland und Hühnchen vom Grill, wurde ganz frisch zubereitet und war wirklich lecker.

Nach einem kurzen, erholsamen Nickerchen wollten wir wieder los. Vorher mussten wir allerdings fast 20 Minuten an der Tankstelle warten – dort wurde sehr gemütlich gearbeitet.
Wir beschlossen unser Glück nochmal in Okondeka zu versuchen, in der Hoffnung, erneut auf Löwen zu treffen. Leider wurde hatten wir diesbezüglich kein Glück. Dafür sahen wir eine riesige Straußenherde auf der Etoscha Pfanne und zwei Riesentrappen. Auch ein Erdhörnchen stand sehr fotogen neben der Straße und ließ sich beim Fressen eines grünen Blattes bewundern. Also beschlossen wir, noch nach Ombika zu fahren. Dieses Wasserloch liegt kurz vor dem Anderson Gate, hier hatten wir am Vortag die Bergzebras gesehen.

Bereits auf dem Weg dorthin sahen wir einige Giraffen direkt neben der Fahrbahn. In Ombika tummelten sich am Wasserloch ebenfalls eine Gruppe Giraffen. Da das Tor zum Camp bald schließen würde, fuhren wir gemütlich nach Okaukuejo zurück. Dort gingen wir direkt ans Wasserloch, aber auch hier waren nur weitere Giraffen und Schakale zu sehen.

Das Abendessen, wir hatten vor dem Frühstück für 20:00 Uhr reserviert, war sogar noch schlechter als am Vortag. Einzig Jens Eland war besser, aber das war wahrscheinlich reines Glück. Sehr nett fanden wir jedoch eine Gruppe Kinder, die beim Essen musizierte und tanzte.

Nach dem Essen probierten wir unser Glück noch zweimal am Wasserloch, aber dort waren leider nur kleine Vögel und Schakale zu sehen. Also entschieden wir, zeitig ins Bett zu gehen, schließlich wollten wir am nächsten Tag wieder früh aufstehen.

Tag 15: Twyfelfontein – Okaukuejo

Die Nacht im Zelt war wieder recht kalt. Mit einer wärmenden Dusche wurde es leider wieder nichts. Der Donkey, der das Wasser erhitzen sollte, wurde zwar wie am Vorabend bestellt angefeuert, aber das Wasser kam trotzdem kalt aus der Leitung. Jens entfachte die Flammen erneut, das Ergebnis blieb allerdings nahezu unverändert.
Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf den Weg zum Highlight unserer Reise: den Etoscha Nationalpark.

Auf der Fahrt dorthin nahmen wir eine Angestellte des Aabadi Mountain Camp bis zum ca. 100 km entfernten Khorixas mit. Nachdem sie zwei Monate im Camp als Zimmermädchen gearbeitet hatte, würde sie jetzt zwölf freie Tage zu Hause verbringen. In Khorixas wollte sie zu ihrem Freund und ihren beiden kleinen Söhnen. Da sie im Ort und der näheren Umgebung keine Arbeit findet, gibt es für die keine andere Möglichkeit, als sich immer wieder so lange von ihrer Familie zu trennen.

Zwischen Khorixas und dem Eingang zum Etoscha ist die Straße wieder asphaltiert. Wirklich sehr angenehm nach dem Gerüttel der letzten Tage. Unterwegs füllten wir in Outjo zunächst unseren Wasservorrat auf und dann unsere Mägen. In der Outjo Bäckerei gab es deutsche Kost: Wiener Schnitzel mit Pommes und Bratwurst mit Kartoffelsalat. Die Bratwurst war wirklich sehr lecker -, fast wie zuhause.

Danach fuhren wir ohne weiteren Zwischenstopp zum Etoscha Nationalpark. Auf der bisherigen Reise hatten wir leider nur wenige Tiere zu sehen bekommen, dies sollte sich dort aber ändern. Am Anderson Gate, dem südlichen Eingangstor zum Park, füllten wir unser Permit aus und um 14:30 Uhr betraten wir endlich den Park.

