Jun062011

Herzlich Willkommen auf unserem Reiseblog!

Nach­dem unser Rei­se­b­log wäh­rend unse­rer USA-Reise 2009 und USA-Reise 2010 sehr viel Anklang gefun­den hat, haben wir uns ent­schlos­sen, die­ses Jahr auch wie­der ein Blog zu schreiben.

Die­ses Jahr wer­den wir uns auf Safari in Nami­bia bege­ben. Star­ten und Enden wird unsere Rund­reise in Nami­bias Haupt­stadt Wind­hoek. Am 04.10.2011 flie­gen wir mit Air Nami­bia von Frankfurt/Main direkt nach Wind­hoek. Wir wer­den dann 23 Tage mit dem Auto im Links­ver­kehr über Nami­bias Pads fah­ren, bevor es am 27.10.2011 mit Air Nami­bia auf umge­kehr­tem Wege wie­der zurück geht. :D

Die­ses Mal wer­det Ihr unsere Aben­teuer im wil­den Afrika lei­der nicht live mit­ver­fol­gen kön­nen, da wir im Gegen­satz zu den USA höchst­wahr­schein­lich nicht am lau­fen­den Band Inter­net­zu­gang in den Lod­ges haben wer­den. Statt­des­sen wer­den wir unsere Erleb­nisse und Bil­der erst hin­ter­her hier fest­hal­ten. Wenn mög­lich, wer­den wir jedoch von unter­wegs hin und wie­der ein kur­zes Lebens­zei­chen hier hinterlassen.

Unser Rei­se­ta­ge­buch könnt Ihr wahl­weise direkt hier im Blog, per Fee­dre­a­der oder per E-Mail mitverfolgen.

Wir wün­schen Euch viel Spaß beim Lesen und freuen uns auf Eure Kom­men­tare hier im Blog oder per E-Mail!

Katja & Jens

Okt272011

Tag 23: Düsternbrook — Windhoek und Rückreise

Lei­der war der Him­mel mor­gens stark bedeckt, so dass wir lei­der kei­nen letz­ten schö­nen Son­nen­auf­gang in Afrika erle­ben durf­ten. Wir ver­stau­ten die rest­li­chen Sachen und gin­gen zum Früh­stück. Danach konn­ten wir an der Rezep­tion pro­blem­los bei Air Nami­bia online ein­che­cken, unsere Sitz­plätze wäh­len und die Bord­pässe ausdrucken.

Die Reise­taschen waren schnell im Auto ver­staut und wir mach­ten uns auf den Weg Rich­tung Wind­hoek. Jens ließ es sich nicht neh­men, eine der drei Was­ser­durch­fahr­ten auf dem Weg zur B1 drei­mal zu machen – für Foto– und Video­auf­nah­men. Die letz­ten Kilo­me­ter afri­ka­ni­sche Pad hat­ten wir schnell hin­ter uns gebracht und fuh­ren auf der geteer­ten B1 nach Windhoek.

Auf Sight­see­ing in der Stadt hat­ten wir keine Lust, wir waren nach den wun­der­vol­len 23 Rei­se­ta­gen ein­fach über­voll mit Ein­drü­cken und Erleb­nis­sen. Um uns die War­te­zeit bis zur Autor­ück­gabe eini­ger­ma­ßen sinn­voll zu ver­trei­ben, gin­gen wir in die Mae­rua Mall. Dort hat­ten wir zu Beginn unse­rer Reise unse­ren ers­ten Ein­kauf erle­digt. Wir park­ten das Auto auf dem bewach­ten Park­platz und bum­mel­ten eine Zeit­lang durch die Geschäfte der Mall. Dabei ent­deck­ten wir ein net­tes Restau­rant, in dem es auch kos­ten­lo­ses WLAN gab.
Also hol­ten wir den Lap­top aus dem Auto und ver­trö­del­ten die Zeit mit dem Hoch­la­den von Fotos und brach­ten uns auf den neu­es­ten Stand, was in der Welt so pas­siert war. Außer­dem stärk­ten wir uns mit einem Sand­wich (Katja) und Bobo­tie (Jens) sowie lecke­rem Cappuccino.

Kurz nach 15 Uhr ver­lie­ßen wir die Mae­rua Mall, tan­ken ein letz­tes Mal voll und fuh­ren zum Flug­ha­fen. Dort ange­kom­men zogen wir uns im Auto noch schnell unsere lange Klei­dung für das kalte Deutsch­land an und fuh­ren zur Fahr­zeug­rück­gabe von Europ­car. Die Rück­gabe unse­res Autos war schnell erle­digt, die bei­den Mit­ar­bei­ter hat­ten am Zustand nichts aus­zu­set­zen. Im Office gaben wir noch die Rech­nung für die Rei­fen­re­pa­ra­tur ab. Das Geld wurde tat­säch­lich unge­fähr vier Wochen spä­ter unse­rer Kre­dit­karte gutgeschrieben.

Am Schal­ter für die Gepäck­ab­gabe tra­fen wir das deut­sche Paar wie­der, mit wel­chem wir im Aabadi Moun­tain Camp an einem Tisch zu Abend geges­sen hat­ten. Mit den bei­den und einem wei­te­ren Paar aus Deutsch­land ver­ging die War­te­zeit im Café des Flug­ha­fens bei einem letz­ten App­le­ti­ser und dem Aus­tausch der Rei­se­er­leb­nisse sehr schnell.

Nach der Sicher­heits­kon­trolle inves­tierte Katja noch einige Nami­bia Dol­lars in zwei Fla­schen Ama­rula. Wäh­rend wir anschlie­ßend über das Roll­feld zum Air­bus gin­gen, konn­ten wir einen letz­ten Blick auf den wun­der­schö­nen afri­ka­ni­schen Son­nen­un­ter­gang wer­fen. Mit eini­gen Minu­ten Ver­spä­tung rum­pel­ten wir dann über die Start­bahn und wink­ten Nami­bia zum Abschied.

An Bord gab es zunächst Full Bar Ser­vice. Katja gönnte sich einen Ama­rula (min­des­tens ein Dop­pel­ter!). Zum Abend­es­sen wähl­ten wir beide das Game-Gulasch mit Rot­kohl und Nudeln. An den Film kön­nen wir uns beide nicht erin­nern. Statt­des­sen haben wir ver­sucht so gut es geht zu schla­fen. Kurz vor vier Uhr wurde dann das Licht wie­der ein­ge­schal­tet und es wurde Rührei mit Würst­chen und Kar­tof­feln zum Früh­stück serviert.

Pünkt­lich um sechs Uhr lan­de­ten wir in Frank­furt. Die Pass­kon­trolle war schnell erle­digt und auch die Kof­fer waren zügig auf dem Band. Mit den bei­den aus dem Aabadi Moun­tain Camp gin­gen wir dann zum Fern­bahn­hof, um den nächs­ten ICE nach Stutt­gart zu neh­men. Die War­te­zeit über­brück­ten wir zu viert in einem Café bei Cap­puc­cino und Crois­sants. Lei­der muss­ten wir in Mann­heim noch­mals umstei­gen, konn­ten aber zum Glück immer einen freien Vierer-Tisch fin­den. In Stutt­gart trenn­ten sich unsere Wege, wir spur­te­ten zur S-Bahn und waren gegen zehn Uhr wie­der zu Hause.

Düs­tern­brook Guest Farm

Kleine gemüt­li­che Gäs­te­farm in der Nähe von Wind­hoek. Von der Ter­rasse am Farm­haus hat man einen wun­der­vol­len Blick über einen Fluss und die umge­ben­den Hügel. Das Zim­mer (Fel­sen­haus Nr. 1) ist ein­fach aber funk­tio­nal ein­ge­rich­tet und bie­tet von der eige­nen klei­nen Ter­rasse den Aus­blick auf das Tal und den Fluss. Der Gast­ge­ber und das Per­so­nal sind sehr freund­lich und außer­or­dent­lich bemüht, einem einen schö­nen Auf­ent­halt zu ermög­li­chen. Neben den bekann­ten Akti­vi­tä­ten auf der Farm, wie der atem­be­rau­ben­den Gepar­den– und Leoparden-Fütterung sowie dem Nature Drive, sind auch eine Reihe an Wan­der­mög­lich­kei­ten auf dem Farm­ge­lände ausgeschildert.

Okt262011

Tag 22: Düsternbrook

Das Früh­stück genos­sen wir gemein­sam mit Herrn Vaatz, dem Farm­be­sit­zer, und den ande­ren Gäs­ten auf der Ter­rasse des Farm­hau­ses. Es gab unter ande­rem lecke­res selbst­ge­ba­cke­nes Brot und selbst­ge­machte Marmelade.

