Monatsarchiv: Oktober 2011

Tag 23: Düsternbrook – Windhoek und Rückreise

Leider war der Himmel morgens stark bedeckt, so dass wir leider keinen letzten schönen Sonnenaufgang in Afrika erleben durften. Wir verstauten die restlichen Sachen und gingen zum Frühstück. Danach konnten wir an der Rezeption problemlos bei Air Namibia online einchecken, unsere Sitzplätze wählen und die Bordpässe ausdrucken.

Die Reisetaschen waren schnell im Auto verstaut und wir machten uns auf den Weg Richtung Windhoek. Jens ließ es sich nicht nehmen, eine der drei Wasserdurchfahrten auf dem Weg zur B1 dreimal zu machen – für Foto- und Videoaufnahmen. Die letzten Kilometer afrikanische Pad hatten wir schnell hinter uns gebracht und fuhren auf der geteerten B1 nach Windhoek.

Auf Sightseeing in der Stadt hatten wir keine Lust, wir waren nach den wundervollen 23 Reisetagen einfach übervoll mit Eindrücken und Erlebnissen. Um uns die Wartezeit bis zur Autorückgabe einigermaßen sinnvoll zu vertreiben, gingen wir in die Maerua Mall. Dort hatten wir zu Beginn unserer Reise unseren ersten Einkauf erledigt. Wir parkten das Auto auf dem bewachten Parkplatz und bummelten eine Zeitlang durch die Geschäfte der Mall. Dabei entdeckten wir ein nettes Restaurant, in dem es auch kostenloses WLAN gab.
Also holten wir den Laptop aus dem Auto und vertrödelten die Zeit mit dem Hochladen von Fotos und brachten uns auf den neuesten Stand, was in der Welt so passiert war. Außerdem stärkten wir uns mit einem Sandwich (Katja) und Bobotie (Jens) sowie leckerem Cappuccino.

Kurz nach 15 Uhr verließen wir die Maerua Mall, tanken ein letztes Mal voll und fuhren zum Flughafen. Dort angekommen zogen wir uns im Auto noch schnell unsere lange Kleidung für das kalte Deutschland an und fuhren zur Fahrzeugrückgabe von Europcar. Die Rückgabe unseres Autos war schnell erledigt, die beiden Mitarbeiter hatten am Zustand nichts auszusetzen. Im Office gaben wir noch die Rechnung für die Reifenreparatur ab. Das Geld wurde tatsächlich ungefähr vier Wochen später unserer Kreditkarte gutgeschrieben.

Am Schalter für die Gepäckabgabe trafen wir das deutsche Paar wieder, mit welchem wir im Aabadi Mountain Camp an einem Tisch zu Abend gegessen hatten. Mit den beiden und einem weiteren Paar aus Deutschland verging die Wartezeit im Café des Flughafens bei einem letzten Appletiser und dem Austausch der Reiseerlebnisse sehr schnell.

Nach der Sicherheitskontrolle investierte Katja noch einige Namibia Dollars in zwei Flaschen Amarula. Während wir anschließend über das Rollfeld zum Airbus gingen, konnten wir einen letzten Blick auf den wunderschönen afrikanischen Sonnenuntergang werfen. Mit einigen Minuten Verspätung rumpelten wir dann über die Startbahn und winkten Namibia zum Abschied.

An Bord gab es zunächst Full Bar Service. Katja gönnte sich einen Amarula (mindestens ein Doppelter!). Zum Abendessen wählten wir beide das Game-Gulasch mit Rotkohl und Nudeln. An den Film können wir uns beide nicht erinnern. Stattdessen haben wir versucht so gut es geht zu schlafen. Kurz vor vier Uhr wurde dann das Licht wieder eingeschaltet und es wurde Rührei mit Würstchen und Kartoffeln zum Frühstück serviert.

Pünktlich um sechs Uhr landeten wir in Frankfurt. Die Passkontrolle war schnell erledigt und auch die Koffer waren zügig auf dem Band. Mit den beiden aus dem Aabadi Mountain Camp gingen wir dann zum Fernbahnhof, um den nächsten ICE nach Stuttgart zu nehmen. Die Wartezeit überbrückten wir zu viert in einem Café bei Cappuccino und Croissants. Leider mussten wir in Mannheim nochmals umsteigen, konnten aber zum Glück immer einen freien Vierer-Tisch finden. In Stuttgart trennten sich unsere Wege, wir spurteten zur S-Bahn und waren gegen zehn Uhr wieder zu Hause.

Düsternbrook Guest Farm

Kleine gemütliche Gästefarm in der Nähe von Windhoek. Von der Terrasse am Farmhaus hat man einen wundervollen Blick über einen Fluss und die umgebenden Hügel. Das Zimmer (Felsenhaus Nr. 1) ist einfach aber funktional eingerichtet und bietet von der eigenen kleinen Terrasse den Ausblick auf das Tal und den Fluss. Der Gastgeber und das Personal sind sehr freundlich und außerordentlich bemüht, einem einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen. Neben den bekannten Aktivitäten auf der Farm, wie der atemberaubenden Geparden- und Leoparden-Fütterung sowie dem Nature Drive, sind auch eine Reihe an Wandermöglichkeiten auf dem Farmgelände ausgeschildert.

Tag 22: Düsternbrook

Das Frühstück genossen wir gemeinsam mit Herrn Vaatz, dem Farmbesitzer, und den anderen Gästen auf der Terrasse des Farmhauses. Es gab unter anderem leckeres selbstgebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade.

Nach den Tagen im Auto im Etoscha verspürten wir Bewegungsdrang. Daher wollten wir am Vormittag gerne etwas zu Fuß unternehmen, bevor wir am Nachmittag bei der Raubtierfütterung und eventuell beim Nature Drive wieder im Fahrzeug sitzen würden. Herr Vaatz empfahl uns, den Andreas Dam Walk zu wandern. Mit etwas Glück könnten wir vom Dam aus die Flusspferde beobachten.

Auf Düsternbrook gibt es eine Reihe an ausgeschilderten Wanderrouten, von kurzen Spaziergängen bis hin zu Halbtageswanderungen. Zu jeder Route kann man sich an der Rezeption einen Informationszettel mit einer Karte und Hinweisen mitnehmen, damit man sich gut zurechtfindet.

Wir beschlossen dem Rat des Hausherrn zu folgen und machten uns auf zum Andreasdamm. Der Weg führte zunächst an einem Feldweg entlang, auf dem wir einige Impalas beobachten konnten. Danach ging es weiter zwischen Büschen, Bäumchen und Felsen hindurch Richtung Damm. Unterwegs scheuchten wir eine kleine Herde Oryx auf. Vom View Point am Damm konnten wir die dort lebenden Flusspferde immer wieder kurz auftauchen sehen.

Leider war das Wetter an diesem Tag nicht so gut. Es war sehr bedeckt und ein frischer Wind wehte. Zum Wandern war das allerdings ganz angenehm. Am Damm fing es leider leicht an zu tröpfeln, weshalb wir nicht länger verweilten und uns langsam auf den Rückweg machten. Den mussten wir zunächst ein wenig suchen, da der Weg an dieser Stelle nicht immer deutlich markiert war. Unterwegs beobachten wir an einer Felswand einige Rock Dassies. Mittlerweile kam hin und wieder auch die Sonne raus.

