Tag 14: Escalante (Lower Calf Creek Falls)

Sonntag, 28.10.2012

Bei wolkenlosem Himmel ist es erneut recht frisch. Wir frühstücken auf dem Zimmer, bevor wir zum Trailhead der Lower Calf Creek Falls aufbrechen. Im Schatten der Canyonwände ist es noch sehr kalt. Also bezahlen wir schnell die Gebühr von zwei Dollar und marschieren los.

Unterwegs können wir immer Mal wieder ein Stück in der Sonne laufen, was sehr angenehm ist. Am Wegesrand gibt es Nummern, die mehr oder weniger zum Trailguide passen, den wir am Parkplatz mitgenommen haben. Das große Pictograph Panel erspähen wir aber trotzdem und ein paar Kleinere auch.

Nach ungefähr 1¼ Stunden erreichen wir den Lower Calf Creek Fall, der zum Glück noch komplett in der Sonne liegt. Außer uns ist nur ein weiterer Fotograf da. Wir fotografieren den Wasserfall aus vielen Perspektiven, Jens mit Stativ und Graufilter. Für den ersten richtigen Versuch mit dem Filter sind die Fotos schon ganz gut geworden.

Als der Wasserfall im Schatten verschwindet, wird es mit dem auffrischenden Wind wieder echt kalt. Deshalb machen wir uns gemütlich auf den Rückweg, auch weil es inzwischen am Wasserfall immer voller wird. Zum Teil gleicht der Rückweg einer Völkerwanderung. In der Sonne kommen wir ordentlich ins Schwitzen, so dass wir ein paar Kleiderschichten in unseren Rucksäcken verstauen.

Am Auto angekommen, essen wir am dortigen Picknickplatz erst mal zu Mittag. Dann fahren wir Richtung Escalante und biegen auf die Hole-in-the-Rock Road ab. Auf dieser gut zu fahrenden Dirt Road bleiben wir ca. 20 Kilometer, bis wir Devil’s Garden erreichen. Wir gönnen uns noch einen kalten Starbucks-Kaffee, bevor wir im Licht der tiefstehenden Sonne den Garten des Teufels erkunden. Einige Felsen sehen wie Steinmännchen aus – auch Gummibären können wir entdecken. Den Metate Arch fotografieren wir ebenfalls ausgiebig.

Das Gelände ist nicht so groß, so dass wir noch bei Tageslicht zurück im Motel sind. Zum Abendessen gehen wir wieder in die Circle D Eatery, wo es für die hungrigen Entdecker leckeres Ribeye- bzw. T-Bone-Steak gibt.

Gefahren: 52,2 Meilen
Gewandert: 14,9 Kilometer zu den Lower Calf Creek Falls; 1,5 Kilometer im Devil’s Garden

Tag 13: Escalante (Upper Calf Creek Falls)

Samstag, 27.10.2012

Wir wagen uns morgens doch irgendwann unter der warmen Decke hervor. Aufgrund der Kälte belassen wir es bei einer Katzenwäsche. Warm angezogen fahren wir ohne Frühstück zum Trailhead der Upper Calf Creek Falls. Unterwegs begegnen uns einige Kühe – bei Tageslicht diesmal neben der Straße. Am Trailhead frühstücken wir erst mal Bagels mit Frischkäse und Marmelade.

Dann schnüren wir unsere Wanderschuhe und machen uns an den Abstieg zum Calf Creek. Der Weg führt anfangs sehr steil über weißen Slickrock mit schwarzen Lavasteinen am Rand nach unten. Wir folgen den Steinmännchen „Cairns“. Der steile Abstieg geht ganz schön in die Knie. Nach etlichen Höhenmetern geht es über einen sandigen Pfad weiter bergab.

Wir kommen an eine Gabelung und biegen zunächst nach rechts zum Pool und den kleinen Wasserfällen oberhalb des eigentlichen Upper Calf Creek Falls ab. Hier halten wir uns einige Zeit auf und genießen die Sonne und die Ruhe. Mittlerweile ist es auch deutlich wärmer geworden. Jens probiert seinen neuen Graufilter aus und wir machen ein paar Aufnahmen von uns mit dem Stativ.

Anschließend gehen wir zurück zur Abzweigung, folgen dem linken Weg und machen uns vorsichtig an den Abstieg nach zum Fuß des Upper Calf Creek Falls. Der Weg ist teilweise etwas ausgesetzt, aber mit Ruhe und Geduld kommen wir heil unten an. Der Wasserfall ist wirklich sehr schön. Unterhalb ist ein großes Becken und hinter dem Wasserfall wächst viel Moos, das einen schönen Kontrast zu dem hellen Fels bildet.

Nach einigen Fotos und einem stärkenden Müsliriegel begeben wir uns auf den Rückweg zum Auto. Dabei kommen wir gut ins Schwitzen, da es eigentlich den ganzen Rückweg steil bergauf geht. Oben angekommen verschnaufen wir nur kurz und brechen zu einem nahegelegenen Geocache auf. Nach dem Loggen des Caches picknicken wir mit Blick auf die tolle Landschaft am Highway 12.

Gut gestärkt fahren wir weiter zur Old Sheffield Road (auch Spencer Flat Road). Wir folgen der Dirt Road für circa acht teils sehr holprige Kilometer und suchen uns dann einen geeigneten Parkplatz. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit legen wir auf dem Weg Richtung Moqui Hill einen Schritt zu. Der Weg führt entlang eines alten Jeeptrails durch tiefen Sand und war nochmal richtig anstrengend. Nach ungefähr 30 Minuten Fußmarsch erreichen wir den Moqui Hill. Dort befinden sich unzählige Moqui Marbels, steinerne Murmeln aller Größen und Farben. Einige sind richtig rund, andere bereits zerbrochen oder sogar UFO-förmig.

Als wir ankommen, können wir in der Nähe einige Rinder beobachten. Zwei davon mit riesigen Hörnern, die uns skeptisch beobachteten. Uns wird etwas mulmig, nach kurzer Zeit verziehen sich die Rinder jedoch. Nach einer guten halben Stunde und unzähligen Fotos wandern wir auch schon wieder zurück zum Auto. Die Sonne steht schon tief und wir wollen den Highway und wenn möglich auch Escalante noch bei Tageslicht erreichen.

Im Hotel springen wir schnell unter die Dusche und gehen dann direkt gegenüber vom Cicle D Motel zur Circle D Eatery zum Abendessen. Der Service ist sehr zuvorkommend und auch das Essen, Beef Brisket für Katja und Rippchen für Jens, schmeckt super. Zurück im Zimmer erledigen wir noch ein bisschen Handwäsche, sichern die Fotos und reinigen unsere Kameras. Anschließend fallen wir erneut ziemlich müde ins warme Bett.

Gefahren: 57,2 Meilen
Gewandert: 5,2 Kilometer zu den Upper Calf Creek Falls; 4,1 Kilometer zum Moqui Hill