Nach den Tagen im Auto im Eto­scha ver­spür­ten wir Bewe­gungs­drang. Daher woll­ten wir am Vor­mit­tag gerne etwas zu Fuß unter­neh­men, bevor wir am Nach­mit­tag bei der Raub­tier­füt­te­rung und even­tu­ell beim Nature Drive wie­der im Fahr­zeug sit­zen wür­den. Herr Vaatz emp­fahl uns, den Andreas Dam Walk zu wan­dern. Mit etwas Glück könn­ten wir vom Dam aus die Fluss­pferde beobachten.

Auf Düs­tern­brook gibt es eine Reihe an aus­ge­schil­der­ten Wan­der­rou­ten, von kur­zen Spa­zier­gän­gen bis hin zu Halb­ta­ges­wan­de­run­gen. Zu jeder Route kann man sich an der Rezep­tion einen Infor­ma­ti­ons­zet­tel mit einer Karte und Hin­wei­sen mit­neh­men, damit man sich gut zurechtfindet.

Wir beschlos­sen dem Rat des Haus­herrn zu fol­gen und mach­ten uns auf zum Andre­as­damm. Der Weg führte zunächst an einem Feld­weg ent­lang, auf dem wir einige Impa­las beob­ach­ten konn­ten. Danach ging es wei­ter zwi­schen Büschen, Bäum­chen und Fel­sen hin­durch Rich­tung Damm. Unter­wegs scheuch­ten wir eine kleine Herde Oryx auf. Vom View Point am Damm konn­ten wir die dort leben­den Fluss­pferde immer wie­der kurz auf­tau­chen sehen.

Lei­der war das Wet­ter an die­sem Tag nicht so gut. Es war sehr bedeckt und ein fri­scher Wind wehte. Zum Wan­dern war das aller­dings ganz ange­nehm. Am Damm fing es lei­der leicht an zu tröp­feln, wes­halb wir nicht län­ger ver­weil­ten und uns lang­sam auf den Rück­weg mach­ten. Den muss­ten wir zunächst ein wenig suchen, da der Weg an die­ser Stelle nicht immer deut­lich mar­kiert war. Unter­wegs beob­ach­ten wir an einer Fels­wand einige Rock Das­sies. Mitt­ler­weile kam hin und wie­der auch die Sonne raus.

Das letzte Stück des Weges woll­ten wir am Fluss ent­lang zurück­lau­fen. Nach kur­zer Zeit kamen wir im Gebüsch am Fluss jedoch nicht wei­ter. Wir fan­den zwar eine Stelle, an der wir den Fluss über­que­ren konn­ten, waren dann aber unsi­cher, ob wir bei der Farm wie­der auf die andere Seite kämen. Des­halb gin­gen wir wie­der zurück und benut­zen den aus­ge­schil­der­ten direk­ten Weg zurück zur Farm.

Der Weg führte direkt an den Gehe­gen der Leo­par­den und Gepar­den vor­bei. Zwei Gepar­den lagen tat­säch­lich nur wenige Meter hin­ter dem Zaun und beob­ach­te­ten uns. Im ers­ten Moment waren wir unschlüs­sig, ob sie wirk­lich im Gehege waren oder nicht. An der Stelle grenz­ten näm­lich zwei Gehege anein­an­der, nur wir hat­ten das zweite Gehege, in dem sie sich befan­den, nicht rich­tig wahr­ge­nom­men. Daher ver­mu­te­ten wir sie zunächst hin­ter dem ers­ten Gehege im Freien und waren etwas erschro­cken. Nach­dem wir unse­ren Feh­ler bemerkt und uns wie­der beru­higt hat­ten, beob­ach­te­ten wir sie einen Moment, bevor wir wei­ter gingen.

Zurück am Farm­haus gönn­ten wir uns ein lecke­res Sand­wich zur Stär­kung. Anschlie­ßend fin­gen wir schon ein­mal an, ein paar Sachen in den Kof­fern zu ver­stauen. Danach gin­gen wir auf die Cats Unli­mited Tour. Im Rah­men die­ser Tour fährt man im offe­nen Fahr­zeug in die Gehege jeweils eines Leo­par­den und zweier Gepar­den und kann diese bei ihrer Füt­te­rung aus der Nähe beobachten.

Zuerst fuh­ren wir mit zwei Fahr­zeu­gen in das Leoparden-Gehege von Leo­pard “Teddy”. Einer der Gui­des depo­nierte Fleisch auf einem Baum. Teddy klet­terte beein­dru­ckend schnell auf den Baum und machte sich über das Fleisch her. Danach sprang Teddy wie­der her­un­ter und wurde mit wei­te­ren klei­nen Fleisch­bro­cken gefüt­tert. Der Guide warf ihm die Stück­chen zu, zum Teil konnte Teddy sie bereits im Flug fan­gen. Ein wirk­lich sehr schö­nes, ele­gan­tes Tier.

Im Anschluss fuh­ren wir in das Gehege der bei­den Gepar­den, die wir bereits am Vor­mit­tag gese­hen hat­ten. Die zwei Gepar­den folg­ten dem Auto, bis wir auf einer Anhöhe an einem grö­ße­ren Platz hiel­ten. Hier wur­den ihnen die Fleisch­bro­cken zuge­wor­fen. Die Tiere beweg­ten sich so schnell, dass das Foto­gra­fie­ren nicht ein­fach war. Wenn der Guide kein Fleisch mehr warf, win­sel­ten die Gepar­den wie kleine Hunde, um im nächs­ten Moment laut zu fauchen.

Die ganze Tour dau­erte unge­fähr 50 Minu­ten. Auch wenn alles recht schnell vor­bei war, hat es uns gut gefallen.

Nach einer kur­zen Pause star­te­ten wir zum After­noon Game Drive über das Farm­ge­lände. Wir konn­ten zum Abschied noch­mal viele Anti­lo­pen, War­zen­schweine, Gnus und sogar ein Nas­horn bewun­dern. Dies fühlte sich anschei­nend durch die bei­den Fahr­zeuge gestört und lief unru­hig im Gebüsch umher, bis es end­gül­tig ver­schwand. Zu Fuß hät­ten wir ihm nicht begeg­nen wollen.

Zum Abschluss der Fahrt hiel­ten wir in der Nähe des Damms am See. Von dort konn­ten wir bei einem Sundow­ner die vier Hip­pos beob­ach­ten, ein Männ­chen, zwei Weib­chen und ein Jung­tier. Lei­der kam keins der Tiere ganz aus dem Was­ser, aber sie ris­sen immer wie­der ihre Mäu­ler weit auf.

Zurück im Zim­mer set­zen wir das Packen unse­rer Kof­fer bis zum Abend­es­sen fort – wie immer kein ein­fa­ches Unter­fan­gen. Vor allem die Sou­ve­nirs muss­ten gut und sicher ver­staut wer­den. Das Abend­es­sen fand erneut in einer net­ten Runde statt, so dass wir an unse­rem letz­ten Abend wesent­lich län­ger sit­zen blie­ben als geplant. Als Vor­speise gab es lecke­rer Quiche, danach Oryx-Schnitzel mit Karot­ten, Reis und Salat. Zum Nach­tisch gab es Pfann­ku­chen mit Mar­me­lade. Herr Vaatz küm­merte sich red­lich um alle Gäste und so ver­ging die Zeit wie im Flug. Lei­der war auf der Farm der Ama­rula aus, so dass Katja dar­auf ver­zich­ten musste und wir uns ein zwei­tes Savanna gönn­ten. Im Zim­mer fie­len wir dann ziem­lich müde ins Bett.

Okt252011

Tag 21: Waterberg — Düsternbrook

Nach­dem wir gemüt­lich gefrüh­stückt und aus­ge­checkt hat­ten, fuh­ren zum Fried­hof in der Nähe der Rezep­tion. Hier lie­gen die deut­schen Sol­da­ten begra­ben, die am Water­berg wäh­rend des Herero-Aufstands ums Leben kamen. Der Fried­hof und die Grä­ber wer­den laut einem Schild von der Kriegs­grä­ber­für­sorge Nami­bia gepflegt. Lei­der konn­ten wir den dor­ti­gen Geo­ca­che nicht log­gen, da wir uns ent­we­der durchs Gestrüpp hät­ten kämp­fen müs­sen oder über die Fried­hofs­mauer hät­ten klet­tern müs­sen. Da die Mauer jedoch schon etwas ein­sturz­ge­fähr­det wirkte, ver­zich­te­ten wir lie­ber, schließ­lich woll­ten wir nichts beschädigen.