Das letzte Stück des Weges wollten wir am Fluss entlang zurücklaufen. Nach kurzer Zeit kamen wir im Gebüsch am Fluss jedoch nicht weiter. Wir fanden zwar eine Stelle, an der wir den Fluss überqueren konnten, waren dann aber unsicher, ob wir bei der Farm wieder auf die andere Seite kämen. Deshalb gingen wir wieder zurück und benutzen den ausgeschilderten direkten Weg zurück zur Farm.

Der Weg führte direkt an den Gehegen der Leoparden und Geparden vorbei. Zwei Geparden lagen tatsächlich nur wenige Meter hinter dem Zaun und beobachteten uns. Im ersten Moment waren wir unschlüssig, ob sie wirklich im Gehege waren oder nicht. An der Stelle grenzten nämlich zwei Gehege aneinander, nur wir hatten das zweite Gehege, in dem sie sich befanden, nicht richtig wahrgenommen. Daher vermuteten wir sie zunächst hinter dem ersten Gehege im Freien und waren etwas erschrocken. Nachdem wir unseren Fehler bemerkt und uns wieder beruhigt hatten, beobachteten wir sie einen Moment, bevor wir weiter gingen.

Zurück am Farmhaus gönnten wir uns ein leckeres Sandwich zur Stärkung. Anschließend fingen wir schon einmal an, ein paar Sachen in den Koffern zu verstauen. Danach gingen wir auf die Cats Unlimited Tour. Im Rahmen dieser Tour fährt man im offenen Fahrzeug in die Gehege jeweils eines Leoparden und zweier Geparden und kann diese bei ihrer Fütterung aus der Nähe beobachten.

Zuerst fuhren wir mit zwei Fahrzeugen in das Leoparden-Gehege von Leopard „Teddy“. Einer der Guides deponierte Fleisch auf einem Baum. Teddy kletterte beeindruckend schnell auf den Baum und machte sich über das Fleisch her. Danach sprang Teddy wieder herunter und wurde mit weiteren kleinen Fleischbrocken gefüttert. Der Guide warf ihm die Stückchen zu, zum Teil konnte Teddy sie bereits im Flug fangen. Ein wirklich sehr schönes, elegantes Tier.

Im Anschluss fuhren wir in das Gehege der beiden Geparden, die wir bereits am Vormittag gesehen hatten. Die zwei Geparden folgten dem Auto, bis wir auf einer Anhöhe an einem größeren Platz hielten. Hier wurden ihnen die Fleischbrocken zugeworfen. Die Tiere bewegten sich so schnell, dass das Fotografieren nicht einfach war. Wenn der Guide kein Fleisch mehr warf, winselten die Geparden wie kleine Hunde, um im nächsten Moment laut zu fauchen.

Die ganze Tour dauerte ungefähr 50 Minuten. Auch wenn alles recht schnell vorbei war, hat es uns gut gefallen.

Nach einer kurzen Pause starteten wir zum Afternoon Game Drive über das Farmgelände. Wir konnten zum Abschied nochmal viele Antilopen, Warzenschweine, Gnus und sogar ein Nashorn bewundern. Dies fühlte sich anscheinend durch die beiden Fahrzeuge gestört und lief unruhig im Gebüsch umher, bis es endgültig verschwand. Zu Fuß hätten wir ihm nicht begegnen wollen.

Zum Abschluss der Fahrt hielten wir in der Nähe des Damms am See. Von dort konnten wir bei einem Sundowner die vier Hippos beobachten, ein Männchen, zwei Weibchen und ein Jungtier. Leider kam keins der Tiere ganz aus dem Wasser, aber sie rissen immer wieder ihre Mäuler weit auf.

Zurück im Zimmer setzen wir das Packen unserer Koffer bis zum Abendessen fort – wie immer kein einfaches Unterfangen. Vor allem die Souvenirs mussten gut und sicher verstaut werden. Das Abendessen fand erneut in einer netten Runde statt, so dass wir an unserem letzten Abend wesentlich länger sitzen blieben als geplant. Als Vorspeise gab es leckerer Quiche, danach Oryx-Schnitzel mit Karotten, Reis und Salat. Zum Nachtisch gab es Pfannkuchen mit Marmelade. Herr Vaatz kümmerte sich redlich um alle Gäste und so verging die Zeit wie im Flug. Leider war auf der Farm der Amarula aus, so dass Katja darauf verzichten musste und wir uns ein zweites Savanna gönnten. Im Zimmer fielen wir dann ziemlich müde ins Bett.

Tag 21: Waterberg – Düsternbrook

Nachdem wir gemütlich gefrühstückt und ausgecheckt hatten, fuhren zum Friedhof in der Nähe der Rezeption. Hier liegen die deutschen Soldaten begraben, die am Waterberg während des Herero-Aufstands ums Leben kamen. Der Friedhof und die Gräber werden laut einem Schild von der Kriegsgräberfürsorge Namibia gepflegt. Leider konnten wir den dortigen Geocache nicht loggen, da wir uns entweder durchs Gestrüpp hätten kämpfen müssen oder über die Friedhofsmauer hätten klettern müssen. Da die Mauer jedoch schon etwas einsturzgefährdet wirkte, verzichteten wir lieber, schließlich wollten wir nichts beschädigen.

Also machten wir uns auf den Weg Richtung Windhoek, zur Düsternbrook Guestfarm, unserem letzten Quartier in Namibia. Auf dem Weg stoppten wir in Okahandja. Hier gibt es einen Craftsmarket, auf dem wir nochmals nach Souvenirs schauten. Die Verkaufsatmosphäre auf dem Markt war für uns viel angenehmer als in Swakopmund. Zwar wollte auch hier jeder Verkäufer, dass wir seinen „Shop“, meist eine einfache Bretterbude, besuchen. Jedoch durften wir uns darin alles in Ruhe ansehen und wurden nicht ständig bedrängt etwas zu kaufen. Wir erwarben noch einige Andenken, unter anderem einen großen Holzelefanten, der mittlerweile im Wohnzimmer auf der Kommode wacht. Danach fuhren wir weiter nach Düsternbrook.

Von der B1 mussten wir noch etwa 18 Kilometer über eine Pad zur Farm fahren. Auf diesen letzten Kilometern in Namibia hatten wir dann sogar noch Wasserdurchfahrten. Am ersten Bach stoppten wir und stiegen aus, um die Sache genauer in Augenschein zu nehmen. Geradeaus war das Wasser tiefer und voller großer Steine, aber rechts konnte man gut durchfahren. An dieser Stelle war das Wasser recht flach und wir konnten ohne Probleme auf die andere Seite fahren. Um dieses Erlebnis auf Video festzuhalten, fuhren wir noch zweimal durch den Bach. Dies war ja schließlich unsere erste Flussdurchfahrt. Kurze Zeit später standen wir erneut vor einem Fluss, der noch etwas tiefer als der Erste war. Wir konnten uns aber gut an den Fahrspuren der anderen Fahrzeuge orientieren. Beim dritten Bach sind wir schon gar nicht mehr ausgestiegen, und sind direkt durchgefahren.

