Tag 6: Muir Woods (San Francisco)

Heute ging es nach dem Frühstück erst mal zu Safeway, einer großen Supermarktkette. Wir mußten dringend unsere Vorräte auffüllen. Nachdem dies erledigt war, sind wir über die Golden Gate Bridge zum Muir Woods National Monument gefahren. Das Wetter war heute deutlich kühler und am Morgen war San Francisco nebelverhangen. Deshalb haben wir bei der Fahrt über die Golden Gate Bridge nur wenig gesehen. Der Nebel begleitete uns auf dem Weg in das Muir Woods NM und sollte den Tag über nie ganz verschwinden.

In Muir Woods erstanden wir zunächst unseren „America the Beautiful“ Pass. Dieser berechtigt zum Eintritt in alle National Parks der USA und kostet 80$. Da wir in unserem Urlaub noch viele weitere Parks besuchen, lohnt sich der Pass für uns auf jeden Fall.
Ausgestattet mit Infomaterial und Karten ging es dann in den Park. Das Muir Woods National Monument schützt einen der letzten großen Bestände von Küsten-Mammutbäumen (Coast Redwoods) und wurde zu diesem Zweck bereits 1908 gegründet.

Im Park gibt es viele verschiedene Wanderwege. Wir entschieden uns für eine Kombination aus verschiedenen Trails abseits der großen Masse. Zunächst ging es auf dem „Ocean View Trail“ stetig bergauf durch den Redwood-Wald. Die Vegetation ist allerdings mittlerweile so dicht, daß man den Pazifik vom Weg aus nicht mehr sehen kann.
Wir waren froh, lange Hosen und einen warmen Pulli anzuhaben, denn es war durch den Nebel feucht und dadurch recht frisch. Viele Touristen waren lediglich mit T-Shirt und kurzen Hosen bekleidet. Uns hat es bei dem Anblick immer gefröstelt.
Im Unterholz konnten wir zwei Rehe, wahrscheinlich Mutter und Kind, beobachten. Sie haben zwar vorsichtig beobachtet was wir machen, sind aber nicht ängstlich davongesprungen. Wahrscheinlich sind die Tiere dort an Menschen gewöhnt. Nach ca. 1,5 Meilen kamen wir auf den „Panoramic Trail“. Hier war man oberhalb des Waldes und des Nebels, plötzlich kam die Sonne raus und es wurde recht warm. Von dort ging es auf dem „Redwood Trail“ Richtung Tourist Club. Leider fiel unsere geplante Rast dort aus, da der Club heute geschlossen war. Also liefen wir über den „Sun Trail“ weiter durch Wiesen und bewaldete Abschnitte zurück Richtung Muir Woods. Nach der halben Strecke standen plötzlich wieder zwei Rehe neben dem Weg. Schnell den Fotoapparat gezückt und die Beiden geknipst.
Das letzte Wegstück auf dem „Dipsea Trail“ zurück zum Visitor Center zog sich dann doch in die Länge, vor allem weil wir Hunger hatten und die Knie nicht mehr wollten. Nach ca. 2,5 Stunden hatten wir es geschafft. Am Visitor Center haben wir und erst mal gestärkt mit Macaroni Salad, Brot und Käse. Insgesamt sind wir ungefähr 9 km gewandert.

Auf dem Rückweg nach San Francisco wollten wir eigentlich am Aussichtspunkt der Golden Gate Bridge anhalten. Daraus wurde aber nichts, da der Nebel an der Brücke mittlerweile sogar noch dichter war als am Morgen. Man konnte bei der Überfahrt gerade eben noch einen kleinen Teil der Stützpfeiler sehen. Auf der Südseite der Brücke mußten wir Maut zahlen (6$). Plötzlich lichtete sich der Nebel und wir hatten einen schönen Blick auf die Skyline von San Francisco. In der Stadt war bestes Wetter, während über der Bay und den Marin Headlands der Nebel wallte.

Zurück im Hotel erholten wir uns bei einem kühlen Canada Dry von der Wanderung und sind dann wir zum Abendessen noch mal Richtung Fishermans Wharf.

Morgen Vormittag um 10:00 Uhr geht unsere Fähre nach Alcatraz. Jens wird diesmal seinen Film im Fotoapparat dabeihaben (heute Speicherkarte), damit es ihm nicht wieder wie vor mehr als 10 Jahren ergeht.