Also mach­ten wir uns auf den Weg Rich­tung Wind­hoek, zur Düs­tern­brook Guest­farm, unse­rem letz­ten Quar­tier in Nami­bia. Auf dem Weg stopp­ten wir in Oka­handja. Hier gibt es einen Crafts­mar­ket, auf dem wir noch­mals nach Sou­ve­nirs schau­ten. Die Ver­kaufs­at­mo­sphäre auf dem Markt war für uns viel ange­neh­mer als in Swa­kop­mund. Zwar wollte auch hier jeder Ver­käu­fer, dass wir sei­nen “Shop”, meist eine ein­fa­che Bret­ter­bude, besu­chen. Jedoch durf­ten wir uns darin alles in Ruhe anse­hen und wur­den nicht stän­dig bedrängt etwas zu kau­fen. Wir erwar­ben noch einige Anden­ken, unter ande­rem einen gro­ßen Hol­ze­le­fan­ten, der mitt­ler­weile im Wohn­zim­mer auf der Kom­mode wacht. Danach fuh­ren wir wei­ter nach Düsternbrook.

Von der B1 muss­ten wir noch etwa 18 Kilo­me­ter über eine Pad zur Farm fah­ren. Auf die­sen letz­ten Kilo­me­tern in Nami­bia hat­ten wir dann sogar noch Was­ser­durch­fahr­ten. Am ers­ten Bach stopp­ten wir und stie­gen aus, um die Sache genauer in Augen­schein zu neh­men. Gera­de­aus war das Was­ser tie­fer und vol­ler gro­ßer Steine, aber rechts konnte man gut durch­fah­ren. An die­ser Stelle war das Was­ser recht flach und wir konn­ten ohne Pro­bleme auf die andere Seite fah­ren. Um die­ses Erleb­nis auf Video fest­zu­hal­ten, fuh­ren wir noch zwei­mal durch den Bach. Dies war ja schließ­lich unsere erste Fluss­durch­fahrt. Kurze Zeit spä­ter stan­den wir erneut vor einem Fluss, der noch etwas tie­fer als der Erste war. Wir konn­ten uns aber gut an den Fahr­spu­ren der ande­ren Fahr­zeuge ori­en­tie­ren. Beim drit­ten Bach sind wir schon gar nicht mehr aus­ge­stie­gen, und sind direkt durchgefahren.

Auf der Gäs­te­farm Düs­tern­brook wohn­ten wir im Fel­sen­haus Num­mer eins. Von der Ter­rasse hat­ten wir einen schö­nen Blick über den Fluss und die umge­ben­den Berge. Den rest­li­chen Nach­mit­tag genos­sen wir ein­fach die Aus­sicht und beob­ach­te­ten dabei immer wie­der Oryx, Paviane und War­zen­schweine am Was­ser. Das Chaos in unse­rem Zim­mer, nach­dem wir das Auto kom­plett aus­ge­räumt hat­ten, igno­rier­ten wir ein­fach und genos­sen die Zeit.

Das Abend­es­sen war dann so, wie wir es uns auf einer Gäs­te­farm vor­ge­stellt hat­ten. Alle Gäste und der Besit­zer der Farm aßen zusam­men an einer gro­ßen Tafel. Diese war sehr nett mit Ker­zen und Petro­le­um­lam­pen gedeckt und beleuch­tet. Der Haus­herr begrüßte alle Gäste per­sön­lich und jeder stellte sich kurz vor. Das Essen war wirk­lich sehr lecker und unter­halt­sam. Zur Vor­speise gab es Lachs auf Gemüse. Dar­auf folgte als Haupt­speise Game Gulasch mit gegrill­ten Auber­gi­nen, Nudeln und Salat. Als Nach­speise wurde ein Frucht­quark ser­viert. Wäh­rend des Essen unter­hiel­ten wir uns sehr nett mit den ande­ren Gäs­ten und dem Gast­ge­ber, der sich red­lich um das Wohl aller Gäste bemühte. Wir waren erstaunt, dass er neben Eng­lisch und Deutsch auch sehr gut Fran­zö­sisch sprach.

Water­berg Restcamp

Schöne Anlage mit vie­len Grün­flä­chen. Wir hat­ten eine ein­fach ein­ge­rich­tete Haus­hälfte mit Kühl­schrank sowie Küchen­ar­beits­flä­che, Car­port, klei­ner Ter­rasse und gemau­er­ter Grill­stelle. Das Restau­rant befin­det sich in dem sehr schö­nen Gebäude der ehe­ma­li­gen Poli­zei­sta­tion am Water­berg. Das Per­so­nal war manch­mal etwas ver­huscht aber trotz­dem immer sehr freund­lich und auf­merk­sam. Das Essen war zwar nicht per­fekt, aber um eini­ges bes­ser als in Okau­kuejo und Halali.

Okt242011

Tag 20: Waterberg

Die­sen Tag lie­ßen wir aus­nahms­weise ruhi­ger ange­hen und schlie­fen etwas län­ger. Nach einem gemüt­li­chen Früh­stück buch­ten wir an der Rezep­tion den Game Drive auf das Water­berg Pla­teau am Nach­mit­tag, in der Hoff­nung ein paar Was­ser­büf­fel zu sehen.

Anschlie­ßend schnür­ten wir unsere Wan­der­schuhe und mach­ten uns auf dem Moun­tain Trail hin­auf auf das Pla­teau. Der Weg führte zunächst durch grü­nen Wald und Busch. Erstaun­lich, wie groß und grün die Vege­ta­tion zum Teil war. Der letzte Teil des Weges ver­lief über Fel­sen, wobei man manch­mal fast klet­tern musste. Mitt­ler­weile war es recht warm gewor­den und wir waren froh, aus­rei­chend Was­ser mit­ge­nom­men zu haben.

Vom View Point hat­ten wir einen phan­tas­ti­schen Blick über die schein­bar end­los weite Ebene. Wir mach­ten kurz Rast und genos­sen den Aus­blick. In der Nähe konn­ten wir einen Pavian hören. Danach logg­ten wir einen Geo­ca­che, der oben auf dem Pla­teau ver­steckt ist, wobei uns wun­derte, dass die Paviane die Dose noch nicht gefun­den hat­ten. Beim Abstieg wähl­ten wir einen ande­ren Weg, so dass wir noch einen wei­te­ren Geo­ca­che log­gen konnten.

Zurück im Zim­mer war unsere letzte Hand­wä­sche des Urlaubs ange­sagt. Danach gin­gen wir zum Mit­tag­es­sen ins Restau­rant. Das Water­berg Club Sand­wich war wirk­lich sehr lecker und die Por­tion mit Pom­mes und Salat reich­lich. Gut gestärkt fuh­ren wir zur Rezep­tion, wo um halb vier der Game Drive star­ten sollte.

Unser Guide war sehr freund­lich und nach der Begrü­ßung star­tete die Fahrt im offe­nen LKW Rich­tung Water­berg. In die­sem Gefährt gab es sogar Gurte, die wir aber nicht benö­tig­ten. Hät­ten wir die bloß mal in Twy­fel­font­ein gehabt!

Zunächst fuh­ren wir eine Weile im Tal am Water­berg ent­lang, bis wir ein Tor erreich­ten. Dahin­ter führte eine befes­tigte Straße auf das Pla­teau hin­auf. Oben hiel­ten wir kurz an, um die Aus­sicht zu genie­ßen. Dann setz­ten wir unsere Fahrt über die tiefsan­di­gen Pis­ten fort. Irgend­wie hat­ten wir uns das Water­berg Pla­teau nicht so san­dig und auch nicht so stark bewach­sen vor­ge­stellt. Die Büsche und Bäume wuch­sen teils so dicht und hoch, dass man die Tiere nur schwer erspä­hen konnte. Unser Guide schaffte es trotz­dem Rap­pen­an­ti­lo­pen (Eng­lisch: Sable Anti­lope) auf­zu­spü­ren. Diese Anti­lo­pen fin­det man in Nami­bia nur am Water­berg und im Caprivi-Streifen.

Der nächste Stopp war an einem der bei­den Was­ser­lö­cher, an denen wir im Rah­men der Tour vor­bei­ka­men. Diese Was­ser­lö­cher kann man, im Gegen­satz zu jenen im Eto­scha, nicht vom Auto aus beob­ach­ten. Die Tiere am Water­berg sind ein­fach noch viel scheuer als im Eto­scha. Daher muss­ten wir jeweils ein paar Meter durch eine Art Holz­tun­nel zu einem Ver­schlag zu Fuß gehen. Die Unter­stände lie­gen direkt am Was­ser­loch, wobei man auf Bän­ken sit­zend durch einen schma­len Spalt raus­schauen und –foto­gra­fie­ren kann.

Zunächst stand eine Rap­pen­an­ti­lope am Rand des Was­sers. Plötz­lich sprang diese davon und wir konn­ten noch einen kur­zen Blick auf ein Nas­horn erha­schen. Lei­der ver­schwand es gleich wie­der im Gebüsch. Der Wind stand wohl ungüns­tig und das Nas­horn musste uns gewit­tert haben, denn alle Teil­neh­mer hat­ten wirk­lich kei­nen Mucks von sich gegeben.