Auf der Gästefarm Düsternbrook wohnten wir im Felsenhaus Nummer eins. Von der Terrasse hatten wir einen schönen Blick über den Fluss und die umgebenden Berge. Den restlichen Nachmittag genossen wir einfach die Aussicht und beobachteten dabei immer wieder Oryx, Paviane und Warzenschweine am Wasser. Das Chaos in unserem Zimmer, nachdem wir das Auto komplett ausgeräumt hatten, ignorierten wir einfach und genossen die Zeit.

Das Abendessen war dann so, wie wir es uns auf einer Gästefarm vorgestellt hatten. Alle Gäste und der Besitzer der Farm aßen zusammen an einer großen Tafel. Diese war sehr nett mit Kerzen und Petroleumlampen gedeckt und beleuchtet. Der Hausherr begrüßte alle Gäste persönlich und jeder stellte sich kurz vor. Das Essen war wirklich sehr lecker und unterhaltsam. Zur Vorspeise gab es Lachs auf Gemüse. Darauf folgte als Hauptspeise Game Gulasch mit gegrillten Auberginen, Nudeln und Salat. Als Nachspeise wurde ein Fruchtquark serviert. Während des Essen unterhielten wir uns sehr nett mit den anderen Gästen und dem Gastgeber, der sich redlich um das Wohl aller Gäste bemühte. Wir waren erstaunt, dass er neben Englisch und Deutsch auch sehr gut Französisch sprach.

Waterberg Restcamp

Schöne Anlage mit vielen Grünflächen. Wir hatten eine einfach eingerichtete Haushälfte mit Kühlschrank sowie Küchenarbeitsfläche, Carport, kleiner Terrasse und gemauerter Grillstelle. Das Restaurant befindet sich in dem sehr schönen Gebäude der ehemaligen Polizeistation am Waterberg. Das Personal war manchmal etwas verhuscht aber trotzdem immer sehr freundlich und aufmerksam. Das Essen war zwar nicht perfekt, aber um einiges besser als in Okaukuejo und Halali.

Tag 20: Waterberg

Diesen Tag ließen wir ausnahmsweise ruhiger angehen und schliefen etwas länger. Nach einem gemütlichen Frühstück buchten wir an der Rezeption den Game Drive auf das Waterberg Plateau am Nachmittag, in der Hoffnung ein paar Wasserbüffel zu sehen.

Anschließend schnürten wir unsere Wanderschuhe und machten uns auf dem Mountain Trail hinauf auf das Plateau. Der Weg führte zunächst durch grünen Wald und Busch. Erstaunlich, wie groß und grün die Vegetation zum Teil war. Der letzte Teil des Weges verlief über Felsen, wobei man manchmal fast klettern musste. Mittlerweile war es recht warm geworden und wir waren froh, ausreichend Wasser mitgenommen zu haben.

Vom View Point hatten wir einen phantastischen Blick über die scheinbar endlos weite Ebene. Wir machten kurz Rast und genossen den Ausblick. In der Nähe konnten wir einen Pavian hören. Danach loggten wir einen Geocache, der oben auf dem Plateau versteckt ist, wobei uns wunderte, dass die Paviane die Dose noch nicht gefunden hatten. Beim Abstieg wählten wir einen anderen Weg, so dass wir noch einen weiteren Geocache loggen konnten.

Zurück im Zimmer war unsere letzte Handwäsche des Urlaubs angesagt. Danach gingen wir zum Mittagessen ins Restaurant. Das Waterberg Club Sandwich war wirklich sehr lecker und die Portion mit Pommes und Salat reichlich. Gut gestärkt fuhren wir zur Rezeption, wo um halb vier der Game Drive starten sollte.

Unser Guide war sehr freundlich und nach der Begrüßung startete die Fahrt im offenen LKW Richtung Waterberg. In diesem Gefährt gab es sogar Gurte, die wir aber nicht benötigten. Hätten wir die bloß mal in Twyfelfontein gehabt!

Zunächst fuhren wir eine Weile im Tal am Waterberg entlang, bis wir ein Tor erreichten. Dahinter führte eine befestigte Straße auf das Plateau hinauf. Oben hielten wir kurz an, um die Aussicht zu genießen. Dann setzten wir unsere Fahrt über die tiefsandigen Pisten fort. Irgendwie hatten wir uns das Waterberg Plateau nicht so sandig und auch nicht so stark bewachsen vorgestellt. Die Büsche und Bäume wuchsen teils so dicht und hoch, dass man die Tiere nur schwer erspähen konnte. Unser Guide schaffte es trotzdem Rappenantilopen (Englisch: Sable Antilope) aufzuspüren. Diese Antilopen findet man in Namibia nur am Waterberg und im Caprivi-Streifen.

Der nächste Stopp war an einem der beiden Wasserlöcher, an denen wir im Rahmen der Tour vorbeikamen. Diese Wasserlöcher kann man, im Gegensatz zu jenen im Etoscha, nicht vom Auto aus beobachten. Die Tiere am Waterberg sind einfach noch viel scheuer als im Etoscha. Daher mussten wir jeweils ein paar Meter durch eine Art Holztunnel zu einem Verschlag zu Fuß gehen. Die Unterstände liegen direkt am Wasserloch, wobei man auf Bänken sitzend durch einen schmalen Spalt rausschauen und -fotografieren kann.

Zunächst stand eine Rappenantilope am Rand des Wassers. Plötzlich sprang diese davon und wir konnten noch einen kurzen Blick auf ein Nashorn erhaschen. Leider verschwand es gleich wieder im Gebüsch. Der Wind stand wohl ungünstig und das Nashorn musste uns gewittert haben, denn alle Teilnehmer hatten wirklich keinen Mucks von sich gegeben.

Auf der Weiterfahrt über das Plateau konnten wir noch Giraffen und eine weitere Antilopenart sehen: Pferdeantilopen (Englisch: Roan Antilope). Auch diese gibt es nur im Caprivi oder eben am Waterberg.

Am zweiten Wasserloch war zunächst kein Tier zu sehen. Aber nach kurzer Wartezeit tauchte im Gebüsch etwas großes Dunkles auf. Es waren zwei Büffel, die gemütlich zum Wasserloch kamen. Sie tranken und verschwanden bereits nach wenigen Minuten wieder im Gebüsch.

Auf der Rückfahrt konnten wir nochmals kurz im Gebüsch Büffel ausmachen, die jedoch gleich davon sprangen. Im Licht der untergehenden Sonne verließen wir das Waterberg Plateau und fuhren zum Camp zurück.

Das Abendessen war wieder ganz ordentlich. Jens hatte erneut Oryx Steak mit Kartoffeln und Gemüse und Katja entschied sich für Kingklip mit Gemüse und Reis. Zum Nachtisch gab es wie am Vortag für Jens einen Fruchtsalat und für Katja einen Amarula.