Gleich zu Begrüßung, der Kulissenschieber war auf Zack, sprang eine Antilope über die Straße. Und wenige hundert Meter weiter grasten etliche Zebras. Ein entgegenkommender Autofahrer machte uns darauf aufmerksam, dass am nächsten Wasserloch Bergzebras zu sehen seien. Diese seien im Etoscha eher selten, daher wollten wir sie uns nicht entgehen lassen. Am Wasserloch Ombika sahen wir dann tatsächlich Bergzebras und Steppenzebras nebeneinander. Natürlich haben wir das erst später auf unseren Fotos herausgefunden, nachdem wir uns ein Tierbestimmungsbuch gekauft hatten. Die feinen Unterschiede blieben uns vor Ort erst einmal verborgen. Leider war es mittlerweile sehr heiß, so dass das Hitzeflimmern beim Fotografieren sehr störte.

Deshalb fuhren wir weiter zum Okaukuejo Restcamp, checkten ein, entrichteten den Eintrittspreis für den Park und meldeten uns für das Abendessen für um 19:00 Uhr an. Dann erkundeten wir das Gelände und schauten am Wasserloch vorbei. Da dort aber nichts los war, holten wir im Zimmer erst mal die am Morgen ausgefallene Dusche nach.

Gegen 17 Uhr machten wir uns erneut auf zum Wasserloch. Und da stand er dann, unser erster afrikanischer Elefant. Er stillte seinen Durst, besprühte sich mit Wasser und zog davon. Als Nächstes kamen Oryx zum Trinken, danach eine größere Herde Zebras. Auch ein weiterer Elefant kam zum Wasserloch und aus einer Giraffe wurden irgendwann fünf. Das alles konnten wir inklusive Sonnenuntergang beobachten, es war eine herrliche Stimmung!

Wir mussten uns dann etwas beeilen, um rechtzeitig um 19 Uhr beim Abendessen im Restaurant zu sein. Leider war das Essen nicht wirklich umwerfend, wie wir zuvor schon öfters gehört hatten. Die Salate waren noch in Ordnung, aber der Hauptgang war wirklich eine Zumutung. Die Beilagen waren kalt und das Eland-Steak war ein Elend – so zäh wie eine Schuhsohle.

Nach dem Essen haben wir erneut Kamera und Stativ geschnappt und sind wieder zum Wasserloch. Wir hatten Glück und konnten noch eine der Bänke ergattern. Das Wasserloch wurde von drei großen Scheinwerfern in gelbliches Licht getaucht.
Es waren drei Elefantenbullen am Wasser. Diese schubsten und schoben sich, bis die Stoßzähne aneinanderkrachten. Nach einiger Zeit tauchte ein Nashorn auf. Das wollte natürlich an derselben Stelle trinken wir die Elefanten. Also starrte das Nashorn die Elefanten an und die starrten zurück. Dabei waren alle vier wir eingefroren, keiner rührte sich. Nach einigen Sekunden war es dem Nashorn wohl zu doof, es lief zum Wasser und stillte seinen Durst. Auf der anderen Seite des Wassers beobachtete eine Giraffe das Treiben argwöhnisch.

Die Atmosphäre am Wasserloch war sehr schön. Es waren viele Leute da, trotzdem war es sehr still und alle beobachteten gespannt, was passiert. Ein wirklich schöner erster Abend im Etoscha!

Aabadi Mountain Camp

Nette Lage mitten zwischen den roten Felsen am Abu-Huab-Fluss. Die Zelte sind klein und einfach mit einem originellen Open Air Bad. Vor der Rezeption war eine größere Baustelle. Leckeres Abendessen, das Frühstück sehr einfach mit Instant-Kaffee und ohne Speck oder Würstchen zu den Eiern. Am Meisten störte uns die wenig gastfreundliche Atmosphäre. Die beiden Besitzer waren, vor allem am ersten Tag, keine guten Gastgeber.