Auf der Wei­ter­fahrt über das Pla­teau konn­ten wir noch Giraf­fen und eine wei­tere Anti­lo­pen­art sehen: Pfer­de­an­ti­lo­pen (Eng­lisch: Roan Anti­lope). Auch diese gibt es nur im Caprivi oder eben am Waterberg.

Am zwei­ten Was­ser­loch war zunächst kein Tier zu sehen. Aber nach kur­zer War­te­zeit tauchte im Gebüsch etwas gro­ßes Dunk­les auf. Es waren zwei Büf­fel, die gemüt­lich zum Was­ser­loch kamen. Sie tran­ken und ver­schwan­den bereits nach weni­gen Minu­ten wie­der im Gebüsch.

Auf der Rück­fahrt konn­ten wir noch­mals kurz im Gebüsch Büf­fel aus­ma­chen, die jedoch gleich davon spran­gen. Im Licht der unter­ge­hen­den Sonne ver­lie­ßen wir das Water­berg Pla­teau und fuh­ren zum Camp zurück.

Das Abend­es­sen war wie­der ganz ordent­lich. Jens hatte erneut Oryx Steak mit Kar­tof­feln und Gemüse und Katja ent­schied sich für King­klip mit Gemüse und Reis. Zum Nach­tisch gab es wie am Vor­tag für Jens einen Frucht­sa­lat und für Katja einen Amarula.

Wir saßen dann nach dem Essen noch auf unse­rer Ter­rasse und genos­sen ein Savanna. Plötz­lich bewegte sich etwas mit lan­gem buschi­gen Schwanz im Licht unse­rer Taschen­lam­pen. Mit Hilfe unse­res Tier­be­stim­mungs­buchs konn­ten wir es schnell als Kleinfleck-Ginsterkatze iden­ti­fi­zie­ren. Da diese Tiere nacht­ak­tiv sind, hat­ten wir wirk­lich Glück eine zu sehen. Nach­dem Jens die Jagd nach drei grö­ße­ren Spin­nen im Zim­mer erfolg­reich been­det hatte, fie­len wir müde ins Bett.

Okt232011

Tag 19: Namutoni — Waterberg

Unser letz­ter Mor­gen im Eto­scha begann aber­mals früh. Wir woll­ten unser Glück erneut am Was­ser­loch Chu­dop ver­su­chen, in der Hoff­nung, das Löwen­ru­del wie­der­zu­se­hen, das dort am Vor­tag kurz vor Son­nen­un­ter­gang im Gebüsch lag. Also haben wir uns mit dem Früh­stück beeilt, und um kurz vor Sie­ben das Camp verlassen.

Am Was­ser­loch Chu­dop waren lei­der keine Löwen und auch ansons­ten rein gar nicht los. Noch nicht ein­mal eine Giraffe ließ sich bli­cken, obwohl es in der Gegend um Namu­toni nur so von Giraf­fen zu wim­meln schien, wie wir an dem Tag erneut fest­stel­len durf­ten. Wir ent­schlos­sen uns daher wei­ter zum Was­ser­loch Klein Namu­toni zu fah­ren, wo auch einige Giraf­fen und Spring­bö­cke am Was­ser waren.

Da es immer noch recht früh war, fuh­ren wir am Rand der Etosche-Pfanne wei­ter Rich­tung nor­den. An den Was­ser­lö­chern Klein und Groot Okevi tra­fen wir aber­mals auf zahl­rei­che Giraf­fen. Am Was­ser­loch Tsum­cor gesell­ten sich noch Zebras dazu. Auf der Rück­fahrt nach Namu­toni stan­den erneut viele Giraf­fen auf der Straße. Einige ver­zo­gen sich ins Gebüsch, andere blie­ben ste­hen, wenn wir lang­sam an ihnen vor­bei­roll­ten. Eine Giraffe fühlte sich durch uns jedoch so gestört, dass sie mit dem Hin­ter­bein aus­trat. Zum Glück erst, als wir schon vor­bei waren: Wie würde man sonst bloß so eine Delle sei­nem Auto­ver­mie­ter erklä­ren? Wenige Kilo­me­ter vor Namu­toni sahen wir vier­zehn Giraf­fen neben der Straße. Wir frag­ten uns, ob sie wohl Jah­res­haupt­ver­samm­lung in Namu­toni hatten.

Wir check­ten schnell aus und fuh­ren noch­mal nach Chu­dop. Dort tum­mel­ten sich mitt­ler­weile Kudus, Oryx und War­zen­schweine. Wir beob­ach­te­ten das Trei­ben eine Weile und konn­ten so sogar noch eine Elen­an­ti­lope (Eland) sehen. Elen­an­ti­lo­pen sind die größte Anti­lo­pen­art und im Eto­scha nicht sehr häufig.

Auf dem Weg zum Von Lin­de­quist Gate beschlos­sen wir, noch einen kur­zen Abste­cher nach Klein Namu­toni zu machen. Wir konn­ten uns nicht wirk­lich vom Eto­scha tren­nen. Auf den letz­ten hun­dert Metern vor dem Was­ser­loch sahen wir etli­che Giraf­fen und Zebras flüch­ten. Kurz dar­auf stürmte eine Ele­fan­ten­herde ans Was­ser. Es waren wie­der einige junge Ele­fan­ten dabei. Wir beob­ach­te­ten sie eine Weile beim Baden und trin­ken. Als die Ele­fan­ten das Was­ser ver­lie­ßen und sich mit Staub puder­ten ris­sen wir uns wider­wil­lig von dem Anblick los. Schließ­lich war es bereits halb zwölf und wir hat­ten noch einige Kilo­me­ter bis zum Water­berg vor uns.

Wir pas­sier­ten ohne Pro­bleme, aber schwe­ren Her­zens, das Von Lin­de­quist Gate und fuh­ren auf der Teer­straße nach Tsu­meb. Im dor­ti­gen Wimpy, einer Schnellrestaurant-Kette ähn­lich Denny’s in Ame­rika, mach­ten wir Rast. Wir still­ten mit lecke­ren Bur­gern unse­ren Hun­ger und genos­sen einen Kaf­fee. Im Super­spar nebenan füll­ten wir noch unsere Was­ser­vor­räte auf und setz­ten unse­ren Weg nach Süden fort.

Die Stre­cke bis zum Water­berg Pla­teau Park war zwar weit, aber bis auf die letz­ten Kilo­me­ter kom­plett geteert, so kamen wir zügig voran. Im Water­berg Rest­camp bezo­gen wir unsere Haus­hälfte mit Car­port. Das Abend­es­sen war recht lecker, es gab Oryx­steak mit Gemüse und Kar­tof­feln. Als Nach­tisch gönnte sich Jens einen Obst­sa­lat und Katja einen Amarula.

Namu­toni Rest Camp

Klei­nes ehe­ma­li­ges Fort mit darum gebau­ten Unter­künf­ten, wel­che mit­tels Ste­gen mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Wir hat­ten ein sehr schö­nes Zim­mer mit gro­ßem Bad inklu­sive Bade­wanne und Kühl­schrank. Ver­schie­dene Restau­rants, von denen jedoch nur eines geöff­net hatte. Im Ver­gleich zu Okau­kuejo und Halali gutes Abendessen.

Okt222011

Tag 18: Halali — Namutoni

Wir hat­ten bereits am Vor­abend ent­schie­den, nach dem Früh­stück als Ers­tes zum Was­ser­loch Goas zu fah­ren, da dort öfter Raub­kat­zen anzu­tref­fen sein sollen.

Löwen tra­fen wir am Was­ser­loch Goas keine, dafür nag­ten und ris­sen aber einige Hyä­nen an den Über­res­ten eines toten Ele­fan­ten. Aus dem Namibia-Forum wuss­ten wir, dass der Ele­fant schon Wochen vor unse­rer Abreise hier lag. Der Schä­del war bereits kom­plett abge­nagt, nur am Hin­ter­teil spannte noch die ver­dörrte Haut über den Kno­chen. Wenn sich die leichte Brise legte, war der Gestank fast unerträglich.

Nach­dem wir genug von den Hyä­nen und vom Gestank hat­ten, beschlos­sen wir zum zwei Kilo­me­ter ent­fern­ten Was­ser­loch Noniams zu fah­ren. Die Straße dort­hin war in schlech­tem Zustand, vol­ler Löcher und Stu­fen. Auf hal­bem Weg rief Jens plötz­lich: „Löwe“. Im glei­chen Moment sprang die­ser an der Bei­fah­rer­seite des Autos auf. Hat­ten wir uns erschro­cken, der Löwe ein­ge­schlos­sen! Zwei männ­li­che Löwen lagen direkt neben der Pad unter einem Baum im Gras. Wenn man nicht wusste, wo sie lagen und sie sich nicht beweg­ten, konn­ten man sie kaum erken­nen. Wir wen­de­ten und beob­ach­te­ten sie bei­den eine ganze Weile. Die bei­den lie­ßen sich nicht stö­ren und dös­ten ganz fried­lich wei­ter. Irgend­wann ris­sen wir uns los und fuh­ren wir wei­ter zum Was­ser­loch Noniams. Die­ses stellte sich als aus­ge­trock­net her­aus, was uns jedoch nicht wei­ter störte – wir waren ganz im Glück, dass wir die bei­den Löwen gese­hen hatten.