Wir saßen dann nach dem Essen noch auf unserer Terrasse und genossen ein Savanna. Plötzlich bewegte sich etwas mit langem buschigen Schwanz im Licht unserer Taschenlampen. Mit Hilfe unseres Tierbestimmungsbuchs konnten wir es schnell als Kleinfleck-Ginsterkatze identifizieren. Da diese Tiere nachtaktiv sind, hatten wir wirklich Glück eine zu sehen. Nachdem Jens die Jagd nach drei größeren Spinnen im Zimmer erfolgreich beendet hatte, fielen wir müde ins Bett.

Tag 19: Namutoni – Waterberg

Unser letzter Morgen im Etoscha begann abermals früh. Wir wollten unser Glück erneut am Wasserloch Chudop versuchen, in der Hoffnung, das Löwenrudel wiederzusehen, das dort am Vortag kurz vor Sonnenuntergang im Gebüsch lag. Also haben wir uns mit dem Frühstück beeilt, und um kurz vor Sieben das Camp verlassen.

Am Wasserloch Chudop waren leider keine Löwen und auch ansonsten rein gar nicht los. Noch nicht einmal eine Giraffe ließ sich blicken, obwohl es in der Gegend um Namutoni nur so von Giraffen zu wimmeln schien, wie wir an dem Tag erneut feststellen durften. Wir entschlossen uns daher weiter zum Wasserloch Klein Namutoni zu fahren, wo auch einige Giraffen und Springböcke am Wasser waren.

Da es immer noch recht früh war, fuhren wir am Rand der Etosche-Pfanne weiter Richtung norden. An den Wasserlöchern Klein und Groot Okevi trafen wir abermals auf zahlreiche Giraffen. Am Wasserloch Tsumcor gesellten sich noch Zebras dazu. Auf der Rückfahrt nach Namutoni standen erneut viele Giraffen auf der Straße. Einige verzogen sich ins Gebüsch, andere blieben stehen, wenn wir langsam an ihnen vorbeirollten. Eine Giraffe fühlte sich durch uns jedoch so gestört, dass sie mit dem Hinterbein austrat. Zum Glück erst, als wir schon vorbei waren: Wie würde man sonst bloß so eine Delle seinem Autovermieter erklären? Wenige Kilometer vor Namutoni sahen wir vierzehn Giraffen neben der Straße. Wir fragten uns, ob sie wohl Jahreshauptversammlung in Namutoni hatten.

Wir checkten schnell aus und fuhren nochmal nach Chudop. Dort tummelten sich mittlerweile Kudus, Oryx und Warzenschweine. Wir beobachteten das Treiben eine Weile und konnten so sogar noch eine Elenantilope (Eland) sehen. Elenantilopen sind die größte Antilopenart und im Etoscha nicht sehr häufig.

Auf dem Weg zum Von Lindequist Gate beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher nach Klein Namutoni zu machen. Wir konnten uns nicht wirklich vom Etoscha trennen. Auf den letzten hundert Metern vor dem Wasserloch sahen wir etliche Giraffen und Zebras flüchten. Kurz darauf stürmte eine Elefantenherde ans Wasser. Es waren wieder einige junge Elefanten dabei. Wir beobachteten sie eine Weile beim Baden und trinken. Als die Elefanten das Wasser verließen und sich mit Staub puderten rissen wir uns widerwillig von dem Anblick los. Schließlich war es bereits halb zwölf und wir hatten noch einige Kilometer bis zum Waterberg vor uns.

Wir passierten ohne Probleme, aber schweren Herzens, das Von Lindequist Gate und fuhren auf der Teerstraße nach Tsumeb. Im dortigen Wimpy, einer Schnellrestaurant-Kette ähnlich Denny’s in Amerika, machten wir Rast. Wir stillten mit leckeren Burgern unseren Hunger und genossen einen Kaffee. Im Superspar nebenan füllten wir noch unsere Wasservorräte auf und setzten unseren Weg nach Süden fort.

Die Strecke bis zum Waterberg Plateau Park war zwar weit, aber bis auf die letzten Kilometer komplett geteert, so kamen wir zügig voran. Im Waterberg Restcamp bezogen wir unsere Haushälfte mit Carport. Das Abendessen war recht lecker, es gab Oryxsteak mit Gemüse und Kartoffeln. Als Nachtisch gönnte sich Jens einen Obstsalat und Katja einen Amarula.

Namutoni Rest Camp

Kleines ehemaliges Fort mit darum gebauten Unterkünften, welche mittels Stegen miteinander verbunden sind. Wir hatten ein sehr schönes Zimmer mit großem Bad inklusive Badewanne und Kühlschrank. Verschiedene Restaurants, von denen jedoch nur eines geöffnet hatte. Im Vergleich zu Okaukuejo und Halali gutes Abendessen.

Tag 18: Halali – Namutoni

Wir hatten bereits am Vorabend entschieden, nach dem Frühstück als Erstes zum Wasserloch Goas zu fahren, da dort öfter Raubkatzen anzutreffen sein sollen.

Löwen trafen wir am Wasserloch Goas keine, dafür nagten und rissen aber einige Hyänen an den Überresten eines toten Elefanten. Aus dem Namibia-Forum wussten wir, dass der Elefant schon Wochen vor unserer Abreise hier lag. Der Schädel war bereits komplett abgenagt, nur am Hinterteil spannte noch die verdörrte Haut über den Knochen. Wenn sich die leichte Brise legte, war der Gestank fast unerträglich.

Nachdem wir genug von den Hyänen und vom Gestank hatten, beschlossen wir zum zwei Kilometer entfernten Wasserloch Noniams zu fahren. Die Straße dorthin war in schlechtem Zustand, voller Löcher und Stufen. Auf halbem Weg rief Jens plötzlich: „Löwe“. Im gleichen Moment sprang dieser an der Beifahrerseite des Autos auf. Hatten wir uns erschrocken, der Löwe eingeschlossen! Zwei männliche Löwen lagen direkt neben der Pad unter einem Baum im Gras. Wenn man nicht wusste, wo sie lagen und sie sich nicht bewegten, konnten man sie kaum erkennen. Wir wendeten und beobachteten sie beiden eine ganze Weile. Die beiden ließen sich nicht stören und dösten ganz friedlich weiter. Irgendwann rissen wir uns los und fuhren wir weiter zum Wasserloch Noniams. Dieses stellte sich als ausgetrocknet heraus, was uns jedoch nicht weiter störte – wir waren ganz im Glück, dass wir die beiden Löwen gesehen hatten.

Wir fuhren zurück nach Halali. Der Zimmerservice war bereits voll im Gange. Leider hatte man den Schlüssel zu unserem Zimmer außen stecken lassen und einige weitere, zu den Nachbarzimmern, drinnen liegen lassen. Unsere Sachen waren zum Glück noch vollständig. Da weit und breit niemand zu sehen war, nahmen wir die Schlüssel an uns, beluden unser Auto und fuhren zur Rezeption zum Auschecken. Leider konnten die Angestellten unsere Entrüstung nicht verstehen, dass man so mit den Zimmerschlüsseln nicht umgehen könne.

Bevor wir uns auf den Weg Richtung Namutoni machten, schauten wir nochmals kurz bei „unseren“ Löwen am Wasserloch Noniams vorbei. Sie lagen immer noch an der gleichen Stelle und dösten. Zwei Autos, die kurz nach uns vorbeikamen, hätten die Löwen ebenfalls beinahe übersehen. Ab und zu öffnete einer der Löwen für einen Monet die Augen, ansonsten schienen sie sich überhaupt nicht an uns zu stören.

Viele Fotos später rissen wir uns von dem Anblick los und statten einigen weiteren Wasserlöchern sowie dem Etoscha Lookout einen Besuch ab. Diese endlos weite grau-weiße Fläche der Etoscha-Pfanne ist schon beeindruckend. Am Lookout war kein Wasser mehr in der Pfanne, aber der Morast verströmte einen unangenehmen Geruch.

An der Hauptstraße kurz hinter dem Etoscha Lookout hatten wir erneut Glück. Drei Löwen, ein Männchen und zwei Weibchen, lagen direkt neben der Pad. Wenn das Männchen nicht den Kopf gehoben hätte, wären wir auch an ihnen vorbeigebraust. Wir beobachteten sie eine Weile, bevor wir unseren Weg schweren Herzens fortsetzten.

Im Wasserloch Kalkheuwel tummelten sich Zebras und mehrere Adler am Wasserloch. Während wir diese beobachteten, kam plötzlich ein einzelner Elefant aus dem Gebüsch. Er beäugte uns misstrauisch, so dass wir ihm Platz machten. Dies schien ihn zufrieden zu stellen, er ging dann gemächlich zum Wasser und trank.

Im Namutoni Restcamp, einem ehemaligen Fort, bezogen wir unser Zimmer und stillten bei einem Sandwich am Pool unseren Hunger. Unser Zimmer war sehr geräumig und sehr schön eingerichtet. Von unseren Zimmern in den NWR Restcamps, war dieses definitiv das Luxuriöseste.

Gegen 16 Uhr brachen wir erneut zur Pirschfahrt auf. Wir wollten unser Glück zuerst am Wasserloch Chudop versuchen, welches nur wenige Kilometer von Namutoni entfernt liegt. Bei unserem Eintreffen tummelten sich mehrere Giraffen und Kudus am Wasser. Zwei Giraffenbullen kämpften miteinander. Es gab jedes Mal einen dumpfen Schlag, wenn sie mit ihren langen Hälsen aneinander schlugen. Mit der Zeit kamen immer mehr Giraffen dazu. Auch Zebras und diese Art Perlhühner stillten ihren Durst.

Nach einiger Zeit beschlossen wir, weiter zum Wasserloch Klein Namutoni zu fahren. Nur wenige hundert Meter hinter dem Wasserloch war jedoch Stau. Da lagen mindestens fünf Löwen, vorAllem einige jüngere, unter den Büschen wenige Meter neben der Straße. In der Hoffnung, dass die Löwen vielleicht Durst bekämen und diesen noch vor Sonnenuntergang am Wasser stillen würden, fuhren wir zurück zum Wasserloch Chudop und warteten. Leider ließ sich bis kurz vor Toresschluss keiner von ihnen blicken. Auf dem Rückweg zum Camp machten wir noch einen kurzen Fotostopp bei den Löwen. Gerne wären wir noch länger geblieben.

In Namutoni gab es, im Gegensatz zu Okaukuejo und Halali, kein Buffet zum Abendessen. Stattdessen konnte man aus jeweils drei verschiedenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen auswählen. Jens entschied sich für einen griechischen Salat mit Thunfisch, Katja für eine Gemüsesuppe. Zum Hauptgang hatten wir Kudu Steak mit Gemüse und Reis. Jens Fleisch war etwas trocken und faserig, sonst war das Essen aber recht lecker. Bei einem Savanna ließen wir diesen „Löwentag“ gemütlich ausklingen.

Halali Restcamp

Die Anlage wirkte etwas lieblos und erinnerte uns an einen riesigen Campingplatz. Unser Zimmer war innen jedoch sehr schön eingerichtet und mit einem Kühlschrank ausgestattet. Das Abendessen war deutlich besser als in Okaukuejo, allerdings mit kleinerer Auswahl. Der Viewpoint am Wasserloch gefiel uns sehr gut, auch wenn das Wasserloch bei unserem Besuch aufgrund der vorhergegangenen Buschfeuer leider nicht beleuchtet war.

Tag 17: Okaukuejo – Halali

An diesem Morgen waren wir bereits um kurz nach sechs Uhr beim Frühstück im Restaurant. Ungefähr 20 Minuten nach Öffnung der Tore (gegen 6:30 Uhr) waren wir schon auf dem Weg zu unserem ersten Wasserloch an dem Tag.

Am Wasserloch Nebrownii beobachteten wir eine Tüpfelhyäne beim Trinken, ansonsten waren keine weiteren Tiere zu sehen. Nach einem kurzen Fotostopp, Katja fand Hyänen nicht wirklich schön, fuhren wir weiter zum Wasserloch Gemsbokvlakte. Hier lagen bzw. standen zwei männliche Löwen. Leider beschlossen sie, bei unserer Ankunft aufzubrechen, so dass wir nur noch ihre Hinterteile aus der Entfernung zu sehen bekamen. Wir versuchten noch, sie auf der Straße ganz in der Nähe abzupassen, in deren Richtung sie getrabt waren, jedoch ohne Erfolg. Es ließ sich kein Löwe blicken. Also fuhren wir weiter nach zum Wasserloch Olifantsbad, wo jedoch gar nichts los war. Daher machten wir uns auf den Rückweg zum Camp.

In Okaukuejo checkten wir aus, bummelten ein wenig im Souvenirshop und besuchten nochmals das Wasserloch. Hier waren nur wenige Zebras und Springböcke zu sehen, also brachen wir auf Richtung Halali.

Das erste Wasserloch auf unserem Weg nach Halali war Homob. Außer Zebras und Antilopen war zunächst nichts zu sehen. Wir wollten schon weiterfahren, als plötzlich alle Tiere vom Wasser flüchteten. Löwen? Leoparden? Nein! Eine Herde Elefanten stürmte ans Wasserloch und vertrieb mit viel Getöse alle anderen Tiere. Ungefähr fünfzehn Elefanten, Mütter mit Jungtieren unterschiedlichen Alters, nahmen das Wasserloch in Beschlag. Sie tranken, badeten und bespritzten sich mit Schlamm. Besonders die beiden ganz kleinen Elefanten waren sehr süß und tapsig. Nach etwa einer halben Stunde zogen die Elefanten davon und wir weiter zum Wasserloch Salvadora.

Von dort aus hat man einen schönen Blick über die Etoscha-Pfanne. Leider waren keine Löwen zu sehen. Deshalb hielten wir uns dort nicht lange auf. Am Wasserloch Rietfontein trafen wir erneut auf eine große Herde Elefanten. Sicherlich 30 Tiere tranken und badeten. Die vielen Jungtiere spielten und jagten sich gegenseitig oder scheuchten die Vögel auf. Von diesem Treiben konnten wir uns über eine Stunde nicht losreißen. Nach einiger Zeit gesellten sich noch Giraffen und Springböcke dazu. Ein wunderschöner Augenblick.