Wir fuh­ren zurück nach Halali. Der Zim­mer­ser­vice war bereits voll im Gange. Lei­der hatte man den Schlüs­sel zu unse­rem Zim­mer außen ste­cken las­sen und einige wei­tere, zu den Nach­bar­zim­mern, drin­nen lie­gen las­sen. Unsere Sachen waren zum Glück noch voll­stän­dig. Da weit und breit nie­mand zu sehen war, nah­men wir die Schlüs­sel an uns, belu­den unser Auto und fuh­ren zur Rezep­tion zum Ausch­e­cken. Lei­der konn­ten die Ange­stell­ten unsere Ent­rüs­tung nicht ver­ste­hen, dass man so mit den Zim­mer­schlüs­seln nicht umge­hen könne.

Bevor wir uns auf den Weg Rich­tung Namu­toni mach­ten, schau­ten wir noch­mals kurz bei “unse­ren” Löwen am Was­ser­loch Noniams vor­bei. Sie lagen immer noch an der glei­chen Stelle und dös­ten. Zwei Autos, die kurz nach uns vor­bei­ka­men, hät­ten die Löwen eben­falls bei­nahe über­se­hen. Ab und zu öff­nete einer der Löwen für einen Monet die Augen, ansons­ten schie­nen sie sich über­haupt nicht an uns zu stören.

Viele Fotos spä­ter ris­sen wir uns von dem Anblick los und stat­ten eini­gen wei­te­ren Was­ser­lö­chern sowie dem Eto­scha Look­out einen Besuch ab. Diese end­los weite grau-weiße Flä­che der Etoscha-Pfanne ist schon beein­dru­ckend. Am Look­out war kein Was­ser mehr in der Pfanne, aber der Morast ver­strömte einen unan­ge­neh­men Geruch.

An der Haupt­straße kurz hin­ter dem Eto­scha Look­out hat­ten wir erneut Glück. Drei Löwen, ein Männ­chen und zwei Weib­chen, lagen direkt neben der Pad. Wenn das Männ­chen nicht den Kopf geho­ben hätte, wären wir auch an ihnen vor­bei­ge­braust. Wir beob­ach­te­ten sie eine Weile, bevor wir unse­ren Weg schwe­ren Her­zens fortsetzten.

Im Was­ser­loch Kalk­heu­wel tum­mel­ten sich Zebras und meh­rere Adler am Was­ser­loch. Wäh­rend wir diese beob­ach­te­ten, kam plötz­lich ein ein­zel­ner Ele­fant aus dem Gebüsch. Er beäugte uns miss­trau­isch, so dass wir ihm Platz mach­ten. Dies schien ihn zufrie­den zu stel­len, er ging dann gemäch­lich zum Was­ser und trank.

Im Namu­toni Rest­camp, einem ehe­ma­li­gen Fort, bezo­gen wir unser Zim­mer und still­ten bei einem Sand­wich am Pool unse­ren Hun­ger. Unser Zim­mer war sehr geräu­mig und sehr schön ein­ge­rich­tet. Von unse­ren Zim­mern in den NWR Rest­camps, war die­ses defi­ni­tiv das Luxuriöseste.

Gegen 16 Uhr bra­chen wir erneut zur Pirsch­fahrt auf. Wir woll­ten unser Glück zuerst am Was­ser­loch Chu­dop ver­su­chen, wel­ches nur wenige Kilo­me­ter von Namu­toni ent­fernt liegt. Bei unse­rem Ein­tref­fen tum­mel­ten sich meh­rere Giraf­fen und Kudus am Was­ser. Zwei Giraf­fen­bul­len kämpf­ten mit­ein­an­der. Es gab jedes Mal einen dump­fen Schlag, wenn sie mit ihren lan­gen Häl­sen anein­an­der schlu­gen. Mit der Zeit kamen immer mehr Giraf­fen dazu. Auch Zebras und diese Art Perl­hüh­ner still­ten ihren Durst.

Nach eini­ger Zeit beschlos­sen wir, wei­ter zum Was­ser­loch Klein Namu­toni zu fah­ren. Nur wenige hun­dert Meter hin­ter dem Was­ser­loch war jedoch Stau. Da lagen min­des­tens fünf Löwen, vor­Al­lem einige jün­gere, unter den Büschen wenige Meter neben der Straße. In der Hoff­nung, dass die Löwen viel­leicht Durst bekä­men und die­sen noch vor Son­nen­un­ter­gang am Was­ser stil­len wür­den, fuh­ren wir zurück zum Was­ser­loch Chu­dop und war­te­ten. Lei­der ließ sich bis kurz vor Tores­schluss kei­ner von ihnen bli­cken. Auf dem Rück­weg zum Camp mach­ten wir noch einen kur­zen Foto­stopp bei den Löwen. Gerne wären wir noch län­ger geblieben.

In Namu­toni gab es, im Gegen­satz zu Okau­kuejo und Halali, kein Buf­fet zum Abend­es­sen. Statt­des­sen konnte man aus jeweils drei ver­schie­de­nen Vor-, Haupt– und Nach­spei­sen aus­wäh­len. Jens ent­schied sich für einen grie­chi­schen Salat mit Thun­fisch, Katja für eine Gemü­se­suppe. Zum Haupt­gang hat­ten wir Kudu Steak mit Gemüse und Reis. Jens Fleisch war etwas tro­cken und fase­rig, sonst war das Essen aber recht lecker. Bei einem Savanna lie­ßen wir die­sen “Löwen­tag” gemüt­lich ausklingen.

Halali Rest­camp

Die Anlage wirkte etwas lieb­los und erin­nerte uns an einen rie­si­gen Cam­ping­platz. Unser Zim­mer war innen jedoch sehr schön ein­ge­rich­tet und mit einem Kühl­schrank aus­ge­stat­tet. Das Abend­es­sen war deut­lich bes­ser als in Okau­kuejo, aller­dings mit klei­ne­rer Aus­wahl. Der View­point am Was­ser­loch gefiel uns sehr gut, auch wenn das Was­ser­loch bei unse­rem Besuch auf­grund der vor­her­ge­gan­ge­nen Busch­feuer lei­der nicht beleuch­tet war.

Okt212011

Tag 17: Okaukuejo — Halali

An die­sem Mor­gen waren wir bereits um kurz nach sechs Uhr beim Früh­stück im Restau­rant. Unge­fähr 20 Minu­ten nach Öff­nung der Tore (gegen 6:30 Uhr) waren wir schon auf dem Weg zu unse­rem ers­ten Was­ser­loch an dem Tag.

Am Was­ser­loch Nebrow­nii beob­ach­te­ten wir eine Tüp­fel­hyäne beim Trin­ken, ansons­ten waren keine wei­te­ren Tiere zu sehen. Nach einem kur­zen Foto­stopp, Katja fand Hyä­nen nicht wirk­lich schön, fuh­ren wir wei­ter zum Was­ser­loch Gems­bokv­lakte. Hier lagen bzw. stan­den zwei männ­li­che Löwen. Lei­der beschlos­sen sie, bei unse­rer Ankunft auf­zu­bre­chen, so dass wir nur noch ihre Hin­ter­teile aus der Ent­fer­nung zu sehen beka­men. Wir ver­such­ten noch, sie auf der Straße ganz in der Nähe abzu­pas­sen, in deren Rich­tung sie getrabt waren, jedoch ohne Erfolg. Es ließ sich kein Löwe bli­cken. Also fuh­ren wir wei­ter nach zum Was­ser­loch Oli­fants­bad, wo jedoch gar nichts los war. Daher mach­ten wir uns auf den Rück­weg zum Camp.

In Okau­kuejo check­ten wir aus, bum­mel­ten ein wenig im Sou­ve­nir­shop und besuch­ten noch­mals das Was­ser­loch. Hier waren nur wenige Zebras und Spring­bö­cke zu sehen, also bra­chen wir auf Rich­tung Halali.

Das erste Was­ser­loch auf unse­rem Weg nach Halali war Homob. Außer Zebras und Anti­lo­pen war zunächst nichts zu sehen. Wir woll­ten schon wei­ter­fah­ren, als plötz­lich alle Tiere vom Was­ser flüch­te­ten. Löwen? Leo­par­den? Nein! Eine Herde Ele­fan­ten stürmte ans Was­ser­loch und ver­trieb mit viel Getöse alle ande­ren Tiere. Unge­fähr fünf­zehn Ele­fan­ten, Müt­ter mit Jung­tie­ren unter­schied­li­chen Alters, nah­men das Was­ser­loch in Beschlag. Sie tran­ken, bade­ten und bespritz­ten sich mit Schlamm. Beson­ders die bei­den ganz klei­nen Ele­fan­ten waren sehr süß und tap­sig. Nach etwa einer hal­ben Stunde zogen die Ele­fan­ten davon und wir wei­ter zum Was­ser­loch Salvadora.

Von dort aus hat man einen schö­nen Blick über die Etoscha-Pfanne. Lei­der waren keine Löwen zu sehen. Des­halb hiel­ten wir uns dort nicht lange auf. Am Was­ser­loch Riet­font­ein tra­fen wir erneut auf eine große Herde Ele­fan­ten. Sicher­lich 30 Tiere tran­ken und bade­ten. Die vie­len Jung­tiere spiel­ten und jag­ten sich gegen­sei­tig oder scheuch­ten die Vögel auf. Von die­sem Trei­ben konn­ten wir uns über eine Stunde nicht los­rei­ßen. Nach eini­ger Zeit gesell­ten sich noch Giraf­fen und Spring­bö­cke dazu. Ein wun­der­schö­ner Augenblick.

Irgend­wann, es war mitt­ler­weile sehr heiß gewor­den, mach­ten wir uns auf den rest­li­chen Weg zum Halali Rest­camp. Nach einem stär­ken­den Sand­wich und einer klei­nen Ruhe­pause lie­fen wir zum Was­ser­loch Moringa, das direkt am Camp liegt. Lei­der hatte ein Busch­feuer einige Tage zuvor teile der Befes­ti­gung und die Strom­ka­bel zer­stört, so dass es wäh­rend unse­res Besuchs nicht beleuch­tet war. Daher durfte man auch nur bis Son­nen­un­ter­gang dort ver­wei­len. An eini­gen Stel­len gleich hin­ter dem Cam­ping­platz kokelte es auch noch.

Der View­point für das Was­ser­loch ist erhöht und mit Bän­ken auf den Fel­sen schön ange­legt. Ein Teil ist auch über­dacht. In der ers­ten Stunde pas­sierte über­haupt nichts. Katja schrieb Tage­buch, Jens ver­trieb sich die War­te­zeit mit dem Auf­bau des Sta­tivs. Ledig­lich ein Gelb­schna­beltoko ließ sich für einen Moment auf einem Ast über unse­ren Köp­fen nieder.

Nach unge­fähr einer Stunde tauchte im Gebüsch ein Nas­horn auf. Es kam ganz gemüt­lich zum Was­ser­loch und stillte sei­nen Durst, um danach gleich wie­der im Gebüsch zu ver­schwin­den. Mitt­ler­weile waren recht viele Leute am View­point, alle war­te­ten auf den Leo­par­den, der hier öfter zu beob­ach­ten ist. Lei­der ließ er sich nicht blicken.

Dafür kam pünkt­lich zum Son­nen­un­ter­gang eine Gruppe Ele­fan­ten zum Was­ser. Dies­mal war auch ein ganz klei­ner Ele­fant dabei, der noch nicht mit dem Rüs­sel Was­ser trin­ken konnte. Ein sehr schö­ner Anblick, im Licht der unter­ge­hen­den Sonne.

In der Däm­me­rung tauchte erneut ein Nas­horn auf und nach kur­zer Zeit gesellte sich ein Zwei­tes dazu. Lei­der war es mitt­ler­weile schon sehr dun­kel, so dass man kaum noch etwas sehen konnte, dafür aber hören. Die bei­den Nas­hör­ner schie­nen sich nicht zu mögen, sie stampf­ten und schnaub­ten ziem­lich laut. Dank unse­rer Taschen­lam­pen fan­den wir den Weg zurück zum Camp ohne Pro­bleme. Der Zugang zum Was­ser­loch war inzwi­schen von einem NWR-Mitarbeiter abge­sperrt worden.

Das Abend­es­sen in Halali war deut­lich bes­ser als in Okau­kuejo. Die Aus­wahl an Vor­spei­sen war zwar recht klein, aber die Haupt­spei­sen waren warm und das Fleisch wurde frisch zubereitet.

Nach dem Essen sind wir früh ins Bett. Lei­der wur­den wir eine halbe Stunde spä­ter von Schlüs­sel­klap­pern und klop­fen an der Tür geweckt. Wir haben natür­lich nicht geöff­net, aber wie sich nach einem Anruf an der Rezep­tion her­aus­stellte, war der Herr tat­säch­lich ein Ange­stell­ter des Camps. Es gab Pro­bleme mit der Was­ser­ver­sor­gung und er wollte Was­ser zum Zäh­ne­put­zen vorbeibringen.

Okau­kuejo Restcamp

Nette Anlage. Unser Zim­mer (Stan­dard) war geräu­mig und ver­fügte über einen Kühl­schrank. Das Abend­es­sen war eher schlecht, das Mit­tag­es­sen hin­ge­gen ganz in Ord­nung. Zum Früh­stück konnte man schon vor der Öff­nung des Tores und es gab die übli­che Aus­wahl. Vom Zim­mer waren wir in weni­gen Minu­ten am beleuch­te­ten Was­ser­loch, an dem sich meist viele Tiere tummeln.

Okt202011

Tag 16: Okaukuejo

Um sechs Uhr klin­gelte der Wecker, schließ­lich woll­ten wir zei­tig los, um mög­lichst viele Tiere zu sehen. Die beste Zeit dazu ist mor­gens und abends, wenn es noch nicht oder nicht mehr so brü­tend heiß ist. Das gilt auch für das Foto­gra­fie­ren, da einem sonst das Hit­ze­flim­mern über dem Boden die Bil­der mat­schig erschei­nen lässt. Also mach­ten wir uns schnell fer­tig, gin­gen zum Früh­stück und mach­ten uns dann auf den Weg. Zuerst fuh­ren wir von Okau­kuejo Rich­tung Nor­den zum Was­ser­loch Okon­deka, da in der Umge­bung die­ses Was­ser­lochs öfters Löwen anzu­tref­fen sein sollen.

Zunächst tra­fen wir auf die übli­chen Ver­däch­ti­gen: Spring­bö­cke, Zebras und auch einen Scha­kal. Auf hal­ber Stre­cke nach Okon­deka lag sie dann plötz­lich da: eine Löwin, auf der Straße im Schat­ten eines der weni­gen Bäume! Sie beäugte uns eher des­in­ter­es­siert. Wir mach­ten einige Fotos und beob­ach­te­ten sie. Erst als wir lang­sam an ihr vor­bei­fuh­ren, mus­terte Sie unser Fahr­zeug, ließ sich aber nicht stö­ren – sie rutschte jeden­falls kei­nen Millimeter.

Auf dem wei­te­ren Weg nach Okon­deka und am Was­ser­loch selbst sahen wir lei­der keine wei­te­ren Löwen. Nur Strauße, Scha­kale und Spring­bö­cke. Wir beschlos­sen zurück zu fah­ren und unser Glück in Rich­tung Oli­fants­bad und Aus zu ver­su­chen. Auf dem Rück­weg konn­ten wir noch ein­mal die Löwin sehen, die im hohen Gras von der Straße weg­trabte. Anschei­nend war ihr der zuneh­mende Besu­cher­ver­kehr zu viel gewor­den, denn mitt­ler­weile park­ten einige Autos am Straßenrand.

Die Stre­cke von Okau­kuejo nach Oli­fants­bad war zum Teil recht holp­rig, wes­halb man nicht so schnell vor­an­kam. Nach kur­zer Fahrt stan­den vier Giraf­fen neben der Straße. Nach­dem wir ange­hal­ten hat­ten, über­quer­ten sie diese direkt vor unse­rem Auto. Danach führte die Pad zum Teil durch ver­brann­tes Gebiet. Im Eto­scha hatte es etwa einen Monat vor unse­rem Besuch ein grö­ße­res Busch­feuer gege­ben. Wir konn­ten jedoch sehen, dass bereits wie­der das erste Grün spross. Wir beob­ach­te­ten eine grö­ßere Herde Zebras, die über die ver­brannte Flä­che zog.

In Oli­fants­bad gab es lei­der keine Ele­fan­ten, dafür aber unsere ers­ten Kudus. Wirk­lich rie­sige Tiere mit mäch­ti­gen, gedreh­ten Hör­nern. In Aus konn­ten wir eine Warzenschwein-Familie und Kuh­an­ti­lo­pen (Red Har­te­beest) beob­ach­ten. An bei­den Was­ser­lö­chern waren wir das ein­zige Auto. Man hörte nur die Blät­ter im Wind rau­schen und hin und die Tiere umhertraben.

Auf dem Rück­weg nach Okau­kuejo sahen wir kurz hin­ter dem Was­ser­loch Nebrow­nii drei Ele­fan­ten neben der Straße. Es sind schon rie­sige Tiere, aber sie wir­ken irgend­wie sehr fried­lich. Wir beob­ach­te­ten sie eine Weile. Als einer der Drei der Straße immer näher kam, fuh­ren wir weiter.