Irgendwann, es war mittlerweile sehr heiß geworden, machten wir uns auf den restlichen Weg zum Halali Restcamp. Nach einem stärkenden Sandwich und einer kleinen Ruhepause liefen wir zum Wasserloch Moringa, das direkt am Camp liegt. Leider hatte ein Buschfeuer einige Tage zuvor teile der Befestigung und die Stromkabel zerstört, so dass es während unseres Besuchs nicht beleuchtet war. Daher durfte man auch nur bis Sonnenuntergang dort verweilen. An einigen Stellen gleich hinter dem Campingplatz kokelte es auch noch.

Der Viewpoint für das Wasserloch ist erhöht und mit Bänken auf den Felsen schön angelegt. Ein Teil ist auch überdacht. In der ersten Stunde passierte überhaupt nichts. Katja schrieb Tagebuch, Jens vertrieb sich die Wartezeit mit dem Aufbau des Stativs. Lediglich ein Gelbschnabeltoko ließ sich für einen Moment auf einem Ast über unseren Köpfen nieder.

Nach ungefähr einer Stunde tauchte im Gebüsch ein Nashorn auf. Es kam ganz gemütlich zum Wasserloch und stillte seinen Durst, um danach gleich wieder im Gebüsch zu verschwinden. Mittlerweile waren recht viele Leute am Viewpoint, alle warteten auf den Leoparden, der hier öfter zu beobachten ist. Leider ließ er sich nicht blicken.

Dafür kam pünktlich zum Sonnenuntergang eine Gruppe Elefanten zum Wasser. Diesmal war auch ein ganz kleiner Elefant dabei, der noch nicht mit dem Rüssel Wasser trinken konnte. Ein sehr schöner Anblick, im Licht der untergehenden Sonne.

In der Dämmerung tauchte erneut ein Nashorn auf und nach kurzer Zeit gesellte sich ein Zweites dazu. Leider war es mittlerweile schon sehr dunkel, so dass man kaum noch etwas sehen konnte, dafür aber hören. Die beiden Nashörner schienen sich nicht zu mögen, sie stampften und schnaubten ziemlich laut. Dank unserer Taschenlampen fanden wir den Weg zurück zum Camp ohne Probleme. Der Zugang zum Wasserloch war inzwischen von einem NWR-Mitarbeiter abgesperrt worden.

Das Abendessen in Halali war deutlich besser als in Okaukuejo. Die Auswahl an Vorspeisen war zwar recht klein, aber die Hauptspeisen waren warm und das Fleisch wurde frisch zubereitet.

Nach dem Essen sind wir früh ins Bett. Leider wurden wir eine halbe Stunde später von Schlüsselklappern und klopfen an der Tür geweckt. Wir haben natürlich nicht geöffnet, aber wie sich nach einem Anruf an der Rezeption herausstellte, war der Herr tatsächlich ein Angestellter des Camps. Es gab Probleme mit der Wasserversorgung und er wollte Wasser zum Zähneputzen vorbeibringen.

Okaukuejo Restcamp

Nette Anlage. Unser Zimmer (Standard) war geräumig und verfügte über einen Kühlschrank. Das Abendessen war eher schlecht, das Mittagessen hingegen ganz in Ordnung. Zum Frühstück konnte man schon vor der Öffnung des Tores und es gab die übliche Auswahl. Vom Zimmer waren wir in wenigen Minuten am beleuchteten Wasserloch, an dem sich meist viele Tiere tummeln.

Tag 16: Okaukuejo

Um sechs Uhr klingelte der Wecker, schließlich wollten wir zeitig los, um möglichst viele Tiere zu sehen. Die beste Zeit dazu ist morgens und abends, wenn es noch nicht oder nicht mehr so brütend heiß ist. Das gilt auch für das Fotografieren, da einem sonst das Hitzeflimmern über dem Boden die Bilder matschig erscheinen lässt. Also machten wir uns schnell fertig, gingen zum Frühstück und machten uns dann auf den Weg. Zuerst fuhren wir von Okaukuejo Richtung Norden zum Wasserloch Okondeka, da in der Umgebung dieses Wasserlochs öfters Löwen anzutreffen sein sollen.

Zunächst trafen wir auf die üblichen Verdächtigen: Springböcke, Zebras und auch einen Schakal. Auf halber Strecke nach Okondeka lag sie dann plötzlich da: eine Löwin, auf der Straße im Schatten eines der wenigen Bäume! Sie beäugte uns eher desinteressiert. Wir machten einige Fotos und beobachteten sie. Erst als wir langsam an ihr vorbeifuhren, musterte Sie unser Fahrzeug, ließ sich aber nicht stören – sie rutschte jedenfalls keinen Millimeter.

Auf dem weiteren Weg nach Okondeka und am Wasserloch selbst sahen wir leider keine weiteren Löwen. Nur Strauße, Schakale und Springböcke. Wir beschlossen zurück zu fahren und unser Glück in Richtung Olifantsbad und Aus zu versuchen. Auf dem Rückweg konnten wir noch einmal die Löwin sehen, die im hohen Gras von der Straße wegtrabte. Anscheinend war ihr der zunehmende Besucherverkehr zu viel geworden, denn mittlerweile parkten einige Autos am Straßenrand.

Die Strecke von Okaukuejo nach Olifantsbad war zum Teil recht holprig, weshalb man nicht so schnell vorankam. Nach kurzer Fahrt standen vier Giraffen neben der Straße. Nachdem wir angehalten hatten, überquerten sie diese direkt vor unserem Auto. Danach führte die Pad zum Teil durch verbranntes Gebiet. Im Etoscha hatte es etwa einen Monat vor unserem Besuch ein größeres Buschfeuer gegeben. Wir konnten jedoch sehen, dass bereits wieder das erste Grün spross. Wir beobachteten eine größere Herde Zebras, die über die verbrannte Fläche zog.

In Olifantsbad gab es leider keine Elefanten, dafür aber unsere ersten Kudus. Wirklich riesige Tiere mit mächtigen, gedrehten Hörnern. In Aus konnten wir eine Warzenschwein-Familie und Kuhantilopen (Red Hartebeest) beobachten. An beiden Wasserlöchern waren wir das einzige Auto. Man hörte nur die Blätter im Wind rauschen und hin und die Tiere umhertraben.

Auf dem Rückweg nach Okaukuejo sahen wir kurz hinter dem Wasserloch Nebrownii drei Elefanten neben der Straße. Es sind schon riesige Tiere, aber sie wirken irgendwie sehr friedlich. Wir beobachteten sie eine Weile. Als einer der Drei der Straße immer näher kam, fuhren wir weiter.