Zurück im Zim­mer ruh­ten wir uns kurz aus und wuschen Wäsche. Dann schau­ten wir kurz am Was­ser­loch vor­bei, wo sich ledig­lich einige Anti­lo­pen und Zebras tum­mel­ten. Also gin­gen wir zum Lunch, von dem wir nach dem eher mauen Abend­es­sen wirk­lich posi­tiv über­rascht waren. Der Haupt­gang, Gemüse mit Eland und Hühn­chen vom Grill, wurde ganz frisch zube­rei­tet und war wirk­lich lecker.

Nach einem kur­zen, erhol­sa­men Nicker­chen woll­ten wir wie­der los. Vor­her muss­ten wir aller­dings fast 20 Minu­ten an der Tank­stelle war­ten – dort wurde sehr gemüt­lich gear­bei­tet.
Wir beschlos­sen unser Glück noch­mal in Okon­deka zu ver­su­chen, in der Hoff­nung, erneut auf Löwen zu tref­fen. Lei­der wurde hat­ten wir dies­be­züg­lich kein Glück. Dafür sahen wir eine rie­sige Strau­ßen­herde auf der Eto­scha Pfanne und zwei Rie­sen­trap­pen. Auch ein Erd­hörn­chen stand sehr foto­gen neben der Straße und ließ sich beim Fres­sen eines grü­nen Blat­tes bewun­dern. Also beschlos­sen wir, noch nach Ombika zu fah­ren. Die­ses Was­ser­loch liegt kurz vor dem Ander­son Gate, hier hat­ten wir am Vor­tag die Berg­ze­bras gesehen.

Bereits auf dem Weg dort­hin sahen wir einige Giraf­fen direkt neben der Fahr­bahn. In Ombika tum­mel­ten sich am Was­ser­loch eben­falls eine Gruppe Giraf­fen. Da das Tor zum Camp bald schlie­ßen würde, fuh­ren wir gemüt­lich nach Okau­kuejo zurück. Dort gin­gen wir direkt ans Was­ser­loch, aber auch hier waren nur wei­tere Giraf­fen und Scha­kale zu sehen.

Das Abend­es­sen, wir hat­ten vor dem Früh­stück für 20:00 Uhr reser­viert, war sogar noch schlech­ter als am Vor­tag. Ein­zig Jens Eland war bes­ser, aber das war wahr­schein­lich rei­nes Glück. Sehr nett fan­den wir jedoch eine Gruppe Kin­der, die beim Essen musi­zierte und tanzte.

Nach dem Essen pro­bier­ten wir unser Glück noch zwei­mal am Was­ser­loch, aber dort waren lei­der nur kleine Vögel und Scha­kale zu sehen. Also ent­schie­den wir, zei­tig ins Bett zu gehen, schließ­lich woll­ten wir am nächs­ten Tag wie­der früh aufstehen.

Okt192011

Tag 15: Twyfelfontein — Okaukuejo

Die Nacht im Zelt war wie­der recht kalt. Mit einer wär­men­den Dusche wurde es lei­der wie­der nichts. Der Don­key, der das Was­ser erhit­zen sollte, wurde zwar wie am Vor­abend bestellt ange­feu­ert, aber das Was­ser kam trotz­dem kalt aus der Lei­tung. Jens ent­fachte die Flam­men erneut, das Ergeb­nis blieb aller­dings nahezu unver­än­dert.
Nach dem Früh­stück mach­ten wir uns dann auf den Weg zum High­light unse­rer Reise: den Eto­scha Natio­nal­park.

Auf der Fahrt dort­hin nah­men wir eine Ange­stellte des Aabadi Moun­tain Camp bis zum ca. 100 km ent­fern­ten Kho­ri­xas mit. Nach­dem sie zwei Monate im Camp als Zim­mer­mäd­chen gear­bei­tet hatte, würde sie jetzt zwölf freie Tage zu Hause ver­brin­gen. In Kho­ri­xas wollte sie zu ihrem Freund und ihren bei­den klei­nen Söh­nen. Da sie im Ort und der nähe­ren Umge­bung keine Arbeit fin­det, gibt es für die keine andere Mög­lich­keit, als sich immer wie­der so lange von ihrer Fami­lie zu trennen.

Zwi­schen Kho­ri­xas und dem Ein­gang zum Eto­scha ist die Straße wie­der asphal­tiert. Wirk­lich sehr ange­nehm nach dem Gerüt­tel der letz­ten Tage. Unter­wegs füll­ten wir in Outjo zunächst unse­ren Was­ser­vor­rat auf und dann unsere Mägen. In der Outjo Bäcke­rei gab es deut­sche Kost: Wie­ner Schnit­zel mit Pom­mes und Brat­wurst mit Kar­tof­fel­sa­lat. Die Brat­wurst war wirk­lich sehr lecker -, fast wie zuhause.

Danach fuh­ren wir ohne wei­te­ren Zwi­schen­stopp zum Eto­scha Natio­nal­park. Auf der bis­he­ri­gen Reise hat­ten wir lei­der nur wenige Tiere zu sehen bekom­men, dies sollte sich dort aber ändern. Am Ander­son Gate, dem süd­li­chen Ein­gangs­tor zum Park, füll­ten wir unser Per­mit aus und um 14:30 Uhr betra­ten wir end­lich den Park.

Gleich zu Begrü­ßung, der Kulis­sen­schie­ber war auf Zack, sprang eine Anti­lope über die Straße. Und wenige hun­dert Meter wei­ter gras­ten etli­che Zebras. Ein ent­ge­gen­kom­men­der Auto­fah­rer machte uns dar­auf auf­merk­sam, dass am nächs­ten Was­ser­loch Berg­ze­bras zu sehen seien. Diese seien im Eto­scha eher sel­ten, daher woll­ten wir sie uns nicht ent­ge­hen las­sen. Am Was­ser­loch Ombika sahen wir dann tat­säch­lich Berg­ze­bras und Step­pen­ze­bras neben­ein­an­der. Natür­lich haben wir das erst spä­ter auf unse­ren Fotos her­aus­ge­fun­den, nach­dem wir uns ein Tier­be­stim­mungs­buch gekauft hat­ten. Die fei­nen Unter­schiede blie­ben uns vor Ort erst ein­mal ver­bor­gen. Lei­der war es mitt­ler­weile sehr heiß, so dass das Hit­ze­flim­mern beim Foto­gra­fie­ren sehr störte.

Des­halb fuh­ren wir wei­ter zum Okau­kuejo Rest­camp, check­ten ein, ent­rich­te­ten den Ein­tritts­preis für den Park und mel­de­ten uns für das Abend­es­sen für um 19:00 Uhr an. Dann erkun­de­ten wir das Gelände und schau­ten am Was­ser­loch vor­bei. Da dort aber nichts los war, hol­ten wir im Zim­mer erst mal die am Mor­gen aus­ge­fal­lene Dusche nach.

Gegen 17 Uhr mach­ten wir uns erneut auf zum Was­ser­loch. Und da stand er dann, unser ers­ter afri­ka­ni­scher Ele­fant. Er stillte sei­nen Durst, besprühte sich mit Was­ser und zog davon. Als Nächs­tes kamen Oryx zum Trin­ken, danach eine grö­ßere Herde Zebras. Auch ein wei­te­rer Ele­fant kam zum Was­ser­loch und aus einer Giraffe wur­den irgend­wann fünf. Das alles konn­ten wir inklu­sive Son­nen­un­ter­gang beob­ach­ten, es war eine herr­li­che Stimmung!

Wir muss­ten uns dann etwas beei­len, um recht­zei­tig um 19 Uhr beim Abend­es­sen im Restau­rant zu sein. Lei­der war das Essen nicht wirk­lich umwer­fend, wie wir zuvor schon öfters gehört hat­ten. Die Salate waren noch in Ord­nung, aber der Haupt­gang war wirk­lich eine Zumu­tung. Die Bei­la­gen waren kalt und das Eland-Steak war ein Elend – so zäh wie eine Schuhsohle.

Nach dem Essen haben wir erneut Kamera und Sta­tiv geschnappt und sind wie­der zum Was­ser­loch. Wir hat­ten Glück und konn­ten noch eine der Bänke ergat­tern. Das Was­ser­loch wurde von drei gro­ßen Schein­wer­fern in gelb­li­ches Licht getaucht.
Es waren drei Ele­fan­ten­bul­len am Was­ser. Diese schubs­ten und scho­ben sich, bis die Stoß­zähne anein­an­der­krach­ten. Nach eini­ger Zeit tauchte ein Nas­horn auf. Das wollte natür­lich an der­sel­ben Stelle trin­ken wir die Ele­fan­ten. Also starrte das Nas­horn die Ele­fan­ten an und die starr­ten zurück. Dabei waren alle vier wir ein­ge­fro­ren, kei­ner rührte sich. Nach eini­gen Sekun­den war es dem Nas­horn wohl zu doof, es lief zum Was­ser und stillte sei­nen Durst. Auf der ande­ren Seite des Was­sers beob­ach­tete eine Giraffe das Trei­ben argwöhnisch.

Die Atmo­sphäre am Was­ser­loch war sehr schön. Es waren viele Leute da, trotz­dem war es sehr still und alle beob­ach­te­ten gespannt, was pas­siert. Ein wirk­lich schö­ner ers­ter Abend im Etoscha!

Aabadi Moun­tain Camp

Nette Lage mit­ten zwi­schen den roten Fel­sen am Abu-Huab-Fluss. Die Zelte sind klein und ein­fach mit einem ori­gi­nel­len Open Air Bad. Vor der Rezep­tion war eine grö­ßere Bau­stelle. Lecke­res Abend­es­sen, das Früh­stück sehr ein­fach mit Instant-Kaffee und ohne Speck oder Würst­chen zu den Eiern. Am Meis­ten störte uns die wenig gast­freund­li­che Atmo­sphäre. Die bei­den Besit­zer waren, vor allem am ers­ten Tag, keine guten Gastgeber.

Okt182011

Tag 14: Twyfelfontein

In der Nacht wurde es im Zelt sehr kalt, so dass Jens irgend­wann die zusätz­li­chen Fleece­de­cken holte. Aus die­sem Grund wollte nach dem Wecker­klin­geln kei­ner von uns das warme Bett ver­las­sen und die Dusche lie­ßen wir auch aus­fal­len. Daher waren wir dann aus­nahms­weise die Ers­ten beim Früh­stück, das lei­der sehr ein­fach gehal­ten war. Es gab nur Instant­kaf­fee und die Eier ohne Speck oder Würstchen.

Nach dem Früh­stück bra­chen wir Rich­tung Twy­fel­font­ein auf. Dort gibt es sehr viele Fels­gra­vu­ren und –male­reien, die von der UNESCO als Welt­kul­tur­erbe dekla­riert wur­den. Der Ein­gang liegt nur unge­fähr zwan­zig Kilo­me­ter vom Aabadi Moun­tain Camp ent­fernt. Daher waren wir recht­zei­tig vor den gro­ßen Bus­sen da.

Die Fels­gra­vu­ren und –male­reien darf man nur mit einem Füh­rer besich­ti­gen. Des­halb muss­ten wir am Ein­gang einen Moment war­ten. In der Zeit schau­ten wir uns das kleine Museum und den Sou­ve­nir­shop an. Man kann vor Ort zwi­schen zwei Tou­ren wäh­len: zum “Dancing Kudu” oder zum “Lion Man”. Wir ent­schie­den uns für die län­gere Tour zum Lion Man, bei der man laut unse­rer Füh­re­rin mehr Gra­vu­ren sehen könne als bei der Tour zum Dancing Kudu. Im letz­ten Moment stieß noch ein deut­sches Paar zu uns, so dass wir zu viert zu den Gra­vu­ren geführt wurden.

Unsere Füh­re­rin erklärte uns die Fels­gra­vu­ren und –male­reien aus­führ­lich. Die Meis­ten sind sehr gut erhal­ten und die Tiere deut­lich zu erken­nen. In fast jedem Bild sind Giraf­fen zu sehen. Auch Nas­hör­ner und Anti­lo­pen sind häu­fig abge­bil­det. Auf einem Bild sind sogar Rob­ben dabei. Dar­aus schlie­ßen die Wis­sen­schaft­ler, dass die Erstel­ler bis zur Küste gewan­dert sind.

Nach dem Ende der unge­fähr ein­stün­di­gen Tour gönn­ten wir uns im Café ein küh­les Schwep­pes und über­leg­ten, was wir als Nächs­tes unter­neh­men woll­ten. Wir ent­schie­den uns zu den “Orgel­pfei­fen” und zum “Ver­brann­ten Berg” zu fah­ren.
Die Orgel­pfei­fen, erstarrte Basalt­säu­len, waren wenig spek­ta­ku­lär, also fuh­ren wir gleich wei­ter.
Der Ver­brannte Berg sah schon eher inter­es­sant aus, ist aber nicht sehr groß. Ver­brann­ter Hügel wäre wohl eine bes­sere Bezeichnung.

In der Nähe vom Ver­brann­ten Berg sollte ein Geo­ca­che sein. Wie beschlos­sen die­sen zu heben und die etwa 1,5 km dort hin zu wan­dern – eine gute Ent­schei­dung. Schon nach kur­zer Zeit konn­ten wir einige der sel­te­nen Wel­wit­s­chia Mira­bi­lis sehen. Da wir in Swa­kop­mund keine Zeit für den Welwitschia-Trail hat­ten, waren dies unsere ers­ten Pflan­zen die­ser Art. Sie kön­nen meh­rere hun­dert Jahre alt wer­den. Die in Swa­kop­mund wird auf 1500 Jahre geschätzt. Unter­wegs glau­ben wir auch Bro­cken ver­stei­ner­ten Hol­zes gese­hen haben, zumin­dest konnte man so etwas wie Jah­res­ringe erken­nen. Das Gestein hatte alle Far­ben, von Schwarz über Ocker bis Orange war alles dabei. Den Geo­ca­che hat­ten wir dann schnell gefun­den und geloggt. Auf dem Rück­weg haben wir auch noch schnell den Geo­ca­che bei den Orgel­pfei­fen geloggt.

Da wir mitt­ler­weile Hun­ger hat­ten, fuh­ren wir zur Twy­fel­font­ein Coun­try Lodge zum Lunch. Das Restau­rant ist im ers­ten Stock und man hat einen fan­tas­ti­schen Blick. Vor dem Ein­gang zur Lodge sind auch einige Fels­gra­vu­ren zu sehen. Nach eini­gem Hin und Her ent­schlos­sen wir uns, den dor­ti­gen Nature Drive zu buchen.

Um 16 Uhr ging es im offe­nen Unimog zusam­men mit einer öster­rei­chi­schen Hummeldumm-Gruppe los. Zunächst fuh­ren wir durch eine Gras­sa­vanne. Der deutsch­spra­chige Guide und Fah­rer erklärte viel zur Land­schaft und zu den Pflan­zen. Auch soge­nannte Feen­kreise konn­ten wir sehen, deren Ent­ste­hung unklar ist.
Immer wei­ter ging die Fahrt nach Wes­ten. Irgend­wann wur­den die Büsche und Bäume immer grö­ßer und wir erreich­ten das Fluss­bett des Abu Huab. Die­sem folg­ten wir bis zu einer bestimm­ten Was­ser­stelle, wo sich aller­dings keine fri­schen Spu­ren der dort hei­mi­schen Wüs­ten­ele­fan­ten fan­den. Wir hat­ten am Vor­tag bereits gehört, dass die Ele­fan­ten der­zeit nicht in der Nähe sind.
Lei­der stellte sich der Nature Drive als regel­rechte Hatz auf die Wüs­ten­ele­fan­ten her­aus. Der Guide brauste so schnell und so weit wie irgend mög­lich den Huab-Fluss nach Wes­ten. Die ande­ren Tiere, Oryx, Giraffe und Paviane wur­den lei­der nahezu völ­lig igno­riert. Wir fan­den das sehr schade.
Zum Son­nen­un­ter­gang gab es auf einer Anhöhe Sekt, bevor die Fahrt in zuneh­men­der Dun­kel­heit und Kälte end­lich wie­der zurück zur Lodge ging. In völ­li­ger Dun­kel­heit kamen wir dort total durch­ge­fro­ren an. Vor­sich­tig mach­ten wir uns dann auf den Rück­weg zum Aabadi Moun­tain Camp.

Hier hat­ten wir vor dem Drive bescheid gege­ben, wes­halb man uns freund­li­cher­weise das Abend­es­sen warm­ge­hal­ten hatte. Die scharfe Tomaten-Zwiebel-Suppe und ein hei­ßer Tee wärm­ten uns dann lang­sam wie­der auf. Als Haupt­gang gab es Hähnchen-Curry und Game Stew mit Reis und Salat. Zum Nach­tisch gab es lecke­ren Apfel­ku­chen. Ziem­lich geschafft kro­chen wir dann unter unsere war­men Decken im Zelt.

Nature Drive, Twy­fel­font­ein Coun­try Lodge

Ins­ge­samt schöne, abwechs­lungs­rei­che Land­schaft, aber eine reine Hatz auf die Wüs­ten­ele­fan­ten. Wir hät­ten die Fahrt nicht gemacht, wenn wir dies vor­her gewusst hät­ten. Wir hat­ten den Drive gebucht, weil wir bis­her noch kei­nen Game Drive gemacht hatten.