Zurück im Zimmer ruhten wir uns kurz aus und wuschen Wäsche. Dann schauten wir kurz am Wasserloch vorbei, wo sich lediglich einige Antilopen und Zebras tummelten. Also gingen wir zum Lunch, von dem wir nach dem eher mauen Abendessen wirklich positiv überrascht waren. Der Hauptgang, Gemüse mit Eland und Hühnchen vom Grill, wurde ganz frisch zubereitet und war wirklich lecker.

Nach einem kurzen, erholsamen Nickerchen wollten wir wieder los. Vorher mussten wir allerdings fast 20 Minuten an der Tankstelle warten – dort wurde sehr gemütlich gearbeitet.
Wir beschlossen unser Glück nochmal in Okondeka zu versuchen, in der Hoffnung, erneut auf Löwen zu treffen. Leider wurde hatten wir diesbezüglich kein Glück. Dafür sahen wir eine riesige Straußenherde auf der Etoscha Pfanne und zwei Riesentrappen. Auch ein Erdhörnchen stand sehr fotogen neben der Straße und ließ sich beim Fressen eines grünen Blattes bewundern. Also beschlossen wir, noch nach Ombika zu fahren. Dieses Wasserloch liegt kurz vor dem Anderson Gate, hier hatten wir am Vortag die Bergzebras gesehen.

Bereits auf dem Weg dorthin sahen wir einige Giraffen direkt neben der Fahrbahn. In Ombika tummelten sich am Wasserloch ebenfalls eine Gruppe Giraffen. Da das Tor zum Camp bald schließen würde, fuhren wir gemütlich nach Okaukuejo zurück. Dort gingen wir direkt ans Wasserloch, aber auch hier waren nur weitere Giraffen und Schakale zu sehen.

Das Abendessen, wir hatten vor dem Frühstück für 20:00 Uhr reserviert, war sogar noch schlechter als am Vortag. Einzig Jens Eland war besser, aber das war wahrscheinlich reines Glück. Sehr nett fanden wir jedoch eine Gruppe Kinder, die beim Essen musizierte und tanzte.

Nach dem Essen probierten wir unser Glück noch zweimal am Wasserloch, aber dort waren leider nur kleine Vögel und Schakale zu sehen. Also entschieden wir, zeitig ins Bett zu gehen, schließlich wollten wir am nächsten Tag wieder früh aufstehen.

Tag 15: Twyfelfontein – Okaukuejo

Die Nacht im Zelt war wieder recht kalt. Mit einer wärmenden Dusche wurde es leider wieder nichts. Der Donkey, der das Wasser erhitzen sollte, wurde zwar wie am Vorabend bestellt angefeuert, aber das Wasser kam trotzdem kalt aus der Leitung. Jens entfachte die Flammen erneut, das Ergebnis blieb allerdings nahezu unverändert.
Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf den Weg zum Highlight unserer Reise: den Etoscha Nationalpark.

Auf der Fahrt dorthin nahmen wir eine Angestellte des Aabadi Mountain Camp bis zum ca. 100 km entfernten Khorixas mit. Nachdem sie zwei Monate im Camp als Zimmermädchen gearbeitet hatte, würde sie jetzt zwölf freie Tage zu Hause verbringen. In Khorixas wollte sie zu ihrem Freund und ihren beiden kleinen Söhnen. Da sie im Ort und der näheren Umgebung keine Arbeit findet, gibt es für die keine andere Möglichkeit, als sich immer wieder so lange von ihrer Familie zu trennen.

Zwischen Khorixas und dem Eingang zum Etoscha ist die Straße wieder asphaltiert. Wirklich sehr angenehm nach dem Gerüttel der letzten Tage. Unterwegs füllten wir in Outjo zunächst unseren Wasservorrat auf und dann unsere Mägen. In der Outjo Bäckerei gab es deutsche Kost: Wiener Schnitzel mit Pommes und Bratwurst mit Kartoffelsalat. Die Bratwurst war wirklich sehr lecker -, fast wie zuhause.

Danach fuhren wir ohne weiteren Zwischenstopp zum Etoscha Nationalpark. Auf der bisherigen Reise hatten wir leider nur wenige Tiere zu sehen bekommen, dies sollte sich dort aber ändern. Am Anderson Gate, dem südlichen Eingangstor zum Park, füllten wir unser Permit aus und um 14:30 Uhr betraten wir endlich den Park.

Gleich zu Begrüßung, der Kulissenschieber war auf Zack, sprang eine Antilope über die Straße. Und wenige hundert Meter weiter grasten etliche Zebras. Ein entgegenkommender Autofahrer machte uns darauf aufmerksam, dass am nächsten Wasserloch Bergzebras zu sehen seien. Diese seien im Etoscha eher selten, daher wollten wir sie uns nicht entgehen lassen. Am Wasserloch Ombika sahen wir dann tatsächlich Bergzebras und Steppenzebras nebeneinander. Natürlich haben wir das erst später auf unseren Fotos herausgefunden, nachdem wir uns ein Tierbestimmungsbuch gekauft hatten. Die feinen Unterschiede blieben uns vor Ort erst einmal verborgen. Leider war es mittlerweile sehr heiß, so dass das Hitzeflimmern beim Fotografieren sehr störte.

Deshalb fuhren wir weiter zum Okaukuejo Restcamp, checkten ein, entrichteten den Eintrittspreis für den Park und meldeten uns für das Abendessen für um 19:00 Uhr an. Dann erkundeten wir das Gelände und schauten am Wasserloch vorbei. Da dort aber nichts los war, holten wir im Zimmer erst mal die am Morgen ausgefallene Dusche nach.

Gegen 17 Uhr machten wir uns erneut auf zum Wasserloch. Und da stand er dann, unser erster afrikanischer Elefant. Er stillte seinen Durst, besprühte sich mit Wasser und zog davon. Als Nächstes kamen Oryx zum Trinken, danach eine größere Herde Zebras. Auch ein weiterer Elefant kam zum Wasserloch und aus einer Giraffe wurden irgendwann fünf. Das alles konnten wir inklusive Sonnenuntergang beobachten, es war eine herrliche Stimmung!

Wir mussten uns dann etwas beeilen, um rechtzeitig um 19 Uhr beim Abendessen im Restaurant zu sein. Leider war das Essen nicht wirklich umwerfend, wie wir zuvor schon öfters gehört hatten. Die Salate waren noch in Ordnung, aber der Hauptgang war wirklich eine Zumutung. Die Beilagen waren kalt und das Eland-Steak war ein Elend – so zäh wie eine Schuhsohle.

Nach dem Essen haben wir erneut Kamera und Stativ geschnappt und sind wieder zum Wasserloch. Wir hatten Glück und konnten noch eine der Bänke ergattern. Das Wasserloch wurde von drei großen Scheinwerfern in gelbliches Licht getaucht.
Es waren drei Elefantenbullen am Wasser. Diese schubsten und schoben sich, bis die Stoßzähne aneinanderkrachten. Nach einiger Zeit tauchte ein Nashorn auf. Das wollte natürlich an derselben Stelle trinken wir die Elefanten. Also starrte das Nashorn die Elefanten an und die starrten zurück. Dabei waren alle vier wir eingefroren, keiner rührte sich. Nach einigen Sekunden war es dem Nashorn wohl zu doof, es lief zum Wasser und stillte seinen Durst. Auf der anderen Seite des Wassers beobachtete eine Giraffe das Treiben argwöhnisch.

Die Atmosphäre am Wasserloch war sehr schön. Es waren viele Leute da, trotzdem war es sehr still und alle beobachteten gespannt, was passiert. Ein wirklich schöner erster Abend im Etoscha!

Aabadi Mountain Camp

Nette Lage mitten zwischen den roten Felsen am Abu-Huab-Fluss. Die Zelte sind klein und einfach mit einem originellen Open Air Bad. Vor der Rezeption war eine größere Baustelle. Leckeres Abendessen, das Frühstück sehr einfach mit Instant-Kaffee und ohne Speck oder Würstchen zu den Eiern. Am Meisten störte uns die wenig gastfreundliche Atmosphäre. Die beiden Besitzer waren, vor allem am ersten Tag, keine guten Gastgeber.

Tag 14: Twyfelfontein

In der Nacht wurde es im Zelt sehr kalt, so dass Jens irgendwann die zusätzlichen Fleecedecken holte. Aus diesem Grund wollte nach dem Weckerklingeln keiner von uns das warme Bett verlassen und die Dusche ließen wir auch ausfallen. Daher waren wir dann ausnahmsweise die Ersten beim Frühstück, das leider sehr einfach gehalten war. Es gab nur Instantkaffee und die Eier ohne Speck oder Würstchen.

Nach dem Frühstück brachen wir Richtung Twyfelfontein auf. Dort gibt es sehr viele Felsgravuren und -malereien, die von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert wurden. Der Eingang liegt nur ungefähr zwanzig Kilometer vom Aabadi Mountain Camp entfernt. Daher waren wir rechtzeitig vor den großen Bussen da.

Die Felsgravuren und -malereien darf man nur mit einem Führer besichtigen. Deshalb mussten wir am Eingang einen Moment warten. In der Zeit schauten wir uns das kleine Museum und den Souvenirshop an. Man kann vor Ort zwischen zwei Touren wählen: zum „Dancing Kudu“ oder zum „Lion Man“. Wir entschieden uns für die längere Tour zum Lion Man, bei der man laut unserer Führerin mehr Gravuren sehen könne als bei der Tour zum Dancing Kudu. Im letzten Moment stieß noch ein deutsches Paar zu uns, so dass wir zu viert zu den Gravuren geführt wurden.

Unsere Führerin erklärte uns die Felsgravuren und -malereien ausführlich. Die Meisten sind sehr gut erhalten und die Tiere deutlich zu erkennen. In fast jedem Bild sind Giraffen zu sehen. Auch Nashörner und Antilopen sind häufig abgebildet. Auf einem Bild sind sogar Robben dabei. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass die Ersteller bis zur Küste gewandert sind.

Nach dem Ende der ungefähr einstündigen Tour gönnten wir uns im Café ein kühles Schweppes und überlegten, was wir als Nächstes unternehmen wollten. Wir entschieden uns zu den „Orgelpfeifen“ und zum „Verbrannten Berg“ zu fahren.
Die Orgelpfeifen, erstarrte Basaltsäulen, waren wenig spektakulär, also fuhren wir gleich weiter.
Der Verbrannte Berg sah schon eher interessant aus, ist aber nicht sehr groß. Verbrannter Hügel wäre wohl eine bessere Bezeichnung.

In der Nähe vom Verbrannten Berg sollte ein Geocache sein. Wie beschlossen diesen zu heben und die etwa 1,5 km dort hin zu wandern – eine gute Entscheidung. Schon nach kurzer Zeit konnten wir einige der seltenen Welwitschia Mirabilis sehen. Da wir in Swakopmund keine Zeit für den Welwitschia-Trail hatten, waren dies unsere ersten Pflanzen dieser Art. Sie können mehrere hundert Jahre alt werden. Die in Swakopmund wird auf 1500 Jahre geschätzt. Unterwegs glauben wir auch Brocken versteinerten Holzes gesehen haben, zumindest konnte man so etwas wie Jahresringe erkennen. Das Gestein hatte alle Farben, von Schwarz über Ocker bis Orange war alles dabei. Den Geocache hatten wir dann schnell gefunden und geloggt. Auf dem Rückweg haben wir auch noch schnell den Geocache bei den Orgelpfeifen geloggt.

Da wir mittlerweile Hunger hatten, fuhren wir zur Twyfelfontein Country Lodge zum Lunch. Das Restaurant ist im ersten Stock und man hat einen fantastischen Blick. Vor dem Eingang zur Lodge sind auch einige Felsgravuren zu sehen. Nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns, den dortigen Nature Drive zu buchen.

Um 16 Uhr ging es im offenen Unimog zusammen mit einer österreichischen Hummeldumm-Gruppe los. Zunächst fuhren wir durch eine Grassavanne. Der deutschsprachige Guide und Fahrer erklärte viel zur Landschaft und zu den Pflanzen. Auch sogenannte Feenkreise konnten wir sehen, deren Entstehung unklar ist.
Immer weiter ging die Fahrt nach Westen. Irgendwann wurden die Büsche und Bäume immer größer und wir erreichten das Flussbett des Abu Huab. Diesem folgten wir bis zu einer bestimmten Wasserstelle, wo sich allerdings keine frischen Spuren der dort heimischen Wüstenelefanten fanden. Wir hatten am Vortag bereits gehört, dass die Elefanten derzeit nicht in der Nähe sind.
Leider stellte sich der Nature Drive als regelrechte Hatz auf die Wüstenelefanten heraus. Der Guide brauste so schnell und so weit wie irgend möglich den Huab-Fluss nach Westen. Die anderen Tiere, Oryx, Giraffe und Paviane wurden leider nahezu völlig ignoriert. Wir fanden das sehr schade.
Zum Sonnenuntergang gab es auf einer Anhöhe Sekt, bevor die Fahrt in zunehmender Dunkelheit und Kälte endlich wieder zurück zur Lodge ging. In völliger Dunkelheit kamen wir dort total durchgefroren an. Vorsichtig machten wir uns dann auf den Rückweg zum Aabadi Mountain Camp.

Hier hatten wir vor dem Drive bescheid gegeben, weshalb man uns freundlicherweise das Abendessen warmgehalten hatte. Die scharfe Tomaten-Zwiebel-Suppe und ein heißer Tee wärmten uns dann langsam wieder auf. Als Hauptgang gab es Hähnchen-Curry und Game Stew mit Reis und Salat. Zum Nachtisch gab es leckeren Apfelkuchen. Ziemlich geschafft krochen wir dann unter unsere warmen Decken im Zelt.

Nature Drive, Twyfelfontein Country Lodge

Insgesamt schöne, abwechslungsreiche Landschaft, aber eine reine Hatz auf die Wüstenelefanten. Wir hätten die Fahrt nicht gemacht, wenn wir dies vorher gewusst hätten. Wir hatten den Drive gebucht, weil wir bisher noch keinen Game Drive gemacht